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Enttäuschte Sieger: SG-Junioren dürfen nicht aufsteigen

Kirch Mulsow Enttäuschte Sieger: SG-Junioren dürfen nicht aufsteigen

Landesverband verweigert erfolgreicher Spielgemeinschaft Sprung in die höhere Klasse

Kirch Mulsow. Sie haben in den zurückliegenden zehn Monaten fleißig trainiert, haben in den Punktspielen 112 Tore geschossen, nur 37 Gegentreffer zugelassen und stehen schon vor dem letzten Spieltag, der am kommenden Wochenende ansteht, als bestes Team da. Die A-Juniorenfußballer der Spielgemeinschaft Neubukow/Mulsow/Rerik sind mit 17 Siegen und 4 Unentschieden bislang ungeschlagen und dürfen sich „Staffelsieger der Landesliga“ nennen. Mehr aber haben sie nicht von ihrem sportlichen Erfolg, denn der Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse, die Verbandsliga, wird der Mannschaft verwehrt, nur weil sie eine Spielgemeinschaft ist. Anstelle der SG soll nun der drittplatzierte (!) Rostocker FC aufsteigen.

Schon vor zwei Monaten informierte SG-Trainer Silvio Schulze über eine Klausel der Spielordnung, herausgegeben vom Landesfußballverband (LFV): „Als Spielgemeinschaft dürfen wir nicht aufsteigen. Wir haben aber den Antrag gestellt, dass man in unserem Fall eine Ausnahme macht.“

Doch die Antwort war ernüchternd. Der Verband hält am Aufstiegsverbot für Spielgemeinschaften fest. Das bestätigt Eckhard Stender, der Vorsitzende des LFV-Jugendausschusses. „So steht es in der Spielordnung und daran haben wir uns zu halten“, sagt Stender und ergänzt: „Spielgemeinschaften sind Notgemeinschaften, die für kurze Zeit gebildet werden.“ Dass bei der SG Neubukow/Mulsow/Rerik drei Vereine aus einer Region schon seit sechs Jahren ihre Nachwuchsspieler aller Altersklassen in gemeinsamen Teams vereinen, ist für Stender kein Grund, den Fall gesondert zu behandeln. „Dann hätten die drei Vereine längst einen Förderverein gründen können, unter dessen Namen die Mannschaften antreten oder sie hätten die A-Jugend unter einem ihrer Namen angemeldet“, meint der Funktionär. Einen Handlungsspielraum, dem Antrag der Salzhaff-SG doch zuzustimmen, sieht er nicht.

Dabei räumt Paragraf 7 der Spielordnung, der Auf- und Abstieg regelt, den Verbandsgremien gerade im Jugendbereich einen großen Spielraum ein. Dort heißt es unter Punkt 5: „Für die Entwicklung und Förderung des Nachwuchsfußballs kann der Vorstand auf Vorschlag des Jugendausschusses gesonderte Festlegungen treffen, die... zu veröffentlichen sind.“ Zeitliche oder inhaltliche Einschränkungen für „gesonderte Festlegungen“ werden nicht genannt.

Mehr Flexibilität und unbürokratisches Handeln in Zeiten des demografischen Wandels erwartet Thomas Jenjahn, Bürgermeister von Kirch Mulsow und Amtsvorsteher des Amtes Neubukow-Salzhaff vom Verband.

Er nennt es „bedauerlich, dass die Verantwortlichen des Fußballverbandes ihr kleinkariertes Denken nicht überwinden können und so der weiteren Entwicklung dieser Talente im Wege stehen“. Jenjahn appelliert dennoch an die Verantwortlichen, „den verweigerten Aufstieg zu revidieren und so ein Zeichen zu setzen, dass in ihren Köpfen ein Umdenken begonnen hat.“

Aus Sicht des SG-Trainers Silvio Schulze ist die Verweigerung des Aufstiegs „sportlich eine mittlere Katastrophe“. Eine Mannschaft von dieser Qualität werde es innerhalb der SG lange Zeit nicht geben. „Das ist eine besondere Mannschaft, die einst von Jens Saufklever aufgebaut wurde und die ich als Trainer von ihm vor eineinhalb Jahren übernahm. Dass die Jungs nun nicht auch von ihrem sportlichen Erfolg, für den sie geackert haben, profitieren sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Die Mannschaft nur unter einem Vereinsnamen anzumelden, sei nie eine Option gewesen. Die Bindung jedes einzelnen Spielers zu seinem Heimatverein sollte weiter bestehen. Bei der Bildung der SG sei dies ein wichtiger Aspekt gewesen, berichtet Schulze.

Seit Bildung der Spielgemeinschaft für den Nachwuchs hat sich im Verhältnis der beteiligten Vereine aus Neubukow, Kirch Mulsow und Rerik viel verändert. So wurde der Rivalität zwischen Neubukow und Mulsow um die „Macht am Hellbach“ die Schärfe genommen.

Rolf Barkhorn

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