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Bad Doberan Schülerfirma reist nach Berlin

Junior-Unternehmen „Keralino“ der Regenbogenschule unter Top 10 im Bundeswettbewerb

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Ariane (v. l.), Celina, Lisa, Michelle und Paul arbeiten mit Ton und Glas.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Ariane walzt mit einem Nudelholz den Ton auf dem Tisch platt, Paul sucht Buchstaben aus einem Setzkasten zusammen – gleich geht die Produktion der Pflanzenstecker aus Keramik weiter. Jeden Dienstag treffen sich die acht Mitglieder der Schülerfirma „Keralino“ der Regenbogenschule Bad Doberan in der ersten Etage der Schule und töpfern, nähen und bedrucken verschiedenste Sachen, die sie dann verkaufen. Und das mit Erfolg. „Im Moment arbeiten wir auf Bestellung“, sagt Lehrerin Andrea Nicolaisen, die zusammen mit Heike Lorenz die Schülerfirma betreut. Diese ist jetzt beim Bundes-Schülerfirmen-Contest unter die besten Zehn gewählt worden – bei mehr als 300 Bewerbungen. „Wir sind alle sehr stolz auf den Erfolg unserer tollen Firma“, sagt Schulleiterin Bärbel Kraatz.

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Junior-Unternehmen „Keralino“ der Regenbogenschule unter Top 10 im Bundeswettbewerb

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„Ich bin stolz auf die Schüler, die so viel Eigeninitiative entwickeln“, sagt Andrea Nicolaisen. Denn darum gehe es bei der Schülerfirma, die 2015 ins Leben gerufen wurde. Eigentlich sollten Schülerfirmen Jugendliche fördern, ein eigenes Unternehmen zu gründen, erläutert die Lehrerin. „Uns geht es darum, die Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt zu bringen, dass sie ihre Stärken zeigen und erkennen, dass ein Produkt auch Qualität braucht.“

In der Förderschule zur individuellen Lebensbewältigung werde seit vielen Jahren in der schuleigenen Töpferei getöpfert, die Produkte auf Schulbasaren verkauft. Doch man wollte mehr an die Öffentlichkeit, erläutert Andrea Nicolaisen. Mit Hilfe des Bildungswerkes für Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern sei zusammen mit den Schülern die Idee für eine Schülerfirma entwickelt worden.

Ergebnis: „Wir stellen mit Ton und Werkzeug Keramik her“, sagt Sven. Für die Aufbaukeramik würden verschiedene Drucktechniken angewendet, ergänzt Andrea Nicolaisen. Beispielsweise haben die Schüler Motive, wie das einer Blume, auf Linolplatten geschnitten. Sie drücken den Ton auf die Platte, und er nimmt das Muster an. Daraus entstehen dann Kacheln, oder das Motiv wird ausgeschnitten und weiter bearbeitet. Dann geht es ab in den Brennofen, es folgt die Glasur und ein zweiter Brenngang.

Neben der Arbeit mit Linolplatten stellen die Schüler auch Boote aus Strandgut, kleine Käfer, ein Herbstblatt oder Herzanhänger aus Ton her. „Wir möchten, dass die Arbeit Spaß macht und keine Massenproduktion wird“, sagt Andrea Nicolaisen. Der Umgang mit Ton sei seine Stärke, sagt Paul: „Mir macht alles Spaß.“ Von Anfang an ist Celina in der Schülerfirma: „Das Nähen und das Töpfern machen mir Spaß.“

Ihre Produkte würden in der Physiotherapiepraxis Renkhoff in Rostock oder der Gärtnerei „Vergiss mein nicht“ in Rostock verkauft. Das erste Geld, was die Schülerfirma eingenommen hat, haben die Schüler in Pullover und Jacken mit dem Logo der Firma investiert. Und: „Wir sind zum Konzert in die Stadthalle Rostock gefahren und waren gemeinsam essen“, sagt Celina. „Es gibt auch eine Ausschüttung an die Teilnehmer, sodass sie sich privat auch etwas kaufen können“, ergänzt Andrea Nicolaisen.

Am 10. November fahren jetzt sieben Schüler und drei Erwachsene nach Berlin zur Preisverleihung. Als die Nachricht die Schule erreichte, sei die Freude riesig gewesen. „Für die Preisverleihung müssen wir noch ein Video drehen, in dem wir uns vorstellen“, sagt die Lehrerin zu den Schülern. „Es geht nicht ums Gewinnen, sondern darum, Spaß zu haben“, sagt Lisa.

Doch bevor es auf die Reise in die Hauptstadt geht, arbeiten die Schüler weiter an den Produkten. 30 Namensstecker wurden bestellt, die neben die Pflanzen in den Boden kommen. Die Glasanhänger müssen geschliffen, weitere Herzanhänger aus Ton produziert werden. Die Schüler entscheiden selbst, wer welche Arbeit übernimmt. „Die Selbstständigkeit ist wichtig“, sagt Andrea Nicolaisen.

Wettbewerb seit 2010

8 Schüler sind derzeit in der Schülerfirma „Keralino“ der Regenbogenschule Bad Doberan beschäftigt. Sie sind zwischen 15 und 19 Jahre alt.

300 Bewerbungen sind für den Bundes-Schülerfirmen-Contest eingegangen. Er findet jährlich statt. Die Ziele des Wettbewerbes sind Unternehmergeist in die Schulen zu bringen, Gründernachwuchs zu fördern und das Interesse an Selbstständigkeit und Geschäftssinn zu wecken. Er wurde 2010 von Michael Oschmann, Geschäftsführer von Müller Medien, ins Leben gerufen.

Info: www.keralino.wordpress.com

Anja Levien

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