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„Fundament für junge Leute schaffen“

Bad Doberan „Fundament für junge Leute schaffen“

Horst Hagemeister setzt sich für eine familienfreundliche Politik ein und lehnt Wirtschaftsflüchtlinge weiter ab

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Horst Hagemeister ist in Börgerende-Rethwisch aufgewachsen. Der Strand ist für den 55-Jährigen Heimat.

Quelle: Anja Levien

Bad Doberan. Börgerende Noch 19 Tage bis zur Landtagswahl. Im Wahlkreis 11 (Bad Doberan, Kröpelin, Kühlungsborn, Neubukow, Gemeinde Satow, Amt Bad Doberan-Land, Amt Neubukow-Salzhaff) werben am Sonntag, 4. September, acht Direktkandidaten um die Stimmen der Bürger für den Einzug in den Schweriner Landtag. Wir stellen sie vor. Heute: Horst Hagemeister (parteiloser Einzelkandidat).

Zur Person

Horst Hagemeister ist seit 1994 in der Kommunalpolitik engagiert und seit zwei Jahren Bürgermeister der Gemeinde Börgerende-Rethwisch. Der 55 Jahre alte Handwerksmeister und Vater eines Kindes ist in Rethwisch aufgewachsen und spielt Eishockey im Rostocker Eishockey Club (REC), in dem er auch Mitglied ist.

Warum haben Sie den Deich beziehungsweise Strand in Börgerende als Interviewort gewählt und nicht den Leuchtturm Bastorf, wie er auf Ihren Wahlplakaten zu sehen ist?

Hagemeister: Ich bin hier aus Börgerende-Rethwisch, ich war immer hier, das ist meine Heimat, genauso wie es der Leuchtturm Bastorf auch ist oder das Doberaner Münster. Beides sind Wahrzeichen für den Wahlkreis, genauso wie der Molli. Aber, wenn ich die Ostsee rauschen höre und sie sehe – einen besseren Ort gibt es nicht. In der Schulzeit waren wir nur am Strand in Börgerende, hier habe ich meine ganze Jugend verbracht.

Sie sind letztes Jahr aus der CDU ausgetreten, werben jetzt als parteiloser Einzelkandidat um Wählerstimmen. Kann man als Einzelkämpfer etwas im Landtag bewirken?

Hagemeister: Ja. Ich bin ausgetreten, weil ich mit den ganzen Geschehnissen und den Entscheidungen, die die CDU trifft und getroffen hat, nicht einverstanden bin. Ich werde auch in keine andere Partei eintreten. Als parteiloser Einzelkandidat habe ich keinen Fraktionszwang. Ich kann für die Bürger entscheiden. Als jahrelanger Kommunalpolitiker weiß ich, was die Bürger bedrückt und welche Probleme es gibt, und die möchte ich vorbringen. Sicherlich wird es schwer, als Einzelkandidat reinzukommen, aber dann kann man immer was bewirken. Es gibt Rederecht und ich habe eine Stimme.

Sie sind im vergangenen Jahr wegen Ihrer Aussage kritisiert worden, keine Flüchtlinge in der Gemeinde Börgerende-Rethwisch aufzunehmen, in der Sie Bürgermeister sind. Ist die Flüchtlingspolitik der Landesregierung der Grund, dass Sie in die Landespolitik wollen?

Hagemeister: Der Grund meines Austritts ist sicherlich die Flüchtlingspolitik. Durch diese hat die CDU die Sicherheit aufs Spiel gesetzt. Das sieht man jetzt, die Leute haben einfach nur Angst, haben Angst zum Beispiel Großveranstaltungen zu besuchen. Das ist keine Heimat, das ist nicht Deutschland. Die Sicherheit ist Grundlage für Demokratie und dafür ist die Politik verantwortlich, und da hat sie versagt. Wenn ich höre, die CDU möchte mehr Polizisten haben – die haben die Stellen doch abgebaut. Ich trage diese Verantwortung nicht, aus diesem Grund bin ich ausgetreten. Da stehe ich heute noch zu. Ich möchte helfen, aber ich möchte keine Wirtschaftsflüchtlinge. Ich helfe, aber man muss unterscheiden, wer wirklich hilfsbedürftig ist.

Dennoch sind jetzt Tausende Flüchtlinge im Land. Wie können diese integriert werden?

Hagemeister: Als erstes muss geklärt werden, sind das wirklich hilfsbedürftige Flüchtlinge. Wenn das so ist, ist die Frage, müssen sie integriert werden oder kann man sagen, sie bleiben solange hier, wie in ihrem Land Krieg ist. Und wenn der vorbei ist, gehen sie zurück und bauen ihr Land auf. Die laufen alle weg, wer soll das Land aufbauen und wer soll sie in Deutschland alle aufnehmen?

Die können kein Deutsch, kein Englisch, sind keine Fachkräfte.

Aber sie können ja Deutsch lernen.

Hagemeister: Die Frage ist das Wollen. Wer hierher kommt, hat sich so zu verhalten, wie es in Deutschland die Regel ist. Für mich ist wichtig, dass die Sicherheit wieder da ist und die wurde für mich aufs Spiel gesetzt. Das ganze Geld, was dafür aufgebracht wird, ist schon der Hammer. Wir müssen über 100 Euro Zuschuss für unsere Kinder abstimmen und hier geht es um Tausende Euro. Das kann nicht sein. Alle Bürger im Land benötigen Geld.

Was ist im Wahlkreis 11 das Thema Nummer Eins?

Hagemeister: Grundlage ist die Sicherheit, um Demokratie durchzusetzen. Thema Nummer Eins ist für mich die Wirtschaft. Wenn die floriert, kann man den Kindern und Jugendlichen etwas bieten. Sie sind das Fundament für die Zukunft. Ich brauche eine familienfreundliche Politik. Dafür setze ich mich ein.

Was wollen Sie da konkret tun?

Hagemeister: Ich möchte, dass die Kita-Gebühren, also die Elternbeiträge komplett gestrichen und von Bund und Land getragen werden. Dann ist ein Anreiz da, dass junge Eltern hier bleiben. Auch mit den befristeten Arbeitsverträgen muss Schluss sein. Das ist keine Basis, um eine Familie zu gründen. Auch die Berufsbilder müssen gestärkt werden. Das hilft unserem Mittelstand.

Wie kann man Berufe stärken?

Hagemeister: Unser wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Da muss man die Infrastruktur stärken, Reitwege und Radwege ausbauen. Wir brauchen vernünftige Bahnverbindungen, davon profitieren auch die Pendler. Wichtiger ist aber, dass die jungen Leute in der Heimat bleiben. Dafür müssen wir das Fundament schaffen.

Welche Themen wollen Sie noch angehen, sollten Sie in den Landtag gewählt werden?

Hagemeister: Die Gerichtsreform wurde durchgesetzt. Wir haben Leute in U-Haft, aber nicht ausreichend Richter, um die Fälle zu bearbeiten. Ich setze mich für mehr Stellen an den Gerichten ein.

Bei der Bildungspolitik muss sich etwas ändern. Wir brauchen eine einheitliche Schulpolitik in ganz Deutschland.

Aber das ist doch eher Bundesaufgabe?

Hagemeister: Ja, das mag sein, aber das Land muss die Vorschläge machen.

Seit wann sind Sie in der Politik und warum?

Hagemeister: Ich bin seit 1994 in der Politik, da habe ich als Einzelkandidat für die Gemeindevertretung kandidiert. Damals war das noch so, dass die Bürgermeister aus der Gemeindevertretung gewählt wurden. Ich hatte die meisten Stimmen und sollte Bürgermeister werden. Das habe ich nicht gemacht, weil ich im Aufbau meiner Firma war und unerfahren. Daher habe ich den stellvertretenden Posten übernommen. Von 2010 bis 2012 war ich kommissarisch Bürgermeister. 2014 habe ich mich zur Wahl gestellt und gewonnen. Ich bin in die Politik gegangen, weil ich nicht einverstanden war, wie alles lief.

Zum Abschluss drei kurze Fragen: Grenzturm besichtigen oder Fahrradtour?

Hagemeister: Fahrradtour.

Tee oder Kaffee?

Hagemeister: Kaffee.

Puzzeln oder Kubb spielen?

Hagemeister: Puzzeln.

43600 Bürger können wählen

237 Wahllokale werden im Wahlkreis 11 am Sonntag, 4. September, eingerichtet. Dann sind 43621 wahlberechtigten Bürger zwischen Kühlungsborn, Neubukow, Satow, Parkentin und Nienhagen aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Acht Direktkandidaten stellen sich im Wahlkreis 11 zur Wahl.

Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen – eine für den Direktkandidaten, die Erststimme, und eine zweite für die Listenwahl. „Direktkandidaten werden von den Wählern mit einfacher Mehrheit direkt für einen Sitz im Landtag gewählt. Die Zweitstimme entscheidet über die Sitzverteilung der Parteien im Landtag und damit, wie viele Abgeordnete über die jeweiligen Landeslisten zusätzlich zu den Wahlkreisgewinnern in den Landtag einziehen“, erläutert Landkreis-Sprecher Michael Fengler. Für die Landtagswahl werden pro Wahlbezirk fünf bis neun Wahlhelfer benötigt, darunter der Wahlvorstand.

Die Wahllokale haben am 4. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wahlbriefe, die die am Wohnsitz zuständige Gemeinde ausgibt, müssen spätestens 18 Uhr am Wahlsonntag bei der auf dem Wahlbrief angegebenen Stelle sein, informiert Michael Fengler weiter. al

Interview von Anja Levien

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