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Jung und Alt setzen sich für Festivals ein

Bad Doberan Jung und Alt setzen sich für Festivals ein

Nach Beschwerden: Ein mobiler Gutachter soll künftig den Lärm bei Veranstaltungen messen

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2500 Gäste tanzten dieses Jahr im Juni beim Red Sun-Festival an einem Abend auf dem Rennbahngelände.

Quelle: Jens Wagner

Bad Doberan. Ob Elektromusik auf der Rennbahn oder rockiger Sound über dem Geläuf – die Festivals auf der Rennbahn zwischen Bad Doberan und Heiligendamm sollen auch künftig stattfinden. Damit die Veranstalter für Zappanale, Red Sun-Festival und Bubble Beat mehr Planungssicherheit erhalten, sollen verbindliche Regeln und Abläufe festgeschrieben werden, darunter die Zeiten und wann der Lärmpegel gemessen wird. Darüber wurde am Dienstagabend im gemeinsamen Ausschuss von Wirtschaft und Tourismus sowie Bildung, Soziales, Kultur, Sport, Jugend und Senioren diskutiert. An die 80 Gäste nahmen an der Sitzung teil.

OZ-Bild

Nach Beschwerden: Ein mobiler Gutachter soll künftig den Lärm bei Veranstaltungen messen

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Ausgelöst hatte die Sondersitzung die Absage des Bubble Beat-Festivals von Sebastian Thielk, der ebenfalls Veranstalter des Red Sun-Festivals ist. Die Stadt hatte die Auflagen erhöht, nachdem es unter anderem Beschwerden wegen Lärm durch das Red Sun-Festival gegeben hatte. Bastian Thielk hätte die Musik beim Bubble Beat um 1 Uhr abschalten müssen – für den Shark-Club-Besitzer wirtschaftlich nicht rentabel (die OZ berichtete).

„Bad Doberan wirbt für Gäste. Ich kann es nicht verstehen, dass solche Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Wo soll das hinführen?“, macht Doris Wellsandt ihrem Unmut Luft. „Doberan ist eine tolle Stadt, aber 18 Uhr sind die Bürgersteige hochgeklappt.“ Beifall von den Gästen. „Das ist traurig. Früher war Tanz, jetzt wird es immer ruhiger“, erzählt die 75-Jährige. „Es ist traurig, dass wir uns von einigen erpressen lassen.“

Mit ihrer Meinung steht die Doberanerin nicht alleine da. Auf den Unterschriftenlisten, die in der Stadt für den Erhalt der Festivals ausliegen, hätten bereits 650 Befürworter unterschrieben, informiert Jochen Arenz, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus. „Die haben keine rechtliche Grundlage, aber sie geben das Meinungsbild wieder.“

„Die Musik hört man nicht, aber die Bässe wummern“, kritisiert Henk Offereins. Würden die um 23 Uhr zurückgedreht, hätte er nichts gegen die Veranstaltung, so der Doberaner. Ein Mann aus Börgerende berichtet, dass er die Bässe bis 3 Uhr gehört habe. „Das geht gar nicht“, sagt er. Ursula Kühl kann nur mit dem Kopf schütteln. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir früher solche Diskussionen hatten. Wir sind singend über den Kamp gelaufen“, sagt die 88-Jährige. „Jetzt pfeift der Molli schon zu laut. Hier wird nur geschimpft. Ich bin dafür, dass die Jugend ihren Spaß hat. Wir hatten den früher auch.“

„Die Festivals sollten auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt Paulina Buhler. „Wir können froh sein, dass die jemand hier aufzieht“, so die 19-Jährige. „Es passiert nicht genug für die Jugend“, fügt Bruder Clemens Buhler hinzu.

Bastian Thielk schließt nicht aus, dass in Börgerende etwas zu hören war. „Wir hatten Messpunkte, an denen alles okay war. Es gab Beschwerden bei der Polizei, wir haben die Musik dann runtergeregelt“, erzählt der Veranstalter. Die Idee ist jetzt, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, der mobil an allen Punkten messen kann, wo Menschen sich beschweren. „Es ist gut, wenn wir einen beweglichen Messpunkt haben. Ich bin der Letzte, der möchte, dass die Bürger nicht schlafen können“, sagt Thielk.

Hannes Roggelin (UDI) glaubt, dass es keinen Stadtvertreter gibt, der gegen die Festivals ist. Aber: „Es gibt eine Freizeitschutz-Lärmverordnung. Der Bürgermeister kann Ausnahmen genehmigen, wir können ihn aber nicht beauftragen“, kritisiert er die Beschlussvorlage, in der die Empfehlungen für das Durchführen von Open-AirVeranstaltungen festgeschrieben sind. Heißt: Die Genehmigung von Veranstaltungen liege nicht im Aufgabenbereich der Stadtvertreter. Initiator der Vorlage Jochen Arenz hält dagegen. Der Bürgermeister solle sicherstellen, dass die Empfehlungen umgesetzt werden. Er werde ja nicht beauftragt. Die Verwaltung werde sich an den Empfehlungen orientieren, macht Bürgermeister Thorsten Semrau deutlich. Auch Ordnungsamtschef Gehart Kukla begrüßt die Initiative. „Ich finde das sehr hilfreich.“ Die Stadtvertreter beraten im Oktober.

Open Air Events

Zwischen Juni und August sollen von Donnerstag bis Sonntag Festivals stattfinden können, die mindestens 14 Tage auseinander liegen. So lautet die Empfehlung, der die Stadtvertreter in einer Beschlussvorlage noch zustimmen müssen. Für die Rennbahn gilt demnach am Freitag und Sonnabend Musik bis maximal 3 Uhr, Ausschank bis 4 Uhr, am Sonntag bis 22 Uhr. Die Veranstalter werden verpflichtet, Immissionsmessungen durchzuführen. Im Stadtgebiet gilt Musik und Ausschank Freitag und Sonnabend bis 1 , Sonntag bis 22 Uhr.

Anja Levien

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