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Nur Hansa hat mehr Schiris als der DFC

Bad Doberan Nur Hansa hat mehr Schiris als der DFC

Stefan Liermann kümmert sich beim Doberaner Fußballclub um die Unparteiischen des Vereins

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Stefan Liermann (45) ist im erweiterten Vorstand des Doberaner FC für die Schiedsrichter des Vereins als Ansprechpartner zuständig.

Quelle: Foto: R.barkhorn

Bad Doberan. Beim Doberaner Fußballclub ist nicht nur der Spielbetrieb der Mannschaften Gegenstand sorgfältiger Planung. Auch den Schiedsrichtern, wie sie jeder Verein nach einem bestimmten Schlüssel zu stellen hat, wird besondere Aufmerksamkeit seitens des Vorstandes gewidmet.

So wurde Stefan Liermann, langjähriger Jugendtrainer bei den Doberanern und momentan Übungsleiter der E1-Junioren, in den erweiterten Vorstand berufen. Dort ist er für das Schiedsrichterwesen im Verein zuständig. „Wir wollen unsere Unparteiischen zielgerichtet gewinnen und fördern und dies nicht dem Selbstlauf überlassen“, äußerte sich DFC-Präsident Andreas Jahncke kürzlich.

Liermann selbst beschreibt seine Funktion, die für kleine Vereine wie den Doberaner FC schon Beispielcharakter hat, so: „Ich bin neben André Behrens, unserem Sportlichen Leiter, Ansprechpartner für alle Schiedsrichter in unserem Verein und ich kümmere mich darum, neue Schiedsrichter zu werben.“

Zurzeit hat der Verein 13 Referees angemeldet und damit das Soll von fünf einsatzfähigen Unparteiischen weit übertroffen. „Nach Hansa Rostock sind wir der Verein mit den meisten angemeldeten Schiedsrichtern in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt stolz Stefan Liermann, meint aber auch: „Es können gar nicht genug sein, denn nicht jeder von ihnen kann jedes Wochenende ein Spiel leiten. Wir nehmen gern auch noch mehr Schiedsrichter auf.“

Der Doberaner FC lockt Referees nicht mit Prämien oder großen Versprechen, aber gewisse Anreizte gebe es auch, sagt Liermann. „Wir statten unsere Schiedsrichter mit Spielkleidung, Trainingsanzügen und den nötigen Utensilien aus und übernehmen auch die Kosten für Aus- und Weiterbildung. Außerdem müssen sie bei uns keinen Vereinsbeitrag zahlen. Davon sind sie automatisch freigestellt“, betont der Obmann.

Dass die Zusammenarbeit ein Geben und Nehmen ist, wird auch bei den großen Turnieren des DFC deutlich. „Unsere jungen Schiedsrichter unterstützen uns großartig, in dem sie die Turnierspiele bei den Junioren leiten. Sie sind dann alle mit viel Einsatzwillen und Freude dabei. Und sie gewinnen ganz nebenbei an Erfahrung hinzu.“

Der Verein hatte sich beim DFB danach erkundigt, wie man die eigenen Unparteiischen vertraglich fester binden könnte. „Aber eine solche Möglichkeit gibt es leider nicht. Wir werden zwar jedes Jahr verpflichtet, eine gewisse Anzahl an Schiris zu stellen, aber vertraglich binden dürfen wir sie nicht“, bedauert Stefan Liermann. Denn auch im Amateurfußball der Region ist es längst zur gängigen Praxis geworden, dass Schiedsrichter von anderen Vereinen mit attraktiven Prämien oder geldwerten Leistungen abgeworben werden. „Das ist, wenn man das Geld dafür hat, natürlich einfacher, als sich so wie wir langfristig und zielgerichtet um die Schiedsrichter zu kümmern“, meint Liermann, der dennoch davon überzeugt ist, dass am Ende das Ansehen eines Vereins ausschlaggebend dafür ist, ob Ehrenamtler gern für ihn antreten.

Als Verantwortlicher für das Schiedsrichterwesen beim Doberaner FC hat Liermann aber keinen Einblick in die Ansetzungsplanungen des Kreisverbandes: „Wir werden nicht darüber informiert, wo unsere Leute eingesetzt werden und ob der Einsatz dann auch erfolgt ist. Die Kommunikation auf diesem Gebiet zwischen dem Kreisverband Warnow und den Vereinen ist nicht mehr zeitgemäß. Zurzeit fehlt es den Funktionären noch an der Bereitschaft, das zu ändern und organisatorische Informationen mit den Vereinen zu teilen.“

So erfuhr der Doberaner FC eher zufällig, dass zwei seiner Leute, Rudi Scherff und Eric Starck, als junge Schiedsrichter ins Förderprogramm des Verbandes aufgenommen wurden. „Auf die Jungs können wir richtig stolz sein“, freut sich Liermann.

Aber auch wenn ein Referee dem Einsatz fernbleibt oder längere Zeit ohne sich abzumelden, nicht einsatzfähig ist, sind die Vereine die Letzten, die das erfahren. So haben sie oft keine Möglichkeit der Einflussnahme. Die Sollerfüllung kann sogar in Gefahr geraten, ohne dass der Verein rechtzeitig Kenntnis davon hat.

Wie sich das auswirken kann, wenn Vereine ihr Soll über längeren Zeitraum nicht erfüllen, erfuhren in der zurückliegenden Saison Vereine in der Region. So wurden der Landesliga-Elf des FSV Kühlungsborn und dem Kreisligisten SV Wittenbeck jeweils sechs Punkte aberkannt. Wittenbeck war dadurch sogar abgestiegen und konnte nur aufgrund eines Startverzichts erneut in der Kreisliga starten (OZ berichtete). „Soweit würden wir es beim Doberaner FC aber nicht kommen lassen“, ist Stefan Liermann zuversichtlich. Denn zu seinen Schiris hat er stets einen kurzen Draht.

Internet: oz-sportbuzzer.de;

www.doberaner-fc.de

Kontakt: ☎ 0172/ 316 12 28

Rolf Barkhorn

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