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Wohnen in der Datsche: Gemeinde in Zugzwang

Elmenhorst/Papendorf Wohnen in der Datsche: Gemeinde in Zugzwang

Besitzer von Wochendhäusern wollen dauerhaftes Wohnrecht

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Auch in den Wochenendsiedlungen der Gemeinde Papendorf nutzen Besitzer ihre Häuser als Dauerwohnsitz.

Quelle: Foto: Doris Kesselring

Elmenhorst/Papendorf. Wohnen auf dem Wochenendgrundstück – das ist ein Problem, das viele Umlandgemeinden beschäftigt. Denn: „Dauerhaftes Wohnen im Wochenendhaus ist nicht gestattet“, wie Michael Fengler, Sprecher des Landkreises, unterstreicht. Dennoch wollen viele Datschenbesitzer ihren Lebensabend in den zu DDR-Zeiten gebauten Wochenendsiedlungen verbringen. Die Grundstücke wurden häufig nach der Wende gekauft. Doch die Gesetzeslage gibt ein dauerhaftes Wohnrecht für diese Häuser nicht her, Behörden stehen in der Pflicht, Baurecht durchzusetzen. Die Gemeinden suchen nun nach Lösungen, um schon geschaffene Tatsachen in den Gebieten zu legalisieren.

 

OZ-Bild

„Wir heilen vorhan- dene Zustände. Es hat zehn Jahre gedauert, in Absprache mit Eigentümern einen B-Plan übers Gebiet zu legen.Horst Harbrecht, Bürgermeister in Elmenhorst

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In Elmenhorst hat die Gemeinde einen Teil eines Bungalow-Komplexes in der Straße „Am Ostseestrand“ überplant. Die Wochenendgrundstücke werden von Wohnhäusern flankiert. Nun sollte das Terrain zu einem geordneten Wohngebiet mit ständigem Wohnrecht entwickelt werden. „Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis wir in Absprache mit den Eigentümern einen Bebauungsplan darüber legen konnten“, sagt Bürgermeister Horst Harbrecht am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung. Auf der Tagesordnung stand die Erweiterung des rechtskräftigen B-Planes um vier Wochenendgrundstücke. Die Nachzügler seien an die Gemeinde herangetreten, hätten dauerhaftes Wohnrecht beantragt und kommen auch für die Planungen auf. „Wir wollen hier vorhandene Zustände heilen“, sagt Harbrecht.

Planerin Ulrike Küster erklärt den 30 Anwesenden, dass es um insgesamt 1300 Quadratmeter Land gehe, für das die öffentliche Erschließung gesichert werden muss. Dafür müssten jedoch Wege und Stellflächen genutzt werden, die sich in Privateigentum befinden. „Dafür ist die Finanzierung aber nicht geklärt“, wirft Ralph Masella ein, der seit 1995 ein Wochenendgrundstück in direkter Nachbarschaft besitzt. „Die Durchfahrt ist stellenweise zwei Meter breit“, sagt Martin Ellenrieder, der seit 2012 ein Haus als Sommerdomizil für die Familie nutzt und wie andere Nachbarn eine öffentliche Erschließung für nicht machbar hält.

„Auf 300 Quadratmetern ein Eigenheim bauen, das geht nur in die Höhe“, kritisiert Norbert Adam aus der Bungalowsiedlung. Er fordert die Gemeinde auf, im Falle eines Baurechts Firsthöhen festzulegen.

„Sonst sitzen wir im Schatten, unsere Wochenendgrundstücke verlieren an Wert“, so Adam. Es gehe um Auswüchse, die sich im B-Plan bereits abzeichneten. „Wir wollen als Wochenendnutzer wissen: Was bringt die Zukunft? Sollen wir aufgeben oder noch investieren?“, erklärt Adam. Ihre Einwände wollen Bungalowbesitzer nun bei der Auslegung des B-Planes im Amt Warnow-West vorbringen. Die Entscheidung liege beim Kreis, reagiert Bürgermeister Harbrecht.

Auch die Gemeinde Papendorf steht vor dem Dilemma. „Wir haben an die 60 Dauerbewohner in den Wochenendsiedlungen“, sagt Bürgermeister Klaus Zeplien. Die Gemeinde dulde dies, habe aber nun eine Veränderungssperre für die Gebiete verhängt. Am Charakter der Wochenendsiedlungen werde sich nichts ändern. „Wir wollen die Tendenz, dass Grundstücksbesitzer hier ihren Dauerwohnsitz einrichten, aufhalten“, so Zeplien. Das will die Gemeinde erreichen, indem die zulässige maximale Größe der Häuser runtergeschraubt wird.

Doris Kesselring

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