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„Santa Barbara Anna“ macht sich sail-fein

Rostock „Santa Barbara Anna“ macht sich sail-fein

Sieben Ausfahrten zur Hanse Sail / Monatelang wurde der Segler auf die Saison und ihren Höhepunkt vorbereitet

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Bootsmann Heinz Schrader setzt die Hanse-Sail-Flagge. Sieben Ausfahrten werden während des Volksfestes unternommen.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rostock. Noch am frühen Morgen werden heute die letzten Handgriffe gemacht, das Deck geschrubbt und die Kajüten auf Vordermann gebracht. „Klarschiff“, heißt das Kommando.

OZ-Bild

Sieben Ausfahrten zur Hanse Sail / Monatelang wurde der Segler auf die Saison und ihren Höhepunkt vorbereitet

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Denn die „Santa Barbara Anna“, die ihren Heimathafen in Rostock hat, soll sich während der Hanse Sail von ihrer besten Seite zeigen.

65 Jahre ist es her, dass der Dreimast-Bramsegelschoner als Fischereifahrzeug in England gebaut wurde. „Das ist für Schiffe aber noch kein Alter“, sagt Bootsmann Olaf Kalweit. Der Traditionssegler sei zwar kein Jungspund mehr, doch bis zur Rente sei es noch lange hin. „Die ,Santa Barbara Anna’ steht in der Mitte ihres Lebens“, betont er. Damit das so bleibt, kümmert sich der Betreiberverein Bramschot fürsorglich um die Erhaltung des Schiffes – und zwar ehrenamtlich. „Wir machen das hier alle als Hobby, vom Koch bis zum Kapitän. Unsere Motivation ist es, so ein Schiff am Leben zu erhalten“, erklärt Bootsmann Kalweit.

„Seit dem Winterhalbjahr haben wir das Schiff vollkommen überholt“, sagt Decksmann Jochen Reinert. Rund 40 Kilogramm Farbe werden dafür jede Saison benötigt. „Auch von den etwa 4000 Meter Seilen, mit denen man die Segel bewegt, müssen jährlich ein Viertel davon erneuert werden“, zählt der 63-Jährige auf. Die Kosten dafür trägt der Verein und auch die Reparaturen sind Handarbeit. „Vor Kurzem ist ein Segel gerissen. Das haben wir dann mit einer Maschine geflickt.“ Für solche größeren Arbeiten stehe extra eine Werkstatt in Marienehe zur Verfügung.

Pünktlich zur Hanse Sail ist das Schiff jedoch aufpoliert und bereit für seine Ausfahrten. Siebenmal wird sie mit jeweils 50 Besuchern rund sieben Knoten schnell durch die Warnow schippern. „Wir sprechen jedoch nicht von Gästen, wir reden von Mitseglern“, betont Kalweit. Denn sie können und sollen mit anfassen.

Dann müssen die Mitsegler auf jedes Kommando des Bootsmanns hören. „An die Brassen! Leinen los! Mast- und Schotbruch!“, sagt Kalweit schmunzelnd. Denn bei dem dritten Beispiel handelt es sich, um eine allgemeine Redewendung unter Seglern. „Übersetzt heißt es: Viel Glück.“ An Deck wird schon im seemännsichen Vokabular miteinander gesprochen. Das Segeln und seine Traditionen weiterzuvermitteln, seien auch die großen Ziele des Vereins.

Damit das Schiff in See stechen kann, wurde auch schon für Proviant gesorgt. „Wir haben rund 5000 Liter Diesel im Tank und 9000 Liter Frischwasser“, sagt Decksmann Reinert. Das Wasser steht für das Bad und auch für die Schiffskombüse zur Verfügung.

Auch dort wurde alles vom Koch vorbereitet. Unter den Bänken im Schiffsbauch sind literweise Getränke verstaut und im Kühlhaus warten schon die mehr als 350 Würstchen, die mit einer Suppe serviert werden sollen. Die Herausforderung kommt dann beim Kochen. „Die Küche ist sehr klein. Gerade, wenn man für viele Menschen kocht, muss man sich an den Platzmangel erst gewöhnen“, sagt der Rostocker.

Wenn dann während der Fahrt auch noch Seegang ist, wird es richtig kompliziert. „Deswegen sind an jedem Tisch und auch beim Herd extra Leisten angebracht. So kann nichts verrutschen.“ Auch der Suppentopf darf nicht zu voll sein. Schließlich könnte sonst schnell mal etwas überschwappen. „Wenn man nett sein will, darf man den Schiffskoch auch nicht Smutje nennen“, ermahnt Kalweit. Dieser Begriff komme ursprünglich vom flämischen Wort für „Schmutz“. „Eigentlich bezeichnet man ihn dann als Schmierlappen oder Schmutzfink“, fügt Reinert hinzu.

Takeln wie vor 200 Jahren

4000 Meter Seile gibt es auf der „Santa Barbara Anna“, mit denen man die Segel

bewegt. Der Traditionssegler wird

in diesem Sommer 65 Jahre alt, er

wird noch getakelt wie vor 200 Jahren.

40 Kilogramm Farbe – hauptsächlich blau und weiß – werden jedes Jahr genutzt, um das 44,20 Meter lange Schiff zu streichen.

Zusätzlich zu den Segeln

wird das Schiff von einem 420 PS

starken Dieselmotor betrieben.

Johanna Hegermann

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