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Großprojekte: Nienhagen setzt auf Dialog

Großprojekte: Nienhagen setzt auf Dialog

Bürgermeister Uwe Kahl wehrt sich gegen Kritik, hinter dem Rücken der Einwohner zu entscheiden

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Ich denke nicht, dass man uns man- gelnde Transparenz unterstellen kann.“Bürgermeister Uwe Kahl (CDU)

Nienhagen Strandverbreiterung inklusive kleinem Bootshafen, Strandversorgung mit öffentlicher Toilette, gemeindliches Entwicklungskonzept – im Ostseebad Nienhagen wird derzeit über mehrere Großvorhaben diskutiert. Dabei fühlen sich die Einwohner nicht immer transparent informiert. Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) nimmt im OZ-Gespräch zu den drängendsten Fragen Stellung.

Sie müssen sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, über die Köpfe der Einwohner hinweg zu entscheiden. So haben Sie den Antrag auf Fördermittel für die Strandverbreiterung bereits im August im Wirtschaftsministerium eingereicht, obwohl darüber erst in der Gemeinderatssitzung am 22. September abgestimmt wurde . . .

Kahl: Nachdem wir im Vorfeld bereits positive Signale aus dem Ministerium bekommen hatten, wollte ich den Antrag auf Fördermittel noch vor den Landtagswahlen im September einreichen – man weiß ja nie, wie sich die personellen Konstellationen nach der Wahl verändern. Es ging mir nicht darum, irgend etwas hinter dem Rücken der Bevölkerung zu machen.

Können denn die Einwohner noch Einfluss auf das geplante Großprojekt nehmen?

Kahl: Die Gemeinde ist weiterhin bemüht, die Leute umfassend zu informieren. Deshalb wird es im November eine öffentliche Veranstaltung geben, auf der wir gemeinsam mit drei Gutachtern alle Fragen beantworten wollen.

Warum so spät?

Kahl: Der September ist noch ein Urlaubsmonat – da ist es schwierig, alle Beteiligten unter einen Hut zu bekommen. Ende Oktober wollen wir das Projekt in unserer Ortszeitung umfassend vorstellen. Diese Zeitung landet in jedem Briefkasten – dann können sich die Menschen in Ruhe mit dem Thema beschäftigen und wissen, wovon wir sprechen. Darüber hinaus werden wir die drei Gutachten auf unsere Internetseite stellen – ich denke nicht, dass man uns mangelnde Transparenz unterstellen kann.

Womit beschäftigen sich diese Gutachten genau?

Kahl: Zum einen wird die vorhandene Flora und Fauna genau untersucht, in einem zweiten Papier geht es um die Strömungsverhältnisse, den sogenannten Sedimenttransport, und schließlich muss auch der Nachweis der Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens erbracht werden.

Auch bei einem zweiten Bauvorhaben sind die Wellen in der Vergangenheit hoch geschlagen – wie sieht es aktuell mit einer neuen Strandversorgung und öffentlicher Toilette aus?

Kahl: Da stehen wir kurz vor dem Notarvertrag. Die Gemeinde plant ja, das Grundstück an der Promenade mit der Strandkorbgenossenschaft zu tauschen. Diese erhält dann ein etwa 6000 Quadratmeter großes Areal zwischen der Feuerwehr und dem Schulweg. Das ist soweit von beiden Seiten abgesegnet – jetzt müssen noch letzte rechtliche Fragen für das Grundstück geklärt werden, auf dem aktuell das Toilettenhäuschen steht. Die Gemeinde möchte hier einen Erbbaurechtsvertrag abschließen.

Sind im Ostseebad weitere Baumaßnahmen geplant?

Kahl: In der Kita „Waldgeister“ müssen wir den Schallschutz verbessern. Messungen haben ergeben, dass hier die Nachhallzeiten deutlich überschritten werden. Die Gemeindevertretung hat jetzt eine Kröpeliner Firma mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt. Die Umbauten gehen im November los.

Stichwort Entwicklungskonzept – im März wurden erste Ideen öffentlich vorgestellt. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Kahl: Es hat gerade eine weitere Sitzung der Arbeitsgruppe gegeben. Ziel ist nach wie vor, das Projekt am Ende des Jahres so gut wie abzuschließen. Dabei brennt uns gerade ein Punkt besonders unter den Nägeln . . .

Nämlich?

Kahl: Nach einem Entwurf des Amtes für Raumordnung und Landesplanung in Rostock darf Nienhagen im Rahmen des sogenannten Stadt-Umland-Raum-Programms lediglich um drei Prozent wachsen. Heißt im Klartext: bis zum Jahr 2020 um etwa zwölf Wohneinheiten. Das ist völlig unrealistisch. Es gibt in unserem Ostseebad einen großen Bedarf an Wohnraum. Und zwar von Nienhägern selbst, aber auch von überregionalen Interessenten. Einen möglicherweise von Rostock befürchteten Zuzug aus der Hansestadt sehe ich nicht. In Kürze wird es dazu einen gemeinsamen Termin mit Oberbürgermeister Roland Methling geben – ich hoffe, dass wir uns da annähern können.

Interview von Lennart Plottke

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