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Die Fitmacher im Hintergrund

Bad Doberan Die Fitmacher im Hintergrund

Immer mehr Fußballteams setzen auf die Unterstützung von Physiotherapeuten

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Jarl Feldbinder (oben) wird auf dem Traininsggerät von Physiotherapeut instruiert. FOTOS (2): JAN GEHRMANN

Bad Doberan. Ein wenig erinnert es an Bullenreiten in einem Western. Mit breitem Stand steht Jarl Feldbinder auf dem „imoove“ , einem Gerät zur Steigerung der fünf motorischen Leistungsfähigkeiten – Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer. Jeder einzelne Muskel scheint angespannt. Nur mit Mühe kann der 19-jährige seinen Stand halten.

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Immer mehr Fußballteams setzen auf die Unterstützung von Physiotherapeuten

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Physiotherapeut Andrè Berthold gibt ihm Anwesiungen. „Tiefer im Becken, links mehr ziehen, links, rechts, rechts, jetzt rechts auf den Füßen, Zehenspitzen, Brust raus“, weist er seinen Patienten und Spieler des SV Parkentin mit klaren Kommandos auf Fehlstellungen hin.

Diese Therapie findet in der Physiotherapie-Praxis von André Berthold in Rostock statt, er ist Partner der Parkentiner Fußballer.

Verziert mit Trikots von bekannten Kunden steht der moderne Raum auch für eine Entwicklung, die sich seit geraumer Zeit im lokalen Fußball abspielt. Denn Eisspray und Pferdesalbe gelten längst nicht mehr als das Allheilmittel gegen Blessuren und Überanstrengung. Heute prägen zunehmend Kinesio-Tape, gezielte Massagen und Stabilitätsübungen das medizinische Programm der Kicker.

„Früher hätte es bestimmte Sachen so nicht gegeben“, weiß auch Parkentins Trainer Christoph Wagner zu berichten. Früher, das war für den Übungsleiter vor 2012. Wagner, damals noch als aktiver Spieler, war nach einer Schulter-OP bei André Berthold, dem Praxisinhaber, in Behandlung. Schnell entwickelte sich ein persönlicher Kontakt und die Idee einer Zusammenarbeit mit dem gesamten SV Parkentin.

„Beide Seiten haben etwas davon. Unsere Spieler freuen sich über die gute Behandlung bei einem festen Ansprechpartner und André über die Kundschaft“, erklärt Wagner, der sich dadurch bestätigt fühlt, dass seine Schützlinge seitdem weniger über muskuläre Probleme klagen und nach Verletzungen schneller ins Team zurück kommen.

„Oft sind es kleine Sachen. Die Spieler lassen sich tapen oder ihnen werden Übungen aufgezeigt, mit denen sie ihren Beschwerden entgegenwirken können", berichtet Wagner.

Diese Entwicklung deckt sich mit den Zielen von Andrè Berthold: „Unser Konzept ist es, auch im Breitensport bestmögliche Bedingungen anzubieten. Beim Ziel, die Ausfallzeit zu verkürzen, versuchen wir alles aus dem Sportler herauszukitzeln“, so Berthold, der in gleicher Funktion auch beim Landesligist FSV Kühlungsborn aktiv ist.

Einen großen Unterschied bei der Arbeit mit den beiden Fußballclubs aus unterschiedlichen Spielklassen sieht der 29-jährige aber nicht.

Auch beim anderen Landesligisten der Region, dem Doberaner FC, vertraut man auf den Rat von Fitnesstrainer und Physiotherapeuten. Seit einigen Jahren macht Personaltrainer Andy Floreck den DFC-Kickern Beine. Physiotherapeutin Jessica Becker betreut die Fußballer seit dem Beginn der aktuellen Rückrunde.

Beim Kröpeliner SV gibt es ebenfalls Erfahrungen mit der Physiotherapie. Vor einigen Jahren ließen sich die Schusterstädter ebenfalls von einem „Physio“ beraten.

Fußballabteilungsleiter Mathias Hausburg erinnert sich: „Als ein Physiotherapeut vor Ort war, hatten die Jungs auch mehr Wehwehchen zu beklagen.“ Bei einem Team in der 1. Kreisklasse sei eine ständige Betreuung seiner Meinung nach aber nicht erforderlich.

Für die Nachbehandlung nach schweren Verletzungen mache solch eine Partnerschaft aber Sinn, schiebt Hausburg nach.

Für die Fußballer hat André Berthold einen wichtigen Rat: „Im Amateursport ist es auch mal gut, seine Grenzen zu kennen, oder es lieber auch mal sein zu lassen."

Denn der Therapeut weiß: „Das Bewusstsein im Leistungssport ist höher. Die Athleten und Trainer nehmen den Rat eher an. In den unteren Ligen neigen Trainer oft dazu, ihre Spieler zu verheizen. Auch die Sportler müsse man eher bremsen, da sie oft auch entgegen dem physiotherapeutischen Rat unbedingt spielen wollen.

Jan Gehrmann

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