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Nienhagen: Zoff um neues Löschfahrzeug

Nienhagen Nienhagen: Zoff um neues Löschfahrzeug

Die Gemeinde hatte auf Landesmittel in Höhe von 80 000 Euro gehofft / Amt Doberan-Land wehrt sich gegen Kritik

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Ist seit Dezember 2015 in Nienhagen im Einsatz: das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20.

Quelle: Sabine Hügelland

Nienhagen. Ihr neues Löschgruppenfahrzeug kommt die Gemeinde Nienhagen teuer zu stehen. Satte 287 500 Euro muss das Ostseebad für den modernen Einsatzwagen berappen – unterstützt vom Landkreis Rostock mit immerhin 50000 Euro. Doch eigentlich hatten die Nienhäger mit weiteren 80000 Euro vom Wirtschaftsministerium in Schwerin gerechnet. „Wir hatten schon gehofft, Fördermittel zu bekommen“, ist Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) enttäuscht. „Immerhin haben wir hier eine Stützpunkt-Feuerwehr mit Katastrophenschutz, unsere Mitglieder sind bei Wettbewerben regelmäßig ganz vorn dabei – das sollte doch entsprechend honoriert werden.“

80 000 Euro Mehrkosten

287 500 Euro kostet das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 für die Freiwillige Feuerwehr in Nienhagen.

50 000 Euro kommen dabei als Fördermittel vom Landkreis Rostock.

80 000 Euro – diese Summe hatte das Amt Bad Doberan-Land beim Wirtschaftsministerium in Schwerin beantragt. Doch das Land stellte die avisierten Fördermittel letztlich nicht zur Verfügung.

Zumal das Land Rücklagen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro angehäuft habe, so Kahl: „Dass wir da nicht berücksichtigt werden, ist in meinen Augen ein Unding.“

Dazu habe die Gemeinde einen entscheidenden Fehler gemacht, gibt Kahl zu: „Wir hätten das neue Fahrzeug erst nach einer tatsächlichen Fördermittel-Zusage bestellen sollen.“ Eigentlich hatte die Gemeindevertretung genau diese (Sicherheits-)Bremse in einem früheren Beschluss eingebaut. „Was wir aber nicht wussten“, so Kahl: „Indem wir die Schweriner Firma „Kubus“ im August 2014 mit der Ausschreibung und Begleitung des Verfahrens beauftragt haben, wurde automatisch ein Kauf-Auftrag ausgelöst.“

Besonders ärgerlich: „Aufgrund unseres Stützpunkt-Status’ hatten wir ein kostenfreies Fahrzeug vom Kreis – auch, wenn das schon mehr als 20 Jahre alt war“, erklärt der Bürgermeister und sieht hier auch das Amt Doberan-Land in der Pflicht. „Es gab eigentlich überhaupt keinen Druck, jetzt in Schwerin Fördermittel für ein neues Löschfahrzeug zu beantragen – das ist über unsere Köpfe gelaufen.“

Das Amt habe „ordnungsgemäß und fristgerecht zwei Anträge auf Fördermittel gestellt“, betont Leiter Michael Theis. „Einer ging an den Kreis, der andere an das Land MV.“ Während der Landkreis Rostock 50 000 Euro zur Verfügung stellte, habe sich das Wirtschaftsministerium in Schwerin hingegen offenbar nicht in der Lage gesehen, die avisierten 80 000 Euro aufzubringen. Aus Theis’ Sicht ein nicht ungewöhnlicher Vorgang: „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Fördermittel.“

Und auch den Vorwurf, dass das Amt nicht auf entsprechende Nachfragen aus der Nienhäger Gemeinde reagiert habe, will Theis so nicht stehen lassen: „Uns wird unterstellt, dass wir nicht miteinander reden – das ist sachlich nicht richtig.“ Denn eigentlich wollte er sich zu dieser Thematik auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung äußern: „Dass diese Sitzung kurzfristig um eine Woche vorverlegt wurde, ist nicht meine Schuld – da war ich leider im Urlaub.“

Dennoch habe er die Zusammenhänge schriftlich in einem Brief erläutert und diesen allen Gemeindevertretern zukommen lassen, macht Theis deutlich: „Große Reaktionen sind daraufhin aber nicht gekommen.“ Sollte es noch Klärungsbedarf geben, sei seine Tür für Gespräche immer offen.

Letztlich „sind die Messen jetzt ohnehin gesungen“, sagt Uwe Kahl. „Die Gemeinde musste in den sauren Apfel beißen und die 80000 Euro mitbezahlen – es blieb uns ja gar nichts anderes übrig.“

Immerhin: Seit Ende vergangenen Jahres ist das neue Löschgruppenfahrzeug da – inklusive neuester Technik. „Wir sind schon stolz darauf, nun so ein modernes Fahrzeug zu besitzen“, so Kahl. „Damit können wir unseren Kameraden auch für ihre ehrenamtlichen Leistungen danken und etwas zurückzugeben.“

Lennart Plottke

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