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„Es muss hier weiterhin lebenswert bleiben“

„Es muss hier weiterhin lebenswert bleiben“

Stephan Krauleidis ist Direktkandidat im Wahlkreis 11 für die CDU / Der 41-Jährige möchte die Schulstandorte erhalten, die Polizei stärken und das Ehrenamt fördern

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Vom Leuchtturm in Bastorf hat man den Wahlkreis im Blick, sagt CDU-Direktkandidat Stephan Krauleidis.

Quelle: Anja Levien

Bastorf Die Bürger im Wahlkreis 11 (Bad Doberan, Kröpelin, Kühlungsborn, Neubukow, Gemeinde Satow, Amt Bad Doberan-Land, Amt Neubukow-Salzhaff) sind am Sonntag, 4.

Die Schulstand-

orte müssen erhalten bleiben, vernünftig mit Lehr-

stunden ausgestattet werden.“Stephan Krauleidis

Zur Person

Stephan Krauleidis ist seit 1995 politisch engagiert. Der 41 Jahre alte selbstständige Versicherungsmakler ist Vater von drei Kindern und lebt in Bad Doberan. Er ist Stadtpräsident von Bad Doberan, engagiert sich unter anderem ehrenamtlich im Feuerwehrverein Bad Doberan, ist Schöffe beim Amtsgericht Rostock und im Vorstand des Vereins Tafel Bad Doberan.

September, zur Wahl des Landtages Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen. Wir stellen bis dahin die acht Direktkandidaten in unserem Wahlkreis vor. Heute: Stephan Krauleidis (CDU).

Sie haben sich den Leuchtturm Bastorf als Treffpunkt für das Interview ausgesucht, warum?

Krauleidis: Der Leuchtturm hat zum einen Präsenz für den gesamten Wahlkreis, bei klarer Sicht kann man bis nach Rostock gucken, man kann Rerik sehen, das Haff, die Ostsee. Außerdem habe ich als Heranwachsender im Armeesportverein in Kühlungsborn aktiv Sport getrieben. Als Höhepunkt sind mir die Nachtwanderungen zum Leuchtturm in besonderer Erinnerung. Der Ort ist natürlich auch beliebtes Ausflugsziel von meiner Familie und mir.

Sie und die CDU werben mit dem Slogan „Heimat im Mittelpunkt“. Was ist Heimat für Sie?

Krauleidis: Heimat ist für mich nicht nur das Land, sondern sind auch die Menschen. Heimat ist für mich Mecklenburg. Durch die Seefahrt und die Ausbildung bei der Bundeswehr habe ich Deutschland und die Welt kennengelernt. Trotzdem hat es mich immer wieder in meine Heimat gezogen.

Was wollen Sie tun, damit Heimat im Mittelpunkt ist?

Krauleidis: Es muss hier weiterhin lebenswert bleiben, das ist mir wichtig. Man braucht die Grundlage, dass Familien mit ihrer Arbeit genug Geld verdienen, um auch hier zu bleiben. Wir hatten Bewegungen, dass viele junge Menschen aus wirtschaftlichen Gründen abgewandert sind. Da gilt es weiter gegenzusteuern. Wichtig ist mir, dass sich die Menschen hier wohl- und sicher fühlen.

Was muss dafür passieren?

Krauleidis: Die lokalen Unternehmen und der Tourismus müssen gefördert werden. Der Gast bringt Geld in die Region und davon profitieren auch viele andere Unternehmen. Es gibt zum Beispiel eine Vereinbarung zur Bäderregelung, die mit den Kirchen abgestimmt ist. Die muss erhalten bleiben. Der nächste Punkt ist die Infrastruktur, diese muss erhalten und ausgebaut werden. Es ist deutlich zu merken, dass Schleswig-Holstein und die polnischen Ostseebäder enorm aufgeholt haben, wobei das nicht die Konkurrenz ist.

Sondern?

Krauleidis: Man kann heute für relativ wenig Geld in Regionen mit Schönwetter-Garantie fliegen. Deshalb ist es wichtig, Angebote, die wetterunabhängig sind, zu schaffen.

Was genau meinen Sie, wenn Sie sagen, Infrastruktur halten und ausbauen?

Krauleidis: Der Radtourismus hat zugenommen, beim Ausbau der Radwege sind noch deutliche Reserven vorhanden. Dabei spielt auch die Verkehrssicherheit eine große Rolle. Zum Beispiel, wenn man die Kühlungsborner Umgehungsstraße Richtung Wittenbeck fährt, dann endet der Radweg im Kreuzungsbereich. Da muss man Lösungen finden. Dann gibt es Sanierungsstau bei Brücken und Straßen. Ich würde mich für Investitionsprogramme für Straßen, Brücken und Radwege einsetzen.

Was ist das Thema Nummer eins für den Wahlkreis 11.

Krauleidis: Sicherheit. Ich möchte, dass sich die Einheimischen und die Urlauber sicher fühlen, auch deshalb setze ich mich für den Ausbau der Polizei vor Ort ein. Es müssen neue Stellen geschaffen werden. Es gab Sparzwänge, aber es gibt im Moment eine Entwicklung, die man so nicht vorhersehen konnte, deshalb muss da unbedingt nachgebessert werden.

Welche Themen wollen Sie noch angehen?

Krauleidis: Meine Großeltern waren Lehrer. Ich bin vorbelastet. (lacht) Es ist das Thema Bildung. Die Schulstandorte müssen erhalten bleiben, vernünftig mit Lehrstunden ausgestattet werden. Ich habe viel Kontakt zur Schule, war viele Jahre im Elternrat und in der Schulkonferenz aktiv. Es geht um Klassengrößen an Grundschulen, kleine Klassen sind sinnvoll, natürlich projektbezogenen Unterricht. Die Schule darf nicht am Leben vorbeigehen.

Das letzte Jahr war stark durch die Flüchtlingskrise bestimmt. Wie können Tausende Flüchtlinge in die Gesellschaft integriert werden?

Krauleidis: Das war und ist eine riesen Herausforderung, ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer ist diese Aufgabe nicht zu lösen. Gerade das Ehrenamt liegt mir sehr am Herzen, deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, eine sogenannte Ehrenamtskarte einzuführen, als Anerkennung und Wertschätzung.

Also soll das Ehrenamt gestärkt werden, damit Integration gelingen kann?

Krauleidis: Natürlich soll das Ehrenamt gestärkt werden, aber man kann nicht alles auf die ehrenamtlichen Helfer abwälzen. Das ist unfair. Die Lösung, die vom Innenminister gefunden wurde, es auf die Landkreise zu delegieren, war schon gut und in der Situation das Sinnvollste. Es muss aber deutlich mehr Unterstützung vom Bund zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben kommen. Man kann das Land und die Gemeinden damit nicht alleine lassen.

Es gibt gute Beispiele aus meiner Heimatstadt Bad Doberan, das Flüchtlingsnetzwerk und auch die Sportvereine leisten tolle Arbeit. Es ist aber auch sehr wichtig, dass Bereitschaft zur Integration abgefordert wird. In unserem Grundgesetz gibt es nicht nur den Artikel 23. Wenn jemand hierherkommt, hat er auch die Pflicht, unsere Kultur zu akzeptieren und vor allem zu respektieren. Wichtig ist natürlich auch das Erlernen der deutschen Sprache und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Seit wann und warum sind Sie in der Politik?

Krauleidis: Es gibt Menschen, die sind mit gewissen Dingen unzufrieden, aber ich muss anpacken, damit sich was ändert. Die ersten Schritte habe ich 1995 in München bei der Jungen Union gemacht, da war ich 21 Jahre. Seit 2004 bin ich CDU-Mitglied. Ich habe als sachkundiger Einwohner angefangen, dann wurde ich Fraktionsvorsitzender und jetzt bin ich Stadtpräsident von Bad Doberan.

Zum Ende drei kurze Fragen: Molli fahren oder Segeln gehen?

Krauleidis: Segeln gehen.

Salat oder Currywurst?

Krauleidis: Currywurst.

Spontanität oder Routine?

Krauleidis: Spontanität.

Interview von Anja Levien

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