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Neue Tribüne für Sportplatz: Bürger fürchten mehr Lärm

Bad Doberan Neue Tribüne für Sportplatz: Bürger fürchten mehr Lärm

Anwohner fordern Stadt zum Handeln auf / Parkdeck weiter kontrolliert

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Punktspiele und Training: Für die Zuschauer möchte der Doberaner Fußballclub eine Tribüne bauen.

Quelle: Foto: Rolf Barkhorn

Bad Doberan. Feste auf der Rennbahn, Spielbetrieb auf dem Sportplatz, Partylärm vom Parkdeck und Veranstaltungen auf dem Kamp: Dr. Heidrun Köpke, Henk Offereins und Harry Klink haben genug. Zusammen mit 22 weiteren Mitgliedern des Aktionsbündnisses gegen Lärm in der Stadt machen sie seit 2015 auf die Dauerbeschallung aufmerksam. Mit der geplanten Änderung des Bebauungsplanes 8, der den Sportplatz am Busbahnhof mit umfasst, fürchten sie noch mehr Lärm. Denn hier soll ein Multifunktionsgebäude sowie eine Tribüne gebaut werden.

„Der Platz ist für den Schulsport und zum Üben für Vereine“, sagt Harry Klink deutlich. So stehe es im Bebauungsplan. Doch der Doberaner Fußball Club, der den Platz gepachtet hat, nutze ihn auch für den Spielbetrieb. Lärm von Fantröten, -trommeln, Musik inbegriffen. Das fange am Freitagabend an und gehe bis Sonntag. Jetzt soll der Bebauungsplan geändert werden. Ein Multifunktionsgebäude mit Umkleiden, Duschen und Lagerraum sowie eine Tribüne sollen vor der Skateranlage entstehen. Für das Aktionsbündnis unverständlich, denn auf dem Sportplatz auf dem Buchenberg sei Spielbetrieb möglich, hier stehe bereits ein Vereinsgebäude. „In der Innenstadt wird immer mehr verdichtet. Für den Schulsport gibt es nicht ausreichend Flächen. 1600 Schüler teilen sich einen Rasen“, so Klink. Die Planung der Mehrzweckgebäudes und der Tribüne bezeichnet er als Gefälligkeitsplanung, die juristisch keinen Bestand habe. „Die einzige Begründung ist, dass der DFC Bedarf angemeldet hat“, sagt Klink.

Henk Offereins ergänzt: „Was wird gebaut, wie viele Plätze wird die Tribüne haben? Das wissen wir nicht.“

„Der Platz ist ein Schul- und Vereinssportplatz, logisch, dass da auch Punktspiele stattfinden“, sagt Norbert Sass, amtierender Bürgermeister. „Das ist kein Verstoß gegen den B-Plan.“ Das hier etwas illegal passieren würde, sei falsch. Für den Platz gebe es ein Lärmschutzgutachten, welches eingehalten werden müsse. Die geplanten Bauwerke würden nicht zu mehr Lärm führen. „Durch die Tribüne kommen nicht mehr Leute. Da sind die da, die jetzt auch schon zu den Punktspielen kommen.“

Der Lärm vom Sportplatz sei das eine, so die Anwohner. Doch auch die Freizeitlärmrichtlinie für Mecklenburg-Vorpommern werde nicht eingehalten. „Wir haben nichts gegen Veranstaltungen, aber nicht den ganzen Sommer. Wir haben zum Teil drei Beschallungen gleichzeitig“, sagt Dr. Heidrun Köpke. Das mache vor allem auch die Technik möglich. Beispiel Kurkonzert sonntags auf dem Kamp in der Innenstadt:

„Die Kurkonzerte sind für Menschen, die vor der Bühne sitzen, nicht für die Stadt“, sagt Heidrun Köpke. Durch die Nutzung von Verstärkern könne aber jeder mithören.

Die Freizeitlärmrichtlinie lege fest, wie viele Veranstaltungen stattfinden dürfen: „Nicht häufiger als an zehn Tagen oder Nächten im Jahr“, sagt Heidrun Köpke. Doberan überschreite diese Anzahl.

„Das ist eine Duldung von Ordnungswidrigkeiten“, ergänzt Harry Klink. „Wir rennen bei der Stadt gegen Wände. Sie nimmt die Belange der Bürger nicht ernst, unterstützt Lobbyisten.“

Dass Bad Doberan eine Begrenzung von Veranstaltungstagen überschreite, könne er pauschal nicht sagen, so Ordnungsamtsleiter Gehart Kukla. Es gebe zeitliche Begrenzungen für die Beschallung am Tag.

Veranstaltungen wie die Renntage oder die Schwanenrallye zählten nicht zu den Events, die in die Nacht hineinreichen.

Weiterer Lärmfaktor für die Anwohner: das Parkdeck. „Die Skater gehen ins Parkdeck, dann werden Bälle gegen die Metallzäune geschossen“, sagt Harry Klink. „Wenn es regnet, Autotür auf, Musik an“, ergänzt Heidrun Köpke. Mit dem Wachdienst sei es besser geworden, so Henk Offereins. Den hatte die Stadt bis Ende Dezember 2016 täglich dort eingesetzt. Seit das Parkdeck kontrolliert werde, sei eine erhebliche Verbesserung eingetreten, sagt auch Norbert Sass. Die Kontrollen fänden jetzt nicht mehr jeden Tag statt, aber immer noch punktuell. „Der Effekt hält weiterhin an.“

Anja Levien

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