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Raus in die Natur: Viertklässler erkunden Kellerswald

Bad Doberan Raus in die Natur: Viertklässler erkunden Kellerswald

Bei der landesweiten Waldolympiade testen Schüler in Bad Doberan ihr Wissen und können sich in Tätigkeiten echter Waldarbeiter üben.

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Kräftig durchziehen: Der zehnjährige Thino Kemper vom Doberaner Förderzentrum gibt beim Stamm-Sägen alles. Forstwirt Karl-August Stoffel gibt dem Viertklässler wertvolle Tipps.

Quelle: Lennart Plottke

Bad Doberan. „Eine Losung?“, fragt der zehnjährige Luca und guckt mit großen Augen in das Schälchen auf dem moderigen Waldboden. „Was ist das denn?“ Viele seiner Mitschüler zucken mit den Schultern. „Das ist das, was bei den Tieren hinten rauskommt“, sagt Clara stolz – und Hartmut Pencz stimmt ihr mit einem anerkennenden Kopfnicken zu. „Fell, Fährten, Fraßbild – oder eben auch Losungen: Das richtig zuzuordnen, ist oft gar nicht so einfach“, sagt der Leiter des Doberaner Forstamtes und gibt lachend zu: „Da haben selbst wir manchmal unsere Schwierigkeiten.“

OZ-Bild

Bei der landesweiten Waldolympiade testen Schüler in Bad Doberan ihr Wissen und können sich in Tätigkeiten echter Waldarbeiter üben.

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Etwa 100 Kinder waren gestern im Kellerswald unterwegs – bei der „Waldolympiade“ konnten die Viertklässler von der Buchenberg- sowie der Förderschule ihr Wissen über die heimische Flora und Fauna unter Beweis stellen. Die einzelnen Stationen heißen etwa „Tiere des Waldes“, „Überqueren von Hindernissen“, „Baumarten-Kenntnisse“ oder auch „Kombinationsschnitt“. „Das ist cool hier“, meint der zehnjährige Max. „Endlich mal was anderes, als immer im Klassenraum zu sitzen.“

Es gehe vor allem darum, die Kinder spielerisch und im Wettkampf geistig und motorisch zu schulen, macht Hartmut Pencz deutlich: „Dabei werden ihnen auch jede Menge Tätigkeiten der Waldarbeiter realistisch vorgeführt.“ Etwa beim Zersägen eines kleinen Stammes: „Da wollen die Jungs immer zeigen, wie stark sie sind“, sagt Forstwirt Karl-August Stoffel augenzwinkernd. „Aber gar nicht so selten stellen sich dann die Mädchen sogar geschickter an.“

Das Wesentliche: Der Nachwuchs kommt nur in gemischten Zweier-Teams zum Ziel. Gerade müht sich der zehnjährige Thino an einem hartnäckigen Stamm ab. „Komm – gib alles“, feuert ihn seine Partnerin Maja an – und vollendet einige Minuten später das gemeinsame Werk. „Da habt ihr die Säge ein bisschen schräg angesetzt und euch somit das Leben selbst schwer gemacht“, erklärt Karl-August Stoffel.

„Normalerweise benutzen die Waldarbeiter eine Motorsäge – aber dafür braucht man einen Berechtigungsschein.“

An einer anderen Station stehen Luca, Jasper und Kyrylo vor einem großen Baum: „Was könnte das denn für ein Stamm sein?“, fragt Luca. „Fichte, Kiefer – das ist ganz schön schwer.“ Hier sollen die Schüler Blätter, Zweige, Früchte und Holz den entsprechenden Bäumen zuordnen, erklärt Doberans Revierleiter Markus Both. „Nicht leicht – aber machbar.“

Die Aktion „Waldolympiade“ sei eine tolle Sache, meint Hartmut Pencz: „So können wir die Kinder ein bisschen für unseren Wald sensibilisieren – tendenziell spielt sich das Leben heute ja immer mehr drinnen ab.“ Um solch einen Tag zu stemmen, brauche es aber auch genügend Mitarbeiter, macht der Forstamtsleiter deutlich: „Wenn alles immer mehr weggespart wird, funktioniert sowas nicht mehr.“

Immerhin acht Waldarbeiter seien heute im Einsatz, so Pencz: „Dazu bieten wir hier im Forstamt regelmäßig Führungen und andere Veranstaltungen an – übers Jahr gesehen arbeiten wir so mit rund 3500

Kindern.“

Bei allem Wettstreit, bei allem Lerneffekt – Forstamts-Mitarbeiterin Christiane Friese bringt das wesentliche Ziel der „Waldolympiade“ auf den Punkt: „Hauptsache, Ihr habt Spaß!“

• Infos zur Waldolympiade und das aktuelle Ranking gibt’s unter www.wald-mv.de.

Landesweites Projekt

Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen nehmen an der landesweiten Waldolympiade teil.

An 6 Stationen können Kinder ihr Wissen über den Wald und seine Bewohner testen sowie sich in Tätigkeiten echter Waldarbeiter üben. Es werden Bildungsinhalte mit Bewegung und motorischem Training verbunden.

Möglich wurde die Waldolympiade durch eine Spende der Stiftung „Wald und Wild in MV“ – die Materialien ermöglichen die einheitliche Durchführung der Waldolympiade in allen Forstämtern mit den gleichen Inhalten und nach den gleichen Bewertungskriterien.

Lennart Plottke

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