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Satow kippt Entscheidung zum Ausbau von Schotterpisten

Satow Satow kippt Entscheidung zum Ausbau von Schotterpisten

Anlieger des Weges „Hauptstraße Ausbau“ und „Am Kiebitzmoor“ wollen nicht an Gemeinde verkaufen / Grund sind Anliegerbeiträge / Förderbescheide gehen zurück

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Jahrzehntelang hoffen Anwohner der „Hauptstraße Ausbau“ in Satow auf Sanierung. Hier gibt es etliche Schlaglöcher.

Quelle: Katarina Sass

Satow. Große Enttäuschung bei Anwohnern des Weges „Hauptstraße Ausbau“ in Satow. Eigentlich sollte die Schotterpiste schon im nächsten Jahr ausgebaut und saniert werden. Darauf warten Anlieger zum Teil seit 50 Jahren. Doch die Gemeindevertreter mussten das Projekt in der letzten Minute streichen.

Wer zu Ursula Soetebeer in die „Hauptstraße Ausbau“ will, braucht entweder einen Geländewagen oder zumindest ein Auto mit guten Stoßdämpfern. „Der Weg ist eine Katastrophe“, sagt die 76-Jährige. Der Untergrund ist mehrfach ausgebessert worden, die Strecke ist gespickt mit Schlaglöchern. Regelmäßig ist der Bauhof vor Ort und macht die Fläche eben. „Aber sobald die großen Trecker kommen, sind die Löcher wieder da“, sagt sie. Entlang der 720 Meter langen Straße leben Menschen in sieben Haushalten, sagt Ursula Soetebeer. „Seit über 50 Jahren kämpfen wir schon, dass die Straße saniert wird“, betont sie. Und die Gemeinde ist guten Willens, hat endlich eine Fördermittelzusage in Höhe von 300000 Euro bekommen, Eigenmittel in den Haushalt eingestellt. Noch nie sei eine Lösung in so greifbarer Nähe gewesen, sagt Anlieger Rolf Peters, der sich seit 1983 für den Ausbau einsetzt. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung vergangenen Donnerstag dann der Schock. Die Sitzungsvorlage sieht vor, den Ausbau derzeit nicht durchzuführen und die Zuwendungsbescheide für die Fördermittel zurückzugeben. Von dem Aus ist auch der Weg „Am Kiebitzmoor“ in Satow betroffen, der in einem ähnlich schlechten Zustand ist. Die Gemeindevertreter stimmen der Vorlage zu und legen das Projekt ad acta. Nichtsahnend fragten Anwohner am Anfang der Sitzung noch nach, wann denn endlich der Ausbau beginne. Die Befürworter sind auch bereit, ihren Teil der Straße an die Gemeinde zu veräußern, was Voraussetzung wäre.

Knackpunkt sind die Anliegerbeiträge. Bereits um die Jahrtausendwende herum seien Fördermittel im Rahmen des „Ländlichen Wegebaus“ beim damaligen Landkreis beantragt worden, sagt Satows Bauamtsleiter Detlef Brümmer. Damals galt, dass Anlieger keine Beiträge zahlen müssten, da der Weg von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werde. „Aber es gab nie ausreichend Fördermittel“, so Brümmer. Dann kam 2015 doch die Zusage. Aber inzwischen haben sich die Richtlinien geändert, Anlieger müssen an den Kosten beteiligt werden. „Das würden wir auch zahlen, Hauptsache es wird endlich gemacht“, sagt Jutta Peters. Und Ursula Soetebeer ergänzt: „Wir hätten zusammengelegt, da waren wir uns einig.“

Ganz und gar nicht einverstanden ist eine Anliegergemeinschaft, die ihren Teil der Straße nicht an die Gemeinde verkaufen will, wenn sie Anliegerbeiträge zahlen muss. „Das müssen wir so akzeptieren.

Sie wollen partout nicht“, so Brümmer. „Wir sind maßlos enttäuscht“, sagt Jutta Peters. Sehr schade sei es für die jungen Familien, die dort hingezogen seien, sagt ihr Gatte. „Verärgert sind wir alle.“

Die Kommune will nun einen anderen Weg gehen. „Wir werden Anträge für ein Bodenordnungsverfahren stellen“, so Bürgermeister Matthias Drese. Dann gehe es um Bodentausch. Doch das Verfahren dauere sehr lange und Anliegerbeiträge müssten dennoch gezahlt werden – bis jetzt.

Katarina Sass

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