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DSV blamiert sich bis auf die Knochen

Bad Doberan DSV blamiert sich bis auf die Knochen

Oberliga-Handballer verlieren Derby gegen Fortuna mit 13:18 / Desolate Vorstellung

Bad Doberan. Das war peinlich: Die Handballer des Bad Doberaner SV haben das Landesderby gegen den SV Fortuna Neubrandenburg nach einer desolaten Vorstellung mit 13:18 (7:6) verloren. Vor über 350 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle lieferten sie dabei die schlechteste Leistung seit Jahren ab. Torhüter Robert French — einziger DSV-Akteur in Normalform — redete gar nicht erst um den heißen Brei: „Das ist mit der vierwöchigen Pause nicht zu erklären“, sagte der 31-Jährige.

Im Duell der beiden abwehrstärksten Mannschaften der Oberliga Ostsee-Spree präsentierten sich die Hausherren in der Offensive völlig von der Rolle. Sieben Tore in den ersten 30 Minuten und gar nur sechs im zweiten Abschnitt sprechen eine deutliche Sprache. Was die Einheimischen an besten Gelegenheiten ausließen, ging auf keine Kuhhaut. Dabei sahen sie sich allerdings einer exzellenten Deckung mit einem überragenden Thilo Prodoehl gegenüber. Der Fortuna-Schlussmann parierte nicht weniger als 66 Prozent aller DSV- Würfe und stach damit den gewiss nicht schlechten French (47 Prozent) noch deutlich aus.

Lars Rabenhorst machte zumindest einen positiven Aspekt aus: „Unsere Abwehrleistung war ja gar nicht so schlecht“, meinte der DSV-Coach, wusste aber: „Der Angriff war gar nichts, keine Durchschlagskraft, kein Mut, keine Genauigkeit.“ Mit anderen Worten: Vorn fehlte es an allem. Rechtsaußen Christian Fandrich gestand denn auch: „Wenn du eine Chance nach der anderen vergibst, blockierst du irgendwann im Kopf.“ Kay Landwehrs fügte hinzu: „Die Möglichkeiten waren da, aber wir haben sie kläglich verballert.“

So stürzten die Einheimischen in der Offensive von einer Verlegenheit in die nächste, während die Gäste spätestens Morgenluft witterten, nachdem sie aus dem 6:7-Pausenrückstand eine 11:7-Führung gemacht hatten (39). Danach war der Drops angesichts der permanenten Harmlosigkeit der Doberaner gelutscht. Das sah auch Robert French so: „Die Neubrandenburger waren agiler und galliger.“

Kein Wunder, dass Gästetrainer Ralf Böhme von einer „fantastischen Leistung“ seiner Sieben sprach. Die gewinnt noch an Wert, wenn man bedenkt, dass die Fortuna auf mehrere Leistungsträger verzichten musste. So bildeten mit Jakob Taulin und Fynn Tippelt zwei A-Jugendliche einen Mittelblock der Extraklasse. Die Partie hätte noch ewig dauern können — eine Wende wäre dem DSV an diesem gebrauchten Tag nicht mehr gelungen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Berliner Unparteiischen ab und an seltsame Entscheidungen trafen.

Wunden lecken können die Rabenhorst-Schützlinge, die in der Tabelle um einen Platz auf Rang neun zurückgefallen sind, in den kommenden beiden Wochenenden auswärts — zunächst beim MTV Altlandsberg (Platz 6), danach bei der TSG Rudow (11.). Eine Chance zur Wiedergutmachung in eigener Halle besteht erst am 2. April, wenn Tabellenführer HV Grün-Weiß Werder beim DSV gastiert. Fest steht bis dahin, dass die Bad Doberaner ihren treuen Fans am Sonnabend Handball zum Abgewöhnen geboten haben.

 



Burkhard Ehlers

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