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„Wir müssen den Tourismus auch ins Hinterland bringen“

„Wir müssen den Tourismus auch ins Hinterland bringen“

Stefanie Drese ist Direktkandidatin im Wahlkreis 11 für die SPD / Die 39-Jährige möchte den wirtschaftlichen Aufschwung nutzen und das Radwegenetz ausbauen

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Stefanie Drese (SPD) hat geholfen, dass die Pfarrscheune in Parkentin Fördermittel bekommt.

Quelle: Anja Levien

Parkentin Die Bürger im Wahlkreis 11 (Bad Doberan, Kröpelin, Kühlungsborn, Neubukow, Gemeinde Satow, Amt Bad Doberan-Land, Amt Neubukow-Salzhaff) sind am Sonntag, 4.

September, zur Wahl des Landtages Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen. Wir stellen bis dahin die acht Direktkandidaten im Wahlkreis vor. Heute: Stefanie Drese (SPD).

Sie sind seit fünf Jahren im Landtag, in dem viel übers Land diskutiert wird. Kann man dort für den Wahlkreis etwas bewirken?

Stefanie Drese: Ja. Wir haben aus 36 Wahlkreisen direkt gewählte Landtagsabgeordnete. Zumindest in Fraktionssitzungen, in Ausschusssitzungen ist man, wenn es um ein spezifisches Thema aus dem Wahlkreis geht, Experte für die Region und auch derjenige, der Themen aus der Region in den Landtag mitnimmt.

Für den Wahlkreis 11 wäre das zum Beispiel das Thema Windkraft, wo Nienhagen gegen Offshore-Anlagen in der Ostsee kämpft und Kühlungsborn es nicht mehr muss?

Drese: Genau. Ich bin ein Freund der Windenergie und der Energiewende, aber diese Spezifik mit der Offshore-Windenergie vor Kühlungsborn, da muss man zwischen touristischer Nutzung und Windenergienutzung abwägen. Das war ein Punkt, bei dem ich mich innerhalb meiner Fraktion für meinen Wahlkreis durchgesetzt habe. Tatsächlich hat es diese Abwägung zugunsten des Tourismus gegeben und vor Kühlungsborn werden keine Windräder errichtet.

Aber Nienhagen ist auch ein touristischer Ort.

Drese: Ja. Aber da sind der Abstand und die Anzahl der Windräder ein anderer. Politik hat auch oft etwas mit Kompromissfindung zu tun.

Man kann was bewirken im Landtag. Deshalb haben Sie als Ort für das Interview die Pfarrscheune in Parkentin ausgesucht. Der Förderverein zur Erhaltung des Kirchenensembles Parkentin saniert diese gerade.

Drese: Das ist hier ein Projekt, auf das ich im Rahmen einer Bürgersprechstunde gestoßen bin. Mich beeindruckt so etwas, dass Leute Ideen haben, diese im Wohnort umsetzen wollen, Initiative zeigen und sich für die finanziellen Rahmenbedingungen an die Politik wenden. So etwas fördere und unterstütze ich gerne.

Sie haben geholfen, dass Fördermittel hierherkommen?

Drese: Genau. Wir haben viele solcher Initiativen, denen man auch im Kleinen helfen kann. Hier handelt es sich um europäische Fördermittel, die über das Land kofinanziert werden müssen. Und da hat der Landtag die Entscheidung zu treffen. Ich habe die Aufgabe, den Kontakt herzustellen, wo es solche Fördertöpfe gibt.

Sie bieten regelmäßig eine Bürgersprechstunde an. Was beschäftigt die Bewohner im Wahlkreis?

Drese: Da sind alle Themen dabei, nicht nur landespolitische, sondern auch Dinge, die den Landkreis, die Gemeinde oder Europa betreffen.

Was ist das Wahlkreisthema Nummer eins für Sie?

Drese: Ich glaube, es gibt ein Landesthema Nummer eins. Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich wirtschaftlich gut. Wir hier in der Gegend erst recht, auch mit dem Tourismus, den wir weiter unterstützen und fördern müssen. Wir können zum Beispiel beim Radtourismus noch nachholen. In der Tourismusbranche haben die Leute gute Arbeitsbedingungen. Jetzt geht es darum, nach der Einführung des Mindestlohns auch Tariflöhne zu sichern. Auch in unserem Wahlkreis müssen die Beschäftigten an dem wirtschaftlichen Aufschwung Mecklenburg-Vorpommerns teilhaben.

Sie sagten, in der Tourismusbranche wurden gute Arbeitsbedingungen geschaffen. Dennoch gibt es hier einen Fachkräftemangel. Wie kann man da gegensteuern.

Drese: Die Unternehmen hier im Wahlkreis haben längst erkannt, dass es über attraktive Arbeitsbedingungen funktioniert, auch junge Leute in den Tourismusbereich zu bekommen, wenn man vernünftige Löhne das ganze Jahr über zahlt, wenn man anbieten kann, dass es Weiterbildung und Ähnliches gibt.

Sie sprachen den Radwegeausbau an. Wir sind schon länger Tourismusland. Warum ist da noch nichts ausreichend passiert?

Drese: Es geht nicht unbedingt um touristischen Radwegeausbau. Wenn ich mir meinen Wahlkreis angucke, dann haben wir Radwege an touristisch attraktiven Stellen. Ich glaube, es geht jetzt eher um Lückenschluss. Wenn ich beispielsweise meine Gemeinde Satow angucke, da fehlt noch ein Radweg, um die Schüler zur Schule zu bringen. Für den Radtourismus müssen wir die Wege erhalten, die da sind.

Sie und die SPD werben mit dem Slogan „Gemeinsam auf Kurs“. Wo steuern Sie hin?

Drese: Gemeinsam auf Kurs – ich finde Mecklenburg-Vorpommern kann sich wirklich sehen lassen, was hier in den vergangenen 25 Jahren passiert, gestaltet worden ist. Wirtschaftlich ging es dem Land noch nie so gut. Wir haben so wenig Arbeitslose wie noch nie und gemeinsam auf Kurs heißt, daraus jetzt etwas zu machen.

Welche Themen wollen Sie angehen?

Drese: Wenn ich mir den Wahlkreis angucke, müssen wir es noch besser schaffen, den Tourismus auch ins Hinterland zu bringen. Wir haben natürlich touristische Highlights an der Küste, da kann ich nicht erkennen, dass wir für die Vor- und Nachsaison noch Angebote schaffen müssen. Die Orte direkt an der Küste sind immer gut besucht, diesen Standard müssen wir erhalten.

Die Küstenorte sind gut besucht. Gibt es irgendwann zu viel Tourismus?

Drese: Ich glaube, wir sind so langsam in dem einen oder anderen Ort an einem Punkt angekommen, an dem man sagt, um die Qualität halten zu können, muss man auch sagen, jetzt bleibt es so.

Kühlungsborn ist so ein Ort. Ich bin da unheimlich gerne, aber manchmal denke ich im Sommer, für meinen Urlaub ist mir das fast schon zu voll.

Tausende Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr zu uns gekommen. Wie kann Integration gelingen?

Drese: Am allerbesten funktioniert Integration, wenn die Leute, die hier ankommen, Arbeit und Wohnraum finden und Anschluss über Vereine und ähnliche Initiativen haben. Das ist keine Frage, die nur die Politik lösen kann, aber ein Punkt ist beispielsweise, dass wir ein Programm für sozialen Wohnungsbau auflegen, bei dem die Förderrichtlinien auch auf Bad Doberan zutreffen.

Zum Ende drei kurze Fragen: Ostrockmuseum oder Sommerrodelbahn?

Drese: Sommerrodelbahn.

Schokolade oder Obst?

Drese: Schokolade.

Buch oder Konzert?

Drese: Buch.

Zur Person

Stefanie Drese sitzt seit fünf Jahren für die SPD im Landtag. Die 39-Jährige ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt in Hanstorf in der Gemeinde Satow. Seit 2003 ist sie Mitglied der SPD, war schon immer politisch interessiert, wie sie sagt. Die Juristin sitzt im Kreistag des Landkreises Rostock, ist unter anderem stellvertretende Vorsitzende im Verein „Tafel Bad Doberan“, Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt, der Volkssolidarität und im Reservistenverband. Sie ist ehrenamtliche Kreisvorsitzende der Kriegsgräberfürsorge und der SPD.

Interview von Anja Levien

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