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So geht leise: Bargeshäger erklären B 105 zur Spielstraße

Bargeshagen So geht leise: Bargeshäger erklären B 105 zur Spielstraße

Rund 60 Anwohner protestierten am Tag des Lärms gegen die Geräuschkulisse und sperren für 45 Minuten die Straße / Eine Entlastung ist nicht in Sicht

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Alba, Belana, Mia und Isabella (v.l. im Vordergrund) freuen sich, dass sie auf der Straße skaten können. Am gestrigen „Tag des Lärms“ demonstrierten rund 60 Bargeshäger auf der voll gesperrten B 105 und genossen einmal im Jahr die Stille. Fotos (4): Katarina Sass

Bargeshagen. Und plötzlich war es ruhig: Eine dreiviertel Stunde lang gehörte die viel befahrene B 105 anlässlich des gestrigen „Tag des Lärmes“ den Bargeshägern. Von der Kita „Storchennest“ bis zur Einmündung Admannshäger Damm demonstrierten etwa 60 Kinder und Erwachsene gegen den Lärm vor ihrer Haustür. Doch eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht.

 

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Entlang der Straße kann ich mich nicht mit meinen Kindern unterhalten, so laut ist es.“Jana Riemann, Bargeshagen

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Die Aktion ist nur für die Einwohner, damit sie mal die Ruhe genießen.“Andreas Fetterick, Bürgerinitiative Bargeshagen

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Irgendwann wird die Ortsumgehung sicherlich kommen müssen. Das nimmt den Verkehr weg.“Swen Symanzik, Bargeshagen

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Entlang der Straße kann ich mich nicht mit meinen Kindern unterhalten, so laut ist es.“Jana Riemann, Bargeshagen

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Irgendwann wird die Ortsumgehung sicherlich kommen müssen. Das nimmt den Verkehr weg.“Swen Symanzik, Bargeshagen

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Die Aktion ist nur für die Einwohner, damit sie mal die Ruhe genießen.“Andreas Fetterick, Bürgerinitiative Bargeshagen

17600 Fahrzeuge rollen mit Tempo 50 pro Jahr durch das Dorf. Bis zu 75 Dezibel müssen die Anwohner aus der ersten Reihe laut Lärmkarte täglich ertragen. Das ist in etwa so laut wie ein Presslufthammer. Für Jana Riemann, die direkt an der Hauptstraße wohnt, ist das Stress. Da sei es nur sonntags und in der Woche ab 22 Uhr einigermaßen ruhig. „Wenn ich mit meinen Kindern in der Woche an der Straße entlanggehe, können wir uns nicht unterhalten“, sagt sie. Die Bargeshäger aus der zweiten und dritten Baureihe bekommen den Verkehrslärm immerhin noch in Höhe von 55 bis 65 Dezibel mit — das entspricht etwa der Lautstärke von Gruppengesprächen oder Kantinenlärm. „Die Aktion ist für die Anwohner, damit sie mal die Ruhe genießen und die Kinder die Straße nutzen können“, betont Andreas Fetterick von der Bürgerinitiative Bargeshagen/Sievershagen, der die Demo angemeldet hat. Die Sperrung richte sich nicht an die Autofahrer. „Wir geben niemanden die Schuld für das Verkehrsproblem. Wir fahren selbst Auto“, ergänzt Sabine Pesara. Die Autofahrer mussten für den Zeitraum südlich über Klein Schwaß oder nördlich über Admannshagen ausweichen, wenn sie nicht warten wollten.

Derweil zog der Tross an Bürgern die Straße entlang, Jugendliche nutzten die Fahrbahn als Rennpiste mit ihren Fahrrädern und Skatern. „Das ist schon echt cool“, findet Isabelle, die mit ihren drei Freundinnen dabei war. Und auch Swen Symanzik, ebenfalls Anwohner aus der ersten Reihe, nimmt teil: „Wir haben ja zum Glück gute Fenster, aber in den Stoßzeiten kann man auch nicht lüften.“ Ob der Verkehr zugenommen habe? Klare Antwort: Ja. Neue Wohngebiete, der Trend zum Zweit- und Drittauto seien Gründe, so Organisator Fetterick. Gleichwohl ist allen Beteiligten klar: An dem Lärm wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern. Denn auch vorgeschlagene Varianten wie Tempo 30, eine Abbiegespur oder eine zusätzliche Ampel bringen keine Ruhe in den Ort. „Die Autos müssen ja nun mal hier durch. Sie werden dadurch nicht weniger“, sagt Sabine Pesara.

Dennoch will das Straßenbauamt etwas tun, denn die Zahlen in der Lärmkarte sprechen für sich. Gespräche mit der Gemeinde gebe es bereits, weshalb Straßenbauamtsleiter Ralf Sendrowski etwas verwundert ist, warum die Initiatoren mit der Aktion nun schon offene Türen einrennen würden. „Wir haben eine Planungsvereinbarung mit der Gemeinde abgeschlossen“, sagt er. „Wir haben die Leistungsfähigkeit der Kreuzung am Admannshäger Damm überprüft.“ Die Kreuzung habe Defizite, räumt er ein. „Das muss geändert werden.“ Eine Abbiegespur könnte Entlastung schaffen. Da sich die Gemeinde einen weiteren Fußweg an der Kreuzung wünscht, wird jetzt eine Planung erarbeitet. Das brauche Zeit. Eine Ampel an der Kreuzung B 105/ Rabenhorst ist laut Ralf Sendrowski nicht notwendig.

Könnten die Bargeshäger einen Wunsch äußern, wäre es der Bau einer Umgehungsstraße, sagen sie. Doch diese Tür bleibt vorerst geschlossen. Das Vorhaben ist 2010 von der Dringlichkeitsliste des Bundes gestrichen worden. Swen Symanzik ist dennoch optimistisch: „Irgendwann wird die Ortsumgehung sicherlich kommen.“

Von Katarina Sass

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