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Fußball gespielt wurde auf der Pfarrwiese

Rethwisch Fußball gespielt wurde auf der Pfarrwiese

Der SV Rethwisch wurde vor 40 Jahren gegründet

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Rethwisch. In einer Woche feiern die Mitglieder des Sportvereins „Rethwisch 76e.V“ den 40.Jahrestag ihrer Vereinsgründung mit einem zweitägigen Veranstaltungsprogramm von der Grillparty am Freitagabend bis zum Herrenfußballturnier am Sonnabend.

Gerade die älteren Vereinsmitglieder werden den Anlass auch nutzen, um sich an „alte Zeiten“ zu erinnern. Walter Baumgart, der heutige Vorsitzende des SV Rethwisch war zwar kein Gründungsmitglied, stieß aber ebenfalls schon im Gründungsjahr 1976 als junger Fußballer zum Verein. „Die meisten Fußballer, die den Verein gründeten, hatten in der Fersenaufzucht im Ort gearbeitet und so wurde der Verein dann auch als Betriebssportgemeinschaft gegründet“, weiß der 61-Jährige.

Mitte der 70er Jahre nach dem berühmten „Sparwasser-Siegtor“ der DDR im WM-Spiel gegen die BRD wurde Fußball auch im Osten forciert. Die BSG aus Rethwisch nahm am Punktspielbetrieb auf Kreisebene teil und auch Erfolge stellten sich ein. Auf den Sportplatz neben der Schule, heute die Heimstätte des SV Rethwisch, durften die Fußballer allerdings nicht. „Wir haben unsere Spiele auf der Pfarrwiese ausgetragen. Die Tore sowie die Karre zum Abkreiden haben uns die Schlosser von der Fersenaufzucht gebaut“, erinnert sich Walter Baumgart. Dass der Schulrasen für die Kicker tabu war, habe daran gelegen, dass die damalige Schuldirektorin eine Anhängerin des Handballsports gewesen sei. „Wenn wir Fußballer die Sporthalle zum Training nutzen wollten, hatten wir laut Anordnung der Direktorin dort Handball und nicht Fußball zu spielen“, berichtet der Vereinsvorsitzende von Willkür der Schulleiterin. Dafür erhielten die Rethwisch-Kicker von ihrem „Trägerbetrieb“ jede Unterstützung. Auch die Auswärtsfahrten der Fußballer wurden von der Fersenaufzucht organisiert. Heute müssen Vereine sich selbst um den Transport ihrer Mannschaften kümmern.

Mit der Wende war auch die Allmacht der Schulleiterin vorbei. Die Fußballer zogen von der Pfarrwiese auf den Sportplatz um. Das gefiel nicht allen Laubenpiepern in der benachbarten Kleingartenanlage.

Wenn der Ball nach einem Weitschuss mal in den Gärten landete, musste er von den Fußballern mit viel Bitten und Flehen zurückgeholt werden. „Da war die Reaktion ganz unterschiedlich. Einige gaben uns den Ball freundlich zurück, andere rückten ihn nicht wieder heraus. So sind wohl einige Bälle im Lauf der Jahre dort geblieben“, nimmt Walter Baumgart, der vor drei Jahren den Vorsitz von seinem Bruder Roland übernahm, an.

Viele Jahre wirkte Walter Baumgart auch als Trainer für den Verein. Zunächst übernahm er die C-Jugend. Die führte er dann bis in den Männerbereich und danach noch einige Jahre. „Das war eine gute Truppe. Wir haben es bis in die Bezirksklasse geschafft und uns dort auch ein paar Jahre gehalten. Ein bisschen Glück war manchmal auch dabei. Einmal entschied ein einziges Tor mehr zu unseren Gunsten“, erzählt er.

Heute freut sich der Vereinsvorsitzende über die guten Bedingungen. Der neue Kunstrasenplatz hat dem Verein im Nachwuchsbereich einen Boom beschert. Und auch die anderen Abteilungen, die inzwischen das Vereinsleben bereichern – der Frauensport, der Mutter- und Kindsport und die Voltigierer – erfahren regen Zulauf. Erfolgreich entwickeln konnte sich der SV Rethwisch aber nur, so betont Baumgart, weil sich Ehrenamtler für den Verein engagieren.

Fakten

1976 wurde die BSG „Fersenaufzucht“ in Rethwisch gegründet. Einzige Sportart, die angeboten wurde, war zunächst Fußball.

16 Mitglieder zählte der Verein bei seiner Gründung. Der Verein erhielt regen Zulauf und die Fußballer waren auf Kreisebene erfolgreich.150 Mitglieder treiben heute Sport in verschiedenen Sportarten und Disziplinen. Drei Viertel der Vereinsmitglieder sind aktuell Kinder und Jugendliche. Fußball ist die größte Abteilung im Verein.

Rolf Barkhorn

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