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Zu viel Lärm in Doberan: Jetzt soll Constien helfen

Bad Doberan Zu viel Lärm in Doberan: Jetzt soll Constien helfen

Das Aktionsbündnis hat sich in einem offenen Brief an den Landrat gewandt / Landkreis sieht keinen Handlungsbedarf / Ausschüsse der Stadt wollen beraten

Bad Doberan. Der ewig währende Zoff um zu viel Lärm auf dem Doberaner Sportplatz am Busbahnhof sowie dem benachbarten Parkdeck: Eigentlich waren die zerstrittenen Parteien vor knapp drei Wochen einen Schritt aufeinander zugegangen. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Wirtschaft und Tourismus sowie Jugend und Sport hatte man sich darauf geeinigt, mit ein paar Änderungen an der Beschallungsanlage ein wenig Abhilfe zu schaffen. Tenor: Es sei viel gewonnen, wenn Lautsprecher anders gestellt werden oder die Ansage leiser wird (die OZ berichtete).

Doch Mitstreitern im Doberaner „Aktionsbündnis gegen Lärm“ geht dieser Kompromiss offenbar nicht weit genug. In einem offenen Brief an Sebastian Constien (SPD) bitten sie den Landrat jetzt um persönliche Hilfe. In der Begründung heißt es unter anderem: Laut Bau-Unterlagen handele es sich hier um einen Sportlatz für den Schulsport sowie zum Üben für Vereine. Die Anlage sei direkt von Wohngebieten umringt – es gebe keinerlei Lärmschutz.

Das Hauptproblem: Seit drei Jahren finde hier ein Punktspielbetrieb statt – an Sommer-Wochenenden gebe es bis zu sieben Spiele in Folge. Dazu kämen ein Alkoholausschank bis weit nach 20 Uhr, Musik- und Ansagenbeschallung, Fan-Lärm sowie An- und Abfahrt vom daneben liegenden Parkdeck. Hier würde die Stadt bewusst gegen die Genehmigung sowie gegen die B-Pläne anliegender Wohn-Gebiete verstoßen, so der Vorwurf des Bündnisses.

„Wir halten uns an die gesetzlichen Bestimmungen“, entgegnet Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). „Das hat uns auch ein Ende 2014 eigens in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt.“

Allerdings: Das Aktionsbündnis bezeichnet dieses Papier als „Alibi- und Auftragsgutachten für die Fußballer“, das deutlich gegen die Bestimmungen zum Bundesimmissionsschutzgesetz verstoße und die Baugenehmigungen sowie den Schulsport völlig ausklammere.

Mit Blick auf das ebenfalls kritisierte Sportfest hatte schon Doris Meisner vom TÜV Nord angemerkt: „Das Fest ist ein Ereignis einmal im Jahr. Das unterliegt anderen Bestimmungen – da ist die Schwelle des Zumutbaren höher geschraubt.“ Dies könne bis zu 70 Dezibel hochgehen – „das hört man natürlich“. Hier gehe es dann um gegenseitige Rücksichtnahme.

Apropos Rücksichtnahme: Auch das direkt neben dem Sportplatz liegende Parkdeck sei eine Lärmquelle über Tag und Nacht, prangert das „Aktionsbündnis gegen Lärm“ in dem Schreiben an Landrat Constien an: „Laut Bauunterlagen fehlen eine Lärmschutzwand sowie eine Schrankenanlage“, heißt es hier. „Es ist – statt Parkdeck – Sport- und Spielplatz, Motorrennstrecke, Musik- und Saufmeile.“

Bei der Genehmigung sei in den Bauunterlagen vermerkt worden, dass es bei Lärm geschlossen werden könne. Dennoch: „Auch hier tut sich seit 15 Jahren nichts.“ Stimmt nicht, sagt Thorsten Semrau:

„Jeder muss sich an die Vorgaben halten. Wie auch schon unser Bürgeramtsleiter Gerhart Kukla betont hat: Sollte es Lärmprobleme geben, ist hier in erster Linie die Polizei zuständig. Die können Betroffene jederzeit anrufen.“

Und auch der Landkreis sieht aktuell offenbar wenig Handlungsbedarf: „Dem Aktionsbündnis sind bereits zwei Antworten zu diesem Thema zugegangen“, sagt Büroleiter Kay-Uwe Neumann auf OZ-Nachfrage.

„Einerseits von der unteren Bauaufsichtsbehörde, zum anderen vom zuständigen Dezernatsleiter Wolfgang Kraatz.“ Der Landrat habe keinen Grund, an deren fachlicher Kompetenz zu zweifeln, betont Neumann. „Insofern gibt es hier keinen neuen Erkenntnisstand.“

Eine Auffassung, der sich auch Thorsten Semrau nur anschließen kann: „Für die Lösung dieses Problems müssen wir nicht den Landkreis bemühen“, macht Doberans Bürgermeister deutlich. „Das können wir schon ganz gut allein.“ Denn nicht umsonst gebe es eine Arbeitsgruppe, die sich ausschließlich mit den Lärm-Quellen in der Stadt beschäftige, so Semrau: „Dazu steht die Thematik auch auf der Tagesordnung einiger Ausschüsse, die ab der kommenden Woche tagen.“

Damit einem ersten Schritt aufeinander zu vielleicht weitere folgen können . . .

Lennart Plottke

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