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Was bringt eine gemeinsame Volkshochschule?

Rostock/Güstrow Was bringt eine gemeinsame Volkshochschule?

Synergieeffekte, sagt Gerd Schäde, Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock / Landkreis und Hansestadt winken jedoch ab

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Christiane Strehl unterrichtet an der Rostocker Volkshochschule Englisch für über 50-Jährige im zweiten Semester.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Rostock/Güstrow. Vor knapp zehn Jahren war sie schon einmal in der Diskussion, die Fusion der Volkshochschulen Bad Doberan und der Hansestadt Rostock. In der Zwischenzeit gab es im Zuge der Kreisgebietsreform eine Zusammenlegung der Volkshochschulen Bad Doberan und Güstrow. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Hansestadt ist dabei im Laufe der Zeit mehr oder weniger im Sande verlaufen. Gerd Schäde, Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock, hatte zuletzt wieder eine engere Zusammenarbeit gefordert. „Es gibt viele Verbesserungspotenziale. Eine Fusion böte sich an“, sagte Schäde.

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Synergieeffekte, sagt Gerd Schäde, Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock / Landkreis und Hansestadt winken jedoch ab

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Eine bessere Handhabung des Personalbestands, einfachere Kompensation von Ausfällen, Synergieeffekte in der Verwaltung – es gebe einige Punkte, die für eine Zusammenlegung sprechen. „Für die Bürger im Landkreis wäre zudem der Zugang zu Kursen in der Hansestadt einfacher. Die städtische Volkshochschule hat ein breiteres Spektrum“, so Schäde. Grundsätzlich stehen die Kurse allen Bürgern frei zugänglich zur Verfügung. Doch in erster Linie ist die hansestädtische VHS eben auch für die Rostocker da.

Doch sowohl Landkreis als auch Hansestadt sehen derzeit keinen Bedarf. „Eine Fusion ist aus Sicht des Landkreises Rostock nicht erstrebenswert. Eine weitere Zentralisierung birgt die Gefahr, dass die Nähe zu den Nutzern und die Profile der Volkshochschulstandorte leiden“, sagt Anja Kerl, Dezernentin für Finanzen und Soziales des Landkreises Rostock. Der Regionalstandort in Bad Doberan sei beispielsweise in der Gesundheitsbildung an 20 Orten im Landkreis Rostock aktiv.

Der Regionalstandort Güstrow habe einen Schwerpunkt in der politischen Bildung etabliert. Eine Zusammenarbeit zur Steigerung der Nutzerzahlen und mit ergänzenden Angeboten bestehe bereits. Die Volkshochschulen tauschen sich über ihre Kursangebote aus, vermitteln sich gegenseitig Kurse und Kursleiter, außerdem arbeiten sie bei der Auslastung von IT-Spezialkursen zusammen. Eine gemeinsame Volkshochschule führe jedoch zu weit. „Die unterschiedlichen Profile der Volkshochschulen bereichern die Bildungslandschaft und tragen gemeinsam zur Attraktivität der Regiopolregion Rostock bei“, so Anja Kerl.

Zu viel Aufwand

„Vor einem Jahrzehnt wurde dazu bereits ein intensiver Prüfprozess eingeleitet. Eine Fusion wurde aber schließlich verworfen, weil sie aus Sicht der Hansestadt Rostock kaum Vorteile gebracht hätte.

Und auch heute gibt es kaum Erfolg versprechende Ansatzpunkte dafür“, sagt auch Rostocks Schulsenator Steffen Bockhahn.

Dr. Marion Vogel, Leiterin der Rostocker Volkshochschule, hält eine Fusion ebenfalls nicht für sinnvoll. „Die Volkshochschule Rostock und die Volkshochschulen des Landkreises müssten komplett umstrukturiert werden“, sagt sie. Satzungen müssten angepasst werden, die Entgeltordnung müsste überarbeitet werden. Auch in Sachen IT- oder Mitarbeiter-Struktur oder im Bereich Arbeitsverfahren gebe es große Unterschiede.

„Das kostet enorm viel Zeit und Geld und bringt aus meiner Sicht weder für die Stadt noch für den Landkreis Vorteile, die diesen Aufwand rechtfertigen. In der Regel verschlechtert sich das Angebot für die Bürger durch eine solche Fusion, und die Arbeit wird für die Mitarbeiter sehr viel zeit- und verwaltungsaufwendiger“, so Marion Vogel. Einsparpotenziale würden meist überschätzt. Als Beispiel nennt sie die Zusammenlegung der Volkshochschulen im Landkreis Vorpommern-Rügen (Rügen, Nordvorpommern und Stralsund), die nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hätte. Vogel war bis 2014 Leiterin der Volkshochschule Rügen.

Im Jahre 2007 waren Gespräche zu einer Fusion der Volkshochschulen Bad Doberan und der Hansestadt Rostock bereits weit fortgeschritten. Doch die Pläne scheiterten, unter anderem,weil für den damaligen Landkreis Bad Doberan die Fusion zu teuer geworden wäre.

Robert Niemeyer

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