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Schleifen, Schnitzen, Hämmern in der Grünholzwerkstatt

Schleifen, Schnitzen, Hämmern in der Grünholzwerkstatt

Im Freilichtmuseum Klockenhagen lernen Kinder, wie aus einem Stück Holz ein Schiffchen entsteht / Stuhlbauer Ralph Schmidt hilft beim Basteln

Geduldig erklärt Ralph Schmidt der sechsjährigen Nele Klinkicht, wie man mit dem Holzbohrer ein Loch in das Stück Ahornholz bohrt, das später ein kleines Schiffchen werden soll. Nach ein paar Umdrehungen ist es geschafft. Nun kann das Mädchen aus Sachsen, das mit ihren Eltern auf dem Darß Urlaub macht, einen Ast als Mast in den kleinen Bootsrumpf stecken.

Im Freilichtmuseum Klockenhagen bei Ribnitz-Damgarten lernen Kinder so, wie man schnitzt, bohrt und hämmert. Stuhlbauer Ralph Schmidt zeigt in seiner Grünholzwerkstatt auf dem Museumsgelände, wie man mit dem Naturmaterial arbeitet. „Für die Schiffchen haben wir Ahornholz genommen. Fichte ginge aber auch“, sagt er. Nur darf das Holz nicht allzu hart sein. Zunächst schnitzt Schmidt grob den Rumpf vor, dann wird fein nachgearbeitet und alles glatt geschliffen. Die Kinder setzen die Masten mit Klebstoff ein und hauen Nägel als Reling in den Rumpf. „Hier sind Kreativität und Eigeninitiative gefragt“, sagt der 53-jährige Stralsunder. Die Kinder sollen ihre Boote schließlich im Großen und Ganzen selbst basteln. „Ich gebe nur den Anschubs. Am Ende soll es das fertige Produkt der Kinder sein und so werden, wie sie es sich vorgestellt haben“, sagt Schmidt.

Als die Urlauber Cosima (8) und Jeremias Delitsch (12) aus Sachsen-Anhalt den letzten Nagel ins Boot schlagen, zeigen sie ihr Werk freudig den Eltern. „Das Hämmern hat am meisten Spaß gemacht“, sagt Jeremias.

Wenn Ralph Schmidt nicht im Freilichtmuseum Klockenhagen mit Kindern bastelt, stellt er Stühle her und bespannt sie mit Flechtwerk. „2009 habe ich meinen ersten Stuhl gebaut. Der steht auch noch bei mir zu Hause“, sagt er. Der würde zwar etwas wackeln und knarren, weil er noch nicht perfekt geworden war, „aber er erinnert mich an meine Anfänge“, sagt Schmidt.

Wenn es im Museum mal etwas ruhiger ist, arbeitet der Holzkünstler auch dort an der Drechselbank zum Beispiel an Stuhlbeinen. Die Sitzflächen bezieht er mit dem sogenannten feinen Wiener- oder dem gröberen Binsengeflecht.

Während der Arbeit wird er immer wieder von Besuchern auf sein Handwerk angesprochen: „Die Leute sind interessiert. Sie sehen, dass ich nur mit Geräten und Maschinen arbeite, die von Hand oder Fuß

betrieben werden.“ Die drei wichtigsten sind für ihn Hauklotz, Schnitz- und Drechselbank.

Auch die sechsjährige Nele bewundert die Arbeit. Nach etwas mehr als einer Stunde ist ihr erstes selbst gebasteltes Holzschiff fertig.

Michaela Krohn

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