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Internationales Fußball-Flair in Satow

Satow Internationales Fußball-Flair in Satow

Vor 300 Zuschauern boten Kickerinnen aus Potsdam und Malmö am Sonnabend eine ansehnliche Partie.

Satow. Der Kraftakt hat sich gelohnt: Nur viereinhalb Tage hatte der SSV Satow Zeit, das Aufeinandertreffen zweier europäischer Spitzenklubs im Frauenfußball auf die Beine zu stellen. Davon war am Sonnabendmittag nichts zu spüren, als Schiedsrichter Stefan Beyer das Testspiel zwischen dem FFC Turbine Potsdam und dem FC Rosengård aus Schweden im idyllischen „Stadion zum Beerwinkel“ anpfiff.

Gut zwölf Stunden nach dem Olympiafinale zwischen den Nationalmannschaften beider Länder – Deutschland siegte bekanntlich mit 2:1 – boten die Kontrahentinnen den rund 300 Zuschauern in Satow 90 unterhaltsame Minuten. Am Ende setzten sich die Schwedinnen durch einen wunderschönen Treffer von Ella Masar-McLeod (19.) nicht unverdient mit 1:0 durch. „Uns fehlte anfangs noch die Geschwindigkeit“, stellte FFC-Coach Matthias Rudolph fest.

Das war allerdings kein Wunder, denn die Elf aus Malmö hat bereits die ersten beiden Spieltage der neuen Saison absolviert, während der Bundesliga-Start für die Potsdamerinnen in Hoffenheim erst am 4. September ansteht. Trotz dieser unterschiedlichen Voraussetzungen waren beide Trainer mit dem Test in Mecklenburg-Vorpommern – sozusagen ein Treffen auf halber Strecke – überaus zufrieden.

„Nach dem enttäuschenden siebenten Platz im Vorjahr gilt es, die Mannschaft neu aufzubauen. Das muss sich alles noch finden, auch die Ziele für die Zukunft“, sagte Matthias Rudolph, der sein Amt erst vor dieser Saison von der Potsdamer Trainerlegende Bernd Schröder übernommen hat.

„Auf einem guten Weg“ wähnte sich Rosengård-Trainer Jack Majgaard Jensen. „Mit dem Silber bei Olympia ist der schwedische Frauenfußball noch stärker geworden. Ich glaube, das hat man heute auch gesehen“, freute sich der 43-Jährige. Ungewöhnlich: Seine Schützlinge bestreiten am kommenden Sonntag in Malmö das schwedische Pokalfinale der Vorsaison gegen Linköpings FC. Dann stehen dem zehnfachen schwedischen Meister auch seine Olympia-Kickerinnen wieder zur Verfügung – die fünffache Weltfußballerin Marta (Brasilien) sowie Emma Berglund und Schwedens Frauenfußball-Idol Lotta Schelin.

Auch der FFC Turbine Potsdam, der unter anderem 2005 und 2010 in der Champions League triumphierte, musste noch auf seinen beiden Olympiasiegerinnen verzichten. Tabea Kemme und Svenja Huth kehren erst Anfang der Woche aus Rio de Janeiro zurück. So lief in Satow nur eine Olympia-Teilnehmerin auf: Die frühzeitig gescheiterte Neuseeländerin Ali Riley spielte für den FC Rosengård, in dessen Reihen übrigens Englisch „Amtssprache“ ist.

Die Verantwortlichen des gastgebenden Spiel- und Sportvereins Satow freuten sich riesig über das ebenso kurzfristig angesetzte wie gelungene Fußball-Event. „Juri Schlünz (die einstige Hansa-Ikone wohnt in Satow/d.Red.) hat mich am Montagabend angerufen und gefragt, ob wir für Kühlungsborn einspringen können, nachdem der Platz dort gesperrt war. Dann hat das Telefon geglüht. Alle haben mitgezogen, und heute steht die Partie“, zeigte sich SSV-Vorsitzender Martin Schulz stolz und erleichtert. Für Schlünz war die Partie gleichzeitig auch ein bisschen Arbeit in seinem neuen Job bei der AOK Nordost. Die Krankenkasse, bei der Schlünz die Sportförderung betreut, ist nämlich Hauptsponsor der Fußballerinnen von der Havel. „Dieses hochkarätige Duell ist schon eine Hausnummer“, wusste der 55-jährige Ex-Profi. Satows Bürgermeister Matthias Dreese freute sich über die „vielen Zuschauer“. Knapp 100 von ihnen kamen aus Brandenburg – mit eigenem Fan- Bus. Auch nicht alltäglich.

Burkhard Ehlers

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