Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Tischtennis-Sportler mit Leib und Seele

Bad Doberan Tischtennis-Sportler mit Leib und Seele

Seit über 30 Jahren bringt Manfred Neu dem Bad Doberaner Nachwuchs den Umgang mit Zelluloidball und Schläger bei

Bad Doberan. Vor mehr als 50 Jahren packte es ihn — das Tischtennis-Fieber. Für Manfred Neu blieb dieser Sport bis heute eine große Leidenschaft, die er seit den 1980er Jahren auch als Übungsleiter im Bad Doberaner SV an andere weitergibt — und so eine Tradition bewahrt.

 

OZ-Bild

Manfred Neu, Doberaner SV.

Quelle: Sabine Hügelland

Seit Anfang der 50er Jahre wird in Bad Doberan vereinsaktiv Tischtennis gespielt. Manfred Neu stieg 1959 als Jugendlicher ein: „Bad Doberan blieb lange Zeit eine kleine Hochburg für Tischtennis", erinnert sich der 71-Jährige. „Durch zwei sehr gute Tischtennis-Spieler, die bei mir in der Straße wohnten, kam ich zum Sport." Die Spielverhältnisse damals waren wenig komfortabel. Eine Baracke musste reichen. Die aus England stammende Rückschlagsportart verbreitete sich im 19. Jahrhundert schnell und entwickelte sich zum komplexen Wettkampf-Spiel: „Einfaches Tischtennis kann jeder lernen.

Doch wenn es um Regelspiele geht, wo Koordination von Nöten ist, wird es für viele zu kompliziert“, weiß Neu. „Die Feinmotorik wird geschult, jede Hand macht etwas anderes." Viel Fleiß brauche man, um ein guter Tischtennis-Spieler zu werden. „Das dauert Kindern oftmals zu lange. Sie wollen schnelle Ergebnisse sehen, ihnen fehlt es heute an Geduld“,, weiß der Übungsleiter, der seit 35 Jahren auch die Jugend im Doberaner SV trainiert. Zwölf bis 15 Kinder kommen montags in der Zeit von 17.30 bis 19.30 Uhr zum Training nach Bad Doberan, um die 30 Erwachsene trainieren freitags von 18 bis 21.30 Uhr. Neben Wettkampf-Teilnehmern kommen auch Hobby-Sportler. „Im Tischtennis gibt es nur Sieger und Verlierer. Nach einer Niederlage können schon mal vor Wut die Schläger fliegen, da muss auch man Selbstbeherrschung lernen", sagt der Doberaner. Emotionen, die wohl jeder Sportler kennt.

Ein besonderer Aspekt im Tischtennis: „Es gibt kaum Sportarten, in denen man bis ins hohe Alter so aktiv sein kann. Im Tischtennis gibt es Europameisterschafts-Teilnehmer, die sind über 70“, erklärt Neu. Der Sport erfordert jedoch mehr Körpereinsatz, als er vermuten lässt. Manfred Neu blieb sein Leben lang schlank. „ Am Tisch ist man immer in Bewegung", sagt er und fügt an: „Es gibt sogar Ärzte, die verschreiben Tischtennis für Patienten nach einer Herz-OP, damit sie wieder fit werden. Das hat selbst mich erstaunt."

Mittlerweile hat sich Tischtennis in Bad Doberan mehr zum Freizeitsport gewandelt. „Leider! Viele haben einfach keine Zeit mehr, aktiv zu spielen", bedauert Manfred Neu. Schöne Erinnerungen hegt er an die Punktspiele zu DDR-Zeiten. „Viele Freundschaften wurden da geschlossen“, so Manfred Neu. Der gelernte Kraftfahrzeugschlosser arbeitete nach der Wende in der Klimatechnik und auf dem Campingplatz in Börgerende. Der Sport kam nach der Arbeit dran, so blieb kaum Freizeit: „Ohne die Unterstützung und das Verständnis meiner Frau hätte ich nicht als Übungsleiter arbeiten können“, betont der zweifache Vater und vierfache Großvater. Sein Ehrenamt will er noch zwei Jahre ausüben. Was den Senior sorgt: „Ich bin im DSV momentan der einzige Übungsleiter mit C-Lizenz. Ich hoffe aber, dass sich jemand findet, der das übernimmt."

Von Sabine Hügelland

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Sport Doberan
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.