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Kandidaten entrüstet über beschmierte Wahlplakate

Bad Doberan Kandidaten entrüstet über beschmierte Wahlplakate

Polizei hat bereits 50 Anzeigen und mehr als 300 beschädigte oder geklaute Plakate registriert / Betroffen sind alle Parteien / Unverständnis bei CDU, SPD und AFD

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Die SPD hat das Großplakat bereits ausgetauscht.

Quelle: Katarina Sass

Bad Doberan. Anarchie-Zeichen, politische Parolen und Hitlerbärtchen: Der Vandalismus macht auch nicht an den Wahlplakaten in Doberan Halt. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock, zu dem auch die Münsterstadt gehört, sind über 50 Anzeigen wegen Sachbeschädigung eingegangen. 300 Plakate aller Parteien sind von Sachbeschädigung oder Diebstahl betroffen, teilt die Polizei mit. Die NPD hat bis zum 2. August 258 Graffiti an ihren Aufstellern im Internet angezeigt. Die Wahlkandidaten reagieren entrüstet.

 

OZ-Bild

In diesem Jahr ist es im Vergleich zum letzten Wahlkampf vor fünf Jahren schon extrem.“Stefanie Drese, SPD-Landtagskandidatin

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„Jetzt erst recht!“, schreibt die SPD-Landtagskandidatin Stefanie Drese auf ihrer Homepage. „Von solchem dumpfen Vandalismus lasse ich mich nicht beeindrucken.“ Lange stand das Großplakat am Alexandrinenplatz beschmiert und unkenntlich gemacht. Seit Donnerstag ist es ausgetauscht. „Im Druck kostet so ein Plakat 300 Euro“, sagt sie und ärgert sich maßlos über die Graffiti. Jede Beschädigung bringe sie rigoros zur Anzeige. Reserveplakate würden zwar gedruckt, jedoch seien diese auch dafür gedacht, sie auszutauschen, wenn Wind und Wetter sie beschädigen.

Drei von zehn beschmierten Großplakaten hat Stephan Krauleidis von der CDU bis Donnerstag registriert. „Wir haben zehn Stück insgesamt aufgestellt und fünf in der Reserve“, sagt Krauleidis und reagiert mit Unverständnis. „Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun.“ Er glaubt nicht, dass die Täter politisch motiviert sind – trotz typischer Symbole und Zeichen. Auch das Großplakat an der Jet-Tankstelle in Bad Doberan muss er austauschen. „Ich melde jede Sachbeschädigung beim Kreisverband“, sagt er. Der wiederum geht damit zur Polizei. Eines wundert ihn dennoch: „Die Plakate der Grünen und der Linken sind nicht betroffen.“

Die meisten Anzeigen gehen nach Aussagen von Sophie Pawelke, Sprecherin im Polizeipräsidium Rostock, aber auf die AfD und die NPD zurück. AfD-Kandidat Steffen Reinicke findet es „schon extrem“, was hier passiert. Das einzige Großplakat der AfD sei bereits nach zwei Tagen zerstört worden. Natürlich sei die Partei darauf vorbereitet gewesen, dass ihre Wahlwerbung im Vergleich zu anderen Parteien vermehrt Angriffen ausgesetzt würde. „Sogar meine kleinen Plakate sind abgerissen, besprüht und zerstört worden“, sagt Reinicke. Diese wolle er zwar austauschen, aber nicht eins zu eins. „Wichtig ist mir, dass die Menschen unsere Botschaft im Kopf haben und wissen, dass ich ihr Kandidat bin.“ Anzeige würde er nicht erstatten, sagt aber auch: „Wir stellen uns den Angriffen.“

Die Polizei kann erste Erfolge bei der Verfolgung der Straftaten verbuchen und teilt mit, dass sie 24 Tatverdächtige ermittelt hat. Deren Motive seien unterschiedlich: „So konnten teilweise 15-jährige Jugendliche, aber auch polizeibekannte Tatverdächtige gestellt werden.“ Zudem werde einigen auch Diebstahl oder das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen, so Polizeisprecherin Sophie Pawelke.

Katarina Sass

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