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Nienhagen 2030: Einwohner gestalten mit

Nienhagen Nienhagen 2030: Einwohner gestalten mit

In Workshops und insgesamt neun Themengruppen soll bis zum Jahresende ein Zukunftskonzept erstellt werden

Nienhagen. Aufgeregtes Stimmengewirr im Nienhäger Freizeitzentrum. Zettel wandern von Hand zu Hand. Hier diskutiert Gemeindevertreter Wolfgang Lange (BIG) mit Unternehmer Martin Staemmler, dort spricht das frühere Sozialausschuss-Mitglied Erika Höfer mit dem jetzigen Vorsitzenden Peter Zemelka (CDU). Eben ist sie zu Ende gegangen — die zweite Bürgerversammlung zur künftigen Entwicklung des Ostseebades Nienhagen.

Und an allen Ecken ist die Begeisterung der Einwohner spürbar: Darüber, dass es die Gemeinde mit ihrem ehrgeizigen Vorhaben offenbar ernst meint. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt denn auch Peter Zemelka. „Anfang Februar hat sich eine Arbeitsgruppe mit neun Mitgliedern gebildet, die in den kommenden Monaten konkrete Themenbereiche strukturiert abarbeiten wird.“

Ziel sei ein fundiertes, langfristiges und vor allem abgestimmtes Konzept als Basis für weitere Pläne der Gemeinde sowie kurz- und mittelfristige Projekte, erklärt AG-Leiter Wolfgang Lange: „Und daran sollen die Bürger gern aktiv mitarbeiten.“ Grundsätzlich gehe es um drei Kernfragen, so Lange: „Wo steht unsere Gemeinde heute, wie hat sie sich entwickelt und wodurch ist sie charakterisiert?

Wie soll sie in 15 bis 20 Jahren aussehen? Was müssen wir tun, um diese Ziele zu erreichen?“

Das Ostseebad habe sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt, meint Lange: „Seit 1990 hat Nienhagen einen großen Sprung gemacht — fünf Bebauungspläne wurden aufgestellt und umgesetzt, und die Bevölkerungszahl hat sich mehr als verdreifacht.“

So hätten vor 26 Jahren noch 677 Menschen in der Gemeinde gelebt, erklärt Karl-Heinz-Breitzmann, früherer Chef des Rostocker Ostsee-Instituts für Marketing, Verkehr und Touristik und jetzt ebenfalls in der Arbeitsgruppe aktiv. „Heute zählt unser Ort 2047 Einwohner — da kann man schon etwas überspitzt die Frage stellen, ob hier in 20 Jahren 4000 Leute leben sollen.“

Dies sei nur einer von vielen Punkten, die es nun gründlich zu beleuchten gelte, so Breitzmann. Dabei setzen die meisten Nienhäger offenbar auf einen „sanften Tourismus“: „Die Natur, das Grün ist das Herz eines jeden Seebades“, sagt etwa Bernd Krüger, Vorsitzender in der Kleingartenanlage „Gespensterwald“. „Das muss in jedem Fall erhalten bleiben.“

Allgemeiner Tenor: Das Ostseebad müsse sich auf seine Stärken besinnen: auf seinen Strand, den Gespensterwald und einen Mix aus historischem und modernen Wohnen — fernab von großen Freizeitzentren oder Gewerbegebieten. In diesem Zusammenhang vor allem im Fokus: die Bereiche Tourismus und Verkehr. „Stichworte sind hier die Promenade, der Radweg im Gespensterwald oder die Situation in der Strandstraße zur Hauptsaison“, erklärt AG-Mitglied Siegfried Bonin. „Da hoffen wir auf viele Verbesserungs-Vorschläge.“

Darüber hinaus müsse der Ort auch der Bevölkerungsentwicklung Rechnung tragen, meint Peter Zemelka. Denn knapp 25 Prozent der Nienhäger seien älter als 65 Jahre, sagt Erika Höfer, in der Arbeitsgruppe für den Punkt „Bevölkerungsentwicklung“ zuständig. „Tendenz steigend.“ Gut 58 Prozent der Einwohner seien zwischen 25 und 65 Jahre alt — diese Gruppe nehme aber immer mehr ab.

Immerhin: „Wir verzeichnen wieder einen leichten Zuwachs von kleinen Kindern und Kindern im Vorschul-Alter“, so Höfer. Hier gelte es, den Balance-Akt zwischen altersgerechten Vorhaben und Angeboten für die Jugend zu meistern, sagt Karl- Heinz-Breitzmann.

Um all diese Themen gebündelt anzugehen, werden im Mai gemeinsame Workshops beginnen, dazu wird auf der Gemeinde-Homepage ein Forum eingerichtet, für September ist eine dritte Bürgerversammlung geplant, auf der ein erster Zwischenstand präsentiert werden soll — und Ende 2016 soll das Konzept stehen.

„Nienhagen hat ein großes Pfund“, meint Peter Zemelka. „Nämlich tolle Einwohner, die sich umfassend einbringen wollen.“ Und genau dazu haben sie in den kommenden Monaten ausgiebig Gelegenheit.

• Infos: www.ostseebad-nienhagen.de

Von Lennart Plottke

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