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Rostocker Spezialkräfte sichern G20-Gipfel in Hamburg

Rostock/Waldeck Rostocker Spezialkräfte sichern G20-Gipfel in Hamburg

70 Wasserschutzpolizisten aus MV im Einsatz / Ausschreitungen befürchtet

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Ulrich Koppenhagen, zweitranghöchster Wasserschutzpolizist des Landes, geht Ende Mai in Pension.

Quelle: Foto: Kleine Wördemann

Rostock/Waldeck. Amtshilfe von Hansestadt zu Hansestadt: 70 Beamte der Landeswasserschutzpolizei, darunter viele aus Rostock, helfen Anfang Juli beim G20-Gipfeltreffen in Hamburg aus. Das gab Peter Mainka, Direktor der Wasserschutzpolizei MV, gestern in Waldeck bekannt. Rund um die Versammlung der Vertreter der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer rechnen die Behörden in der Alsterstadt mit zahlreichen Protesten und Ausschreitungen. Hinzu kommt, dass der Gipfel ein attraktives Ziel für Terroranschläge sein könnte. In Hamburg wird neben einem Küstenstreifenboot auch die Hubschrauberstaffel der Landespolizei im Einsatz sein. Die beiden in Waldeck stationierten Maschinen gehören ebenfalls zur Wasserschutzpolizei.

OZ-Bild

70 Wasserschutzpolizisten aus MV im Einsatz / Ausschreitungen befürchtet

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In der Behörde gibt es für solche Großeinsätze seit 2007 eine eigene Organisation, die Maritime Einsatz Einheit (MEE). „Die wurde 2007 nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm gegründet“, erklärt Mainka.

Anlass dafür war ein Vorfall, bei dem ein Polizeiboot, das das Wassergebiet vor dem Tagungshotel absichern sollte, ein Greenpeace-Schlauchboot überfuhr. Es wurde zwar niemand verletzt, dennoch sorgte der Zwischenfall für Kritik. Um solche Fehler zu vermeiden, wurde die MEE entwickelt und wird seitdem bundesweit zu Einsätzen angefordert.

Bei der Ahndung von Umweltverstößen könnte demnächst eine neue Messstation in Warnemünde die Beamten unterstützen. Die Rostocker Wasser-Ordnungshüter kontrollierten regelmäßig im Seehafen, ob Frachter und Fähren den seit 2015 vorgeschriebenen, schwefelarmen Treibstoff verwenden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie prüft derzeit die Aufstellung einer technischen „Schnüffelnase“, die vorbeiziehende Schiffsabgase automatisch auf überhöhte Schwefelanteile untersucht. In Hamburg arbeitet so eine Anlage bereits. „Für Rostock ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagt eine BSH-Sprecherin. Ein weiterer Schwerpunkt der Wasserschutzpolizei wird dieses Jahr die Kontrolle von Sportbooten und Jet-Skis sein, kündigt Mainka an. Laut Stefan Büchner, kommissarischer Leiter der Wasserschutzpolizeidirektion Rostock, hat sich unter anderem im Raum Graal-Müritz eine Szene von Motor-Wassersportlern gebildet. „Stundenlanges Herumfahren macht Lärm, das sorgt für Ärger“, sagt ein Polizeisprecher. Die Freizeitsportler rüsten auf: Es gebe immer mehr und vor allem schnellere Jets-Skis. Rennboliden 300 PS und Tempo 100 seien nicht außergewöhnlich.

633 Ordnungswidrigkeiten und 189 Straftaten ahndeten die Beamten der Rostocker Inspektion im vergangenen Jahr. Die Bußgelder für Verstöße auf dem Wasser sind wesentlich höher als für Raserei an Land:

Wer auf einem Binnensee, wo Maximal-Tempo 25 gilt, mit zehn Stundenkilometern mehr erwischt wird, wird schnell ein paar hundert Euro los.

An der Spitze der Landeswasserschutzpolizei in Waldeck steht unterdessen ein Führungswechsel an: Vize-Chef Ulrich Koppenhagen (61) geht Ende Mai nach 40 Dienstjahren in Pension. Der gebürtige Rüganer lebt in Börgerende. Derzeit arbeitet sich Sebastian Zimmermann, bisheriger Leiter der Inspektion Rostock, in Koppenhagens Aufgaben ein. Der künftige Pensionär und Hobby-Golfer will künftig in seiner freien Zeit sein Handicap verbessern.

Tatort Wasser

633 Ordnungswidrigkeiten, 189 Straftaten und 45 Fälle , bei denen sowohl Ordnungswidrigkeiten als auch Straftaten vorlagen, ahndeten die Beamten der Wasserschutzpolizei Rostock 2016. Ein Schwerpunkt ist der Seehafen. Für das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrogaphie prüft die Polizei die Einhaltung von Umweltvorschriften. Etwa, ob mit schwefelarmem Kraftstoff gefahren wird und ob das Ballastwasser ordnungsgemäß gewechselt wurde – damit keine fremden Arten eingeschleppt werden. Bei Verstößen müssen die Kapitäne aus aller Welt mitunter fünststellige Bußgelder berappen. „Wir nehmen alle Währungen“, heißt es bei der Polizei.

Gerald Kleine Wördemann

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