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Doberan ringt um Verkehrskonzept

Bad Doberan Doberan ringt um Verkehrskonzept

Neuer Vorschlag sieht Schließung des Alexandrinenplatzes vor / Verwaltung zeigt sich skeptisch

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Im Oktober 2014 war der Doberaner Alexandrinenplatz wochenlang gesperrt. Für einige Anwohner könnte das mit Blick auf die Verkehrsströme auch eine Dauerlösung sein.

Quelle: Andreas Meyer

Bad Doberan. Lärmaktionsplan, Parkraumbewirtschaftung, Verkehrskonzept — seit Jahren sucht die Stadt Bad Doberan nach geeigneten Lösungen, um die Straßen des Zentrums künftig ruhiger zu gestalten. Ob Tempo 30, Flüsterasphalt, Schallschutz — Ideen gibt es viele. Ein jetzt vorgestellter Entwurf schlägt eine drastische Maßnahme vor: die Schließung des Alexandrinenplatzes für den Verkehr.

„Der Alex bestimmt bislang die Verkehrsströme in die Stadt“, erklärt Gerd Autrum, der seit drei Jahren an seinem Konzept getüftelt hat. „Diesen Knotenpunkt müssen wir entschärfen.“ So könnte sich der Hohenfelder etwa den Bau einer Ringstraße um Bad Doberan herum vorstellen, um die Ströme zu splitten und eine Überschneidung des Verkehrs zu vermeiden.

Im Zuge dieser Maßnahme würde aus der Kreuzung Bahnhofstraße/B 105 eine Einmündung werden — dazu müsste die Bundesstraße von der Linden- bis zur Mozartstraße ausgebaut werden, so Autrum: „Und auch der Bereich von der Linden- bis zu Bahnhofstraße würde sich ändern — es müsste beispielsweise der Geh- und Radweg verlegt sowie die Einbahnigkeit der Lindenstraße aufgehoben werden.“ Darüber hinaus seien neue Festlegungen der Ein- und Ausfahrten für die Linden- und Dr.-Leber-Straße, eine Verlegung des Fußgängerüberganges sowie Änderungen der Einbahnigkeit in der Straße Lettowsberg und Kastanienstraße notwendig, erklärt Autrum.

Um die Zuwegungen am Drümpel- sowie dem benachbarten Lidl-Parkplatz zu optimieren, schlage er eine gemeinsame Ein- und Ausfahrt über eine Rechtsabbiegespur vor, sagt der Hohenfelder: „Dazu müsste dann auch eine Abbiegespur zum Aldi-Parkplatz gebaut werden — und der hintere Teil dieses Platzes könnte der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.“ Denn immerhin etwa 65 Parkflächen würden regelmäßig ungenutzt bleiben, so Autrum. Zudem seien auch diverse Verkehrsänderungen im Marktbereich notwendig.

Dass eine Sperrung des Alexandrinenplatzes nicht automatisch zu einem Verkehrs-Chaos führen muss, habe man vor anderthalb Jahren gesehen, meint Gerd Autrum: „Wegen Reparaturmaßnahmen war wochenlang keine Durchfahrt möglich — und die Leute haben sich trotzdem mit der Situation arrangiert.“ Vorbild könne hier die Hansestadt Rostock sein: „Dort wurde der Doberaner Platz über die Jahre nahezu verkehrsberuhigt, ebenso der Schröderplatz und der Neue Markt — das hat trotz viel Skepsis und Zweifeln auch funktioniert.“

Dennoch: „Den Alexandrinenplatz für den Verkehr zu schließen, war nicht das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich intensiv mit einem entsprechenden Konzept für Bad Doberan befasst hat“, macht Bauamts-Leiter Norbert Sass deutlich. Apropos: „Warum spielt dieses Konzept jetzt eigentlich gar keine Rolle mehr?“, fragt Heinz Beuter, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. „Rund 30 Leute haben sich zwei Jahre lang damit beschäftigt — ist das jetzt einfach verschwunden?“

„Natürlich nicht“, entgegnet Norbert Sass. „Aber die Grundmeinung innerhalb der Arbeitsgruppe hat sich mehrfach verändert — jetzt gibt es einen klaren Beschluss der Stadtvertretung, den Alexandrinenplatz auch künftig nicht zu sperren und stattdessen die Verkehrsströme im Zuge einer Umgestaltung des Kleinen Kamps einzudämmen.“ Darüber hinaus halte er den Bau einer Ringstraße „quer durch den Wald“ für nicht realistisch, stellt Sass klar: „Und es ist auch nicht zielführend, die Dr.-Leber- sowie die Lindenstraße zu Durchfahrtsstraßen hochzustilisieren.“

Das jetzt von Gerd Autrum vorgestellte Verkehrskonzept sei in vielen Punkten bemerkenswert, stellt Ausschuss-Mitglied Thomas Römhild fest: „Es muss darum gehen, attraktive Anreize zu setzen, die Innenstadt zu umfahren.“ Deshalb plädiere er dafür, „massiv an Stadt und Verwaltung heranzutreten, um beide Konzepte zusammenzuführen.“

Es wäre schön, wenn einige seiner Ideen verwirklicht würden, meint Gerd Autrum. „So viel wurde schon diskutiert und wieder verworfen — jetzt muss endlich der erste Schritt gewagt werden.“

Von Lennart Plottke

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