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Kleines Gutshaus – großes Problem

Reddelich Kleines Gutshaus – großes Problem

Gemeinde Reddelich soll auf öffentliche Nutzung des Gutsparks verzichten – will dafür aber eine Kompensation

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Unbewohnt, verfallen, aber idyllisch gelegen: Für das Gutshaus-Grundstück in Brodhagen gibt es einen Kaufinteressenten.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Reddelich. Die zukünftige Entwicklung des kleinen Gutshauses im Ortsteil Brodhagen und der Neubau eines Gemeindehauses in Reddelich – darüber beriet der Bauausschuss der Gemeinde am Montagabend. Mit der Diskussion zum Gutshaus begann die Sitzung – und hier wurde es kontrovers und kompliziert.

 

OZ-Bild

Das alte Gemeindehaus soll abgerissen werden. Hier soll ein neues, vielseitig nutzbares Gebäude entstehen.

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Um diese kleine Grünfläche geht es bei der so genannten Grunddienstbarkeit. Der „Park“ darf zurzeit auch öffentlich genutzt werden.

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Das alte Gemeindehaus soll abgerissen werden. Hier soll ein neues, vielseitig nutzbares Gebäude entstehen.

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Die Dienstbarkeit ohne Gegenwert aufzulösen, hilft nur dem Besitzer.“Bernd Thielke, Bauausschuss

2002 hatte die Gemeinde das Haus an den jetzigen Besitzer Jürgen Schünemann verkauft. Mit einer so genannten Grunddienstbarkeit im Verkaufsvertrag. Dabei handelt es sich um das Recht der Gemeinde, einen kleinen Teil des Grundstücks – den Gutspark – der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Das Teilstück liegt an der Straße und darf nicht eingezäunt werden. Der Zutritt Dritter muss uneingeschränkt gewährt werden. Bisher wurde das Recht durch die Gemeinde oder Einwohner nicht in Anspruch genommen, gab der Vorsitzende des Bauausschusses, Thoralf Schultz, bekannt. Das läge jedoch auch daran, dass aufgrund mangelnder Pflege das Grundstück dort nicht zugänglich sei und es keinen Hinweis auf öffentliche Nutzung gebe.

Schünemann möchte das Haus nun seinerseits verkaufen und bittet die Gemeinde, das Grundstück von dieser Dienstbarkeit – der teilweisen öffentlichen Nutzung – zu entbinden. Der potenzielle Käufer hätte dann mehr Freiraum, sein eigenes Gestaltungskonzept für Haus und Grundstück umzusetzen, heißt es.

Bauausschuss-Mitglied Bernd Thielke verwies darauf, dass eine solche Entscheidung nur dem Besitzer Nutzen brächte, die Gemeinde ginge leer aus. Außerdem könnte es geschehen, dass dann auch dieses Stück Land bebaut werde und somit noch weniger naturnahe Flächen im Ort vorhanden seien. „Ein Wert, der nicht zu bezahlen sei", so Thielke. Bürgermeister Ulf Lübs bat darum, eine einvernehmliche Lösung zu finden und dem Kauf-Interessenten zu vertrauen.

Das ist der Instrumentenbauer Stephan von Baehr aus Paris. Er möchte Haus und Land – das Grundstück wird auf insgesamt 5000 bis 6000 Quadratmeter geschätzt – erwerben und dort mit seiner Lebensgefährtin, einer Pferdezüchterin, wohnen. Geplant ist, das alte Gutshaus abzureißen und an der Stelle ein Wohnhaus im Landhausstil mit einer Werkstatt für sein Gewerbe einzurichten. Der derzeitige Eigentümer Jürgen Schünemann lebt im Ruhrgebiet und will seit zehn Jahren verkaufen. Das Gutshaus gehört zu den ältesten Häusern der Gemeinde. 1998 verkaufte das Land das Gutshaus an die Gemeinde.

Nach langen Überlegungen entschied der Bauausschuss, die Sache weiter zu diskutieren. In einer kommenden Sitzung. Denn einen Gegenwert wolle die Gemeinde schon haben, wenn sie auf die teilweise öffentliche Nutzung des Gutshaus-Grundstücks verzichte.

Beim Neubau des Gemeindehauses ging die Beratung sehr viel schneller voran. Die Sanierung des alten Gebäudes wäre unverhältnismäßig teuer. Geplant ist der Neubau eines eingeschossigen Zweckbaus mit großem Saal, Beratungsraum, Sanitärbereich und Nebenräumen. Die Nutzungsfläche würde um die 125 Quadratmeter betragen. Die Gemeinde beabsichtige, Fördermittel zu beantragen, wie Ulf Lübs wissen ließ.

Abgestimmt wurde über die Vergabe von Planungsleistungen in der Leistungsphase eins bis vier. Mit einem Angebot für die Tragwerksplanung lag das Ingenieurbüro Schlese aus Glashagen mit 5128 Euro am günstigsten. Weitere Planungsleistungen gingen an das Ingenieurbüro Baltzer aus Bad Doberan, das mit 5663 Euro das beste Angebot abgab. Die Baugrunduntersuchung (982 Euro) gewann das Ingenieurbüro Iburo aus Rostock.

Sabine Hügelland

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