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Früherer DSV-Handballer paddelt zur Goldmedaille

Bad Doberan Früherer DSV-Handballer paddelt zur Goldmedaille

Florian Glamann erlebte mit der Drachenboot-Nationalmannschaft eine erfolgreiche Europameisterschaft in Rom

Bad Doberan. Als Handballer war Florian Glamann einst bei den Männern des Bad Doberaner SV für sehenswerte Tore aus dem Rückraum verantwortlich. Nach seinem verletzungsbedingten Karriereende hat der 26-Jährige mittlerweile auf dem Drachenboot seine neue sportliche Heimat gefunden. Bemerkenswert: In der Wasser-Disziplin kann sich der gebürtige Güstrower schon nach kurzer Zeit Europameister nennen.

 

OZ-Bild

Florian Glamann, ehemaliger Handballer des DSV holte Gold bei der Drachenboot-EM.

Quelle: privat

Man hat nur wenig Zeit, seine Leistung abzuru- fen. Jeder Fauxpas wird bestraft.“Florian Glamann,

EM-Sieger im Drachenboot

Bei der kürzlich zu Ende gegangenen Drachenboot-EM in Rom saß der Kraftprotz im sogenannten „Standardboot“ und holte in der Wettkampfklasse der Herren zusammen mit 19 weiteren starken Männern an den Paddeln die Goldmedaille über die Distanz von 500 Metern. Hinzu kamen Silber über 200 Meter und Bronze über zwei Kilometer. Überhaupt war die Nationalmannschaft des Deutschen Drachenboot Verbandes (DDV) bei den Wettkämpfen in der italienischen Hauptstadt sehr erfolgreich. „Unser Team hat in verschiedenen Booten (neben dem Standardboot gibt es auch noch das Kurzboot/d. Red.), Bereichen (Herren, Frauen, Mixed/d. Red.) und Distanzen insgesamt vier Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen geholt", berichtet Glamann.

Bereits vor dem unfreiwilligen Ende seiner Handball-Laufbahn durch anhaltende Knieprobleme im Sommer 2015 hatte der Maschinenbaustudent erste Erfahrungen am Paddel gesammelt. „Drachenboot bin ich bereits seit vier Jahren immer in der Sommerpause in Güstrow gefahren. Nach dem Handball-Aus habe mir dann ein leistungsorientiertes Team in Rostock gesucht“, erzählt Florian Glamann. Bei den Seebären in der Hansestadt weckte er schnell das Interesse des DDV, der ihn im Mai nach einem erfolgreichen Leistungstest für die EM in Rom nominierte.

In seinem neuen Drachenboot-Umfeld fühlt sich Glamann wohl. Dennoch sagt er: „Beim Handball ist alles noch etwas familiärer.“ Gerade in seinen fünf Jahren im Dress des Doberaner SV sei dies der Fall gewesen. „In unserem Vereinsteam jetzt sind wir 40 Paddlerinnen und Paddler. Dass man da nicht mit jedem Kontakt hat, ist glaube ich normal.“ Und bei der Nationalmannschaft geht es nochmal anders lang: „Alle arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin, wie jetzt die Europameisterschaft.“

Zwischen seinen früher oder aktuell aktiv betriebenen Sportarten liegen aus Glamanns Sicht Welten, nicht nur aufgrund der ohnehin sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen. „Beim Handball hat man sechzig Minuten Zeit und kann einen Fehler auch mal wieder ausbügeln. Im Drachenboot aber hat man auf der Strecke von 200 Metern beispielsweise nur knapp 50 Sekunden Zeit, seine Leistung abzurufen.

Hier wird jeder Fauxpas gnadenlos bestraft.“

Vor dem sehr erfolgreichen Schritt ins Drachenboot hatte Florian Glamann als Zehnjähriger mit dem Handballsport in Güstrow begonnen. Es folgten die Wechsel aus der Barlachstadt zum HC Empor Rostock und später nach Bad Doberan. Etwas aus dieser Zeit vermisst er doch: „Ein bisschen fehlt mir der Körperkontakt, dass man nicht mehr austeilen oder auch einstecken kann.“ Immerhin: Mit Stippvisiten bei den Spielen seiner Ex-Vereine hat Glamann immer wieder die Gelegenheit, seiner Handball-Leidenschaft – wenn auch nicht mehr als Aktiver – nachzugehen. Mit seinen früheren Teamkameraden kann er dann in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen oder nun von seinen neuen Drachenboot-Erfahrungen berichten. Seine Geschichte von der EM 2016 in Italien ist in jedem Fall erzählenswert.

Simone Seidel

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