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Mehr Wohnraum: Rostock fordert Geld

Nienhagen Mehr Wohnraum: Rostock fordert Geld

Für neue Wohngebiete in Nienhagen und Bargeshagen will Hansestadt Ausgleichszahlungen / Bürgermeister verhandeln

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Das Gebiet hinter der Fischräucherei in Nienhagen: Schon bald soll hier ein neues Wohngebiet entstehen.

Quelle: Lennart Plottke

Nienhagen. Das Ostseebad Nienhagen will weiter wachsen – und der Bedarf nach neuem Wohnraum ist groß. „Wir wollen bezahlbare Unterkünfte für unsere Einwohner schaffen“, sagt Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). „Unser Ort soll für junge Familien attraktiv bleiben.“

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Für neue Wohngebiete in Nienhagen und Bargeshagen will Hansestadt Ausgleichszahlungen / Bürgermeister verhandeln

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Das Problem: Nach einem Entwurf des Amtes für Raumordnung und Landesplanung in Rostock darf Nienhagen im Rahmen des sogenannten Stadt-Umland-Raum-Programms (SUR) lediglich um drei Prozent wachsen.

„Die Vorgaben sind völlig unrealistisch“, sagt Kahl. „Deshalb müssen wir jetzt mit Rostock nach möglichen Lösungen suchen.“ Denn die Hansestadt habe mit Blick auf Bautätigkeiten von Nachbargemeinden in bestimmten Fällen ein Veto-Recht, stellt Nienhagens Bürgermeister klar.

„Wenn wir Wachstum ermöglichen, darf das nicht zu Lasten der Hansestadt Rostock gehen“, macht Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) deutlich. Es habe in MV in den vergangenen 25 Jahren so gut wie keine Eingemeindungen gegeben: „Ganz im Gegensatz zu anderen Ländern.“

Man werde von außen als Region wahrgenommen – „und die Hansestadt Rostock entfaltet zweifellos Magnetwirkung“, meint Methling. Deshalb sei man auf der Suche nach Modellen, die eine angemessene Beteiligung der Umlandgemeinden an der Finanzierung der für die Region vorgehaltenen Infrastruktur ermöglichen – „dazu bin ich mit zahlreichen Bürgermeistern im Gespräch“. Leider habe es die Landesregierung bisher nicht geschafft, angemessene Lösungen für die Regelung der Finanzbeziehungen in Stadt-Umland-Räumen zu finden, bedauert Methling: „Aus diesem Grund müssen wir nun vor Ort Lösungen erarbeiten.“

Sieht auch Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl so – denn mit einem geplanten Wohngebiet in der Nähe der Fischräucherei, weiteren vorgesehenen neun Grundstücken An den Weiden sowie der Umwandlung von 30 Feriendomizilen in Dauerwohnungen im Gebiet Am Ehbrauk würden die drei Prozent Wachstum locker überschritten.

Dennoch: „Das sollte rechtssicher sein – bei allen Zugeständnissen müssen wir aufpassen, dass uns die Kommunalaufsicht unsere Vorschläge nicht um die Ohren haut.“ Für Rostock jedenfalls stehe eines fest, so Roland Methling: „Einwohnerzuwachs im Stadt-Umland-Raum muss durch Ausgleichszahlungen an das Oberzentrum kompensiert werden.“ Denn bislang trage die Hansestadt für die Region Rostock mit ihren rund 420000 Einwohnern ganz allein die Kosten für Zoo, Stadthalle, Theater, Kunsthalle, Museen und andere öffentliche Einrichtungen: „Hier geht es jährlich um einen erheblichen zweistelligen Millionenbetrag.“

Mit Blick auf das Landesraumentwicklungsprogramm besteht also ganz offenbar Rede- und auch Verhandlungsbedarf. Deshalb treffen sich Bürgermeister der Umlandgemeinden am 5. Dezember zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde, um hier einen Gegenentwurf zu erarbeiten. Mit am Tisch wird dann auch Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP) sitzen. „Unsere Gemeinde hat eine eigene Stellungnahme erarbeitet – denn das aktuelle Programm geht nach unserer Auffassung an der Realität vorbei“, sagt Catalán. „Drei Prozent Wachstum würden umgerechnet 17 neue Wohneinheiten bedeuten – allein die Feuerwehr braucht aber, um ihre Mitglieder zu halten, schon 20 Wohnungen.“

Man wolle keine riesigen neuen Wohngebiete erschließen, stellt Catalán klar: „Einfamilienhäuser gibt es genug – aber uns fehlt der Hochbau.“ Deshalb müssten dringend die Satzung für den Innenbereich überarbeitet werden: „Man sollte eine Gemeinde, die sich so gut entwickelt, nicht ausbremsen.“

21 Umlandgemeinden

420 000Einwohner leben etwa aktuell in der Region Rostock.

Mit dem Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) MV wurden landesweit sechs Stadt-Umland-Räume festgelegt. Die Kerne der Stadt-Umland- Räume bilden die Regiopole Rostock, die Oberzentren Schwerin und Neubrandenburg, die Oberzentren mit Teilfunktionen Stralsund und Greifswald sowie das Mittelzentrum Wismar.

Derzeit wird der Stadt-Umland-Raum Rostock aus 21 Umlandgemeinden sowie der Hansestadt Rostock gebildet.

Lennart Plottke

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