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Satowerin vermutet Wildunfälle durch Obstbäume

Satow Satowerin vermutet Wildunfälle durch Obstbäume

Andrea Steinberg beobachtet oft Tiere am Straßenrand / Äpfel wirken verlockend

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Halt, Stopp! Andrea Steinberg würde die Tiere gerne davor warnen zu dicht an die Straße zu kommen, wo sie vom Obst angelockt werden. FOTO: KATARINA SASS

Satow. Sind Obstbäume an den Straßenrändern Schuld an zahlreichen Wildunfällen, weil die süßen Früchte wie Lockmittel wirken? Statistisch lässt sich das nicht belegen.

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Andrea Steinberg beobachtet oft Tiere am Straßenrand / Äpfel wirken verlockend

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Aber Andrea Steinberg aus Satow stellt seit Jahren einen Zusammenhang fest und fragt sich, warum niemand etwas dagegen unternimmt.

Besonders an der L 22 zwischen der Satower Mosterei und Kröpelin liegen oft tote Tiere, sagt Andrea Steinberg aus Satow. Etwa alle 100 Meter steht hier ein alter Apfelbaum. Seine Früchte liegen unmittelbar am Straßenrand, viele fallen auf die Fahrbahn und werden breit gefahren. Sammelt sie niemand auf, was an der viel befahrenen Landesstraße eine Gefahr für Leib und Leben ist, gären sie vor sich hin und locken besonders jede Menge Tiere aus der Umgebung an. „Ich beobachte das seit Jahren. Die Rehe stehen am Straßenrand und naschen von dem Obst“, sagt die 55-jährige Ruheständlerin, die ein großes Herz für Tiere habe. Sie glaubt, dass das nicht geerntete Obst wie eine Einladung wirke bis an die gefährliche Straße zu kommen. Selbst unter Schnee würden Wildschweine das leckere Fallobst finden. Gerade erst habe sie einen Hasen beerdigt, der in unmittelbarer Nähe eines Obstbaumes auf der Straße lag. Tot.

„Auch die Autofahrer sind durch die Tiere natürlich gefährdet.“ Die L 11 ist ein Auf und Ab – die Apfelbäume lassen zum Teil unmittelbar hinter einem Hügel ihre Zweige hängen. Wer in der Dämmerung schnell fährt, übersieht schnell das äsende Tier.

Rund 2000 Wildunfälle, so die Statistik, ereignen sich jährlich auf den Straßen im Landkreis Rostock. Vor zwei Jahren schon warnte die Polizei entlang der L 22 vor Wildwechsel und forderte die Autofahrer auf vorsichtig zu sein. Ob die Obstbäume tatsächlich einen Anteil an der Wildunfall-Statistik haben haben, ist nicht belegt.

Dass das Obst an den Bäumen verführerisch wirke, davon geht Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes aber aus. „An die Früchte gehen gerne die Waschbären, Marderhunde und Füchse“, sagt er.

Selten sei es auch mal Rotwild. Von einem Anlocken könne er aber nicht sprechen. Und er glaube auch nicht, dass es in der Nähe von Obstbäumen an Straßenrändern vermehrt zu Wildunfällen komme.

„Höchstens, wenn rechts und links der Straßen Äsungsflächen sind und die Tiere die Straße überqueren müssen.“ Noch gefährlicher seien seiner Meinung nach aber Haselnussbäume, Eichen sowie Buchen, die vor allem vom Schwarzwild bevorzugt werde. „Aber die stehen meistens nicht am Straßenrand“, so Kusch.

Silvia Kastell, Initiatorin der Reddelicher Obstarche, findet Obstbäume an Straßenrändern „eine tolle Sache“, sagt aber auch: „An Bundesstraßen gehören sie nicht.“ Der Verein pflnazt junge Obstbäume an Straßenränder, allerdings vor allem dort, wo nicht viele Autos fahren, sagt sie.

Andrea Steinberg habe bereits sich bereits an die Straßenmeisterei gewandt, die für die Straßenränder zuständig ist. Dort habe sie eine abschlägige Antwort bekommen. Sie wünsche sich, dass das Obst aufgesammelt und verwertet werde, denn sie ist sich sicher: „Dort, wo Obstbäume stehen, kommt es auf jeden Fall zu mehr Wildunfällen.“

Katarina Sass

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