Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Parkentin: Wirbel um neuen Radweg

Parkentin Parkentin: Wirbel um neuen Radweg

Der Abgeordnete Yann-Christoph Collin sieht die Gemeinde bei einem Grundstückstausch für die neue Trasse benachteiligt – und schaltet die Kommunalaufsicht ein

Voriger Artikel
Parkverbotszone lässt sich kaum durchsetzen
Nächster Artikel
Polizeistation soll wieder sichtbar sein

„„Wir kämpfen seit Jahrzehnten um einen neuen Radweg – und jetzt, wo alles steht, wollen Sie das wieder torpedieren.“Gabriele Kalweit Bürgermeisterin Parkentin

Parkentin. Eigentlich ist alles angerichtet: Die Ausschreibung für den neuen Radweg von Parkentin nach Bartenshagen läuft, ein vorzeitiger Baubeginn ist genehmigt – und auch über den notwendigen Tausch von einigen Grundstücken entlang der Trasse haben sich Gemeinde, aktuelle Eigentümer sowie der Landkreis geeinigt.

OZ-Bild

Der Abgeordnete Yann-Christoph Collin sieht die Gemeinde bei einem Grundstückstausch für die neue Trasse benachteiligt – und schaltet die Kommunalaufsicht ein

Zur Bildergalerie

Doch genau in diesem Punkt sieht Yann-Christoph Collin die Kommune benachteiligt. „Wir verfügen nur begrenzt über Land“, erklärte der Gemeindevertreter auf der Sitzung am Montagabend. „Deshalb sollten wir genau so viel Flächen abgeben, wie wir auch zurückbekommen.“ In einem Fall würde das Tauschgeschäft aber im Verhältnis eins zu zwei abgewickelt, machte Collin deutlich: „Dazu befindet sich das betroffene Grundstück mitten auf dem Feld und ist für uns extrem wertvoll – wir sollten uns jetzt nicht spätere Tauschgeschäfte kaputt machen.“

Diese Auffassung hatte Collin auch auf der Sitzung Mitte September vertreten. Bei der anschließenden Abstimmung über den Grundstückstausch war es innerhalb der Gemeindevertretung zu einem Patt gekommen – der Beschlussvorschlag konnte so also nicht umgesetzt werden. „Das ist eine unsägliche Situation“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Kalweit. „Ich will hier eine klare Regelung haben – deshalb bin ich in Widerspruch gegangen.“ Das aber hätte Kalweit gar nicht gedurft, ist Collin überzeugt: „Durch das Patt gibt es gar keinen Beschluss – und ein Widerspruch gegen einen Beschluss, der nicht getroffen wurde, ist nicht möglich.“

Trasse für mehr Sicherheit und touristische Anbindung

Aussagen, die Gabriele Kalweit auf die Palme brachten. „Wir kämpfen seit Jahrzehnten um einen neuen Radweg“, sagte die Bürgermeisterin. „Und jetzt, wo alles steht, wollen Sie das wieder torpedieren.“ Im Übrigen verschleudere die Gemeinde kein Land, stellte Kalweit klar: „Sie wollen die Grundstücke vermessen lassen – das würde aber extreme Kosten verursachen und steht hier in keinem Verhältnis.“ Auch Gemeindevertreterin Eike Detlefsen wunderte sich über Collins Einlassungen: „Der Radweg ist doch über unsere Grenzen hinaus wichtig – ganz abgesehen davon, dass die Kinder hier künftig viel sicherer unterwegs sind.“ Meinte auch Gabriele Kalweit: „Der Weg bindet das Hinterland an und ist deshalb auch aus touristischer Sicht bedeutsam – das werde ich nicht aufs Spiel setzen.“

Nach schier endlosen Diskussionen kam es schließlich zur erneuten Abstimmung – diesmal ging der Beschlussvorschlag mehrheitlich durch. Aus Sicht von Yann-Christoph Collin ein rechtswidriger Vorgang: „Ich lege hier mein Veto ein und werde das der Kommunalaufsicht melden.“ Denn schließlich lebe er immer noch in einem Rechtsstaat, so der Jurist: „Und da haben wir eine Kommunalverfassung – gegen die ist aber mit dem unzulässigen Widerspruch verstoßen worden.“

Eine Ankündigung, der Michael Theis gelassen entgegensah: „Im September gab es eine Beschlussvorlage, es kam zu einer Abstimmung mit einem Patt“, erklärte der Leiter des Amtes Bad Doberan- Land. „Im Ergebnis waren wir handlungsunfähig, die Bürgermeisterin hatte hier das Wohl der Gemeinde im Blick und konnte deshalb sehr wohl in Widerspruch gehen.“

Letztlich blieb nach der Sitzung am Montagabend mehr als ein fader Beigeschmack. Ein Anwohner fasste das Szenario treffend zusammen: „Das war ja ein einziges Hauen und Stechen!“ Fortsetzung folgt . .

.

20 Jahre Planung

Ein durchgängiger, straßenbegleitender Geh- und Radweg vom Bahnhof in Parkentin über Bartenshagen bis zur B 105 – seit mehr als 20 Jahren soll dieses Vorhaben realisiert werden.

Im Jahr 2013 ist bereits

zwischen dem Parkentiner Bahnhof und dem Ortseingang Bartenshagen ein neuer, 2,50 bis 2,75 Meter breiter Radweg entstanden.

In Zusammenarbeit mit dem Landkreis mussten für die Verlängerung der Trasse Ankäufe entsprechender Grundstücke vorbereitet werden. Mit den betroffenen Bauern wurden Entschädigungen, Flächentausch sowie Ankäufe durch den Landkreis vereinbart.

Lennart Plottke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Barth
Die Sporthalle im Stadtteil Barth-Süd ist 40 Jahre alt.

Abgegebenes Gebot zur Sporthallensanierung verlangt mehr Geld, als die Kommune eingeplant hat

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.