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Endspurt: Bürgermeister-Duell in Satow

Endspurt: Bürgermeister-Duell in Satow

Die Kandidaten für das höchste Amt in der Gemeinde Satow diskutieren über Kita, Wohnen und Verkehr

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Rico Joppich (l.) und Matthias Drese stellen sich im Hotel Weide den Fragen des Unternehmervereins Satow und Umgebung.

Quelle: Anja Levien

Satow In der Gemeinde Satow gibt es genug Windräder, darüber waren sich Rico Joppich (CDU) und Matthias Drese (SPD) einig. Die beiden Männer kandidieren für das Amt des Bürgermeisters, der an diesem Sonntag gewählt wird, und stellten sich am Mittwochabend den Fragen des Unternehmervereins Satow und Umgebung zu Infrastruktur, Wirtschaft sowie sozialem und kulturellem Leben in der Gemeinde. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Verbindung von Satow und den Ortsteilen, die Situation der Kindertagesstätten und der geplante Radweg an der L10.

Um ein Zusammen-

wachsen der Ortsteile zu forcieren, ist die Ausgestaltung des Rad- und Wegenetzes ausschlag-

gebend.“Rico Joppich, CDU

Satow ist ein Grundzentrum, das wollen wir nicht verlieren, sonst

verlieren wir Zuwendungen vom Land.“Matthias Drese, SPD

Die Ortsteile müssen besser integriert werden, war eine Aussage des Abends von Seiten des Unternehmervereins. „Der einzige Ort, der wächst, ist Satow“, wurde kritisiert. „Natürlich prosperiert Satow, aber eine Großgemeinde muss einen Leuchtturm haben und die Infrastruktur ist hier vorhanden“, sagte Rico Joppich. Dennoch sollte die Errichtung von neuen Wohneinheiten in den Ortsteilen nicht begrenzt sein. Bürgermeister Matthias Drese, der wieder antritt, antwortete, dass mit dem neuen Flächenentwicklungsplan in Heiligenhagen beispielsweise mehr Wohnfläche ausgewiesen wird als in Satow. Der 45-Jährige wies darauf hin, dass bei den Verhandlungen mit dem Amt für Raumordnung beim Wachstum der Gemeinde auch Grenzen aufgezeigt würden. Und: „Satow ist ein Grundzentrum, das wollen wir nicht verlieren, sonst verlieren wir Zuwendungen vom Land“, sagte Drese. Daher sei es wichtig, Satow mit Infrastruktur auszustatten.

Der Neubau der Kindertagesstätte in Satow sei beispielsweise für die gesamte Gemeinde wichtig, sagte Matthias Drese. Die Kita in Reinshagen werde, anders als geplant, nicht geschlossen, denn der Satower Neubau reiche nicht für alle Kinder. In Hohen Luckow sei man in Gesprächen mit der Volkssolidarität. Hier soll das Haus der Generationen zur Kita umgebaut werden.

Ein Kita-Neubau in Satow reiche noch nicht aus, sagte Rico Joppich. Der 40-Jährige kritisierte, dass neue Wohngebiete ausgewiesen wurden, in denen sich Familien ansiedeln, aber nicht ausreichend Plätze in Kitas vorhanden seien. „Wir müssen 170 000 Euro an andere Gemeinden zahlen, weil die Kinder dort untergebracht werden“, sagte Rico Joppich. „Ich finde, alle fünf Kitas sollten erhalten bleiben. Alles, was den Ortsteilen weggenommen wird, ist ein Schritt in die Unselbstständigkeit und Verödung.“

Auf Nachfrage, ob Heiligenhagen wieder eine Kita bekommen könnte, antwortete Matthias Drese: „Ich sehe da keine Option.“ Er verwies darauf, dass es zwar gerade geburtenstarke Jahrgänge gebe, dass das in fünf bis zehn Jahren aber wieder anders aussehen könnte. Von Verödung in Heiligenhagen wolle er durch den Wegfall der Kita aber nicht sprechen. Die Feuerwehr habe beispielsweise eine neue Jugendabteilung.

„Die Feuerwehr trägt in den Ortsteilen viel zum Leben bei“, sagte auch Rico Joppich. Aber: „Wir müssen aufpassen, dass wir die Ortsteile nicht vergessen.“ Daraufhin zählte Matthias Drese Investitionen in diese in den vergangenen Jahren auf, darunter die Kita-Sanierung in Hanstorf, die Verrohrung des Grabens in Clausdorf, die Instandhaltung der Gemeindezentren. Ab 2018 sollen die Feuerwehren neue Fahrzeuge bekommen.

Beim Thema Wirtschaft möchte Rico Joppich mehr für den Standort Satow werben, beispielsweise ein Werbeschild an die Autobahn stellen oder das vergilbte hinter dem Ortseingangsschild überarbeiten. Er möchte mit Betrieben in Kontakt treten und bleiben und wies darauf hin, dass bei der Gewerbesteuer der Hebesatz in der Legislaturperiode zwei Mal erhöht wurde und jetzt mit 420 einer der höchsten Werte in Mecklenburg-Vorpommern sei. Kritisiert wurde von den Gästen, dass Satow bei dem Hebesatz in der Liga der Großstädte mitspiele, in den Top Ten in Mecklenburg-Vorpommern sei. „Es gibt wenig Gemeinden, die so aufgestellt sind, wie wir“, sagte Drese. Satow habe sich beim Hebesatz den Vorgaben des Landes genähert. „Sonst bekommen wir weniger Landeszuschüsse.“

Beim Thema soziales und kulturelles Leben waren sich beide Kandidaten einig, dass Vereinsarbeit und Ehrenamt wichtig sind. Sie befürworten, dass die Ortsteilvertretungen entscheiden, welche Vereine finanziell von der Gemeinde unterstützt werden sollen.

Beim Thema barrierefreie Wohnungen gingen die Meinungen auseinander. Mit der Fertigstellung des Wohnblocks in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße in Satow sind barrierefreie Wohnungen entstanden. „Wir müssen Senioren hier halten“, sagte Matthias Drese. In Satow gebe es die Infrastruktur mit Bank und Einkaufsmöglichkeiten. Es lohne nicht, barrierefreie Wohnungen in Hohen Luckow zu bauen. Das sieht Rico Joppich anders. „Nicht jede mobilitätsbeschränkte Person möchte nach Satow. Auch für die muss man eine Lösung finden“, sagte Joppich und schlägt zusätzlich zum Rufbus, den es in der Gemeinde gibt, einen Bürgerbus vor. Die Busverbindungen , die es bisher gebe, seien nicht ausreichend. Und: „Um ein Zusammenwachsen der Ortsteile zu forcieren, ist die Ausgestaltung des Rad- und Wegenetzes ausschlaggebend“, sagte Rico Joppich.

Matthias Drese gibt zu, dass die Busverbindungen nicht überall befriedigend sind. Mit Rebus sei man aber regelmäßig in Verhandlungen. Auch der Radweg fehle noch. Das wurde von den Anwesenden kritisiert. Seit fünf Jahren warte man auf den Weg an der L 10, mit Grundstückseigentümern sei noch nicht gesprochen worden. Verantwortlich für den Radwegebau sei das Straßenbauamt Stralsund, sagte Matthias Drese. Eine von Seiten der Gemeinde vorgeschlagene Versammlung mit allen Beteiligten habe das Straßenbauamt abgelehnt. „Wir sind in ständigem Kontakt, haben aber keinen Einfluss darauf, wann die planen.“

Rico Joppich

Rico Joppich ist in Rostock aufgewachsen, lebt jetzt mit seiner Frau und zwei Kindern in Nienhagen. Dort ist er stellvertretender Bürgermeister. Der 40-Jährige machte eine Ausbildung zum Polizisten, studierte Jura, machte von 2009 bis 2011 sein zweites Staatsexamen. Seit gut 20 Jahren ist er bei der Polizei, arbeitet im Justiziariat.

Was ist die schwierigste Aufgabe, die sie in ihrer Vita bisher lösen mussten? Meine Frau zu bekommen.

Über welches Ergebnis in ihrer Vita haben Sie sich am meisten gefreut? Sie bekommen zu haben.

Matthias Drese

Matthias Drese lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Hanstorf. Der 45-Jährige ist seit 2010 hauptamtlicher Bürgermeister in der Gemeinde Satow, hat vorher als Anwalt in Bad Doberan gearbeitet. Er ist in Nordhausen (Thüringen) geboren und studierte Jura in Halle.

Was ist die schwierigste Aufgabe, die sie in ihrer Vita bisher lösen mussten? Das erste und zweite Staatsexamen.

Über welches Ergebnis in ihrer Vita haben Sie sich am meisten gefreut? Die Geburt meiner Kinder.

Anja Levien

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