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Winterpause für 37 Segelboote

Rerik Winterpause für 37 Segelboote

Der Seglerverein Alt Gaarz hat am Samstag mit einem Autokran die Boote aus dem Wasser geholt

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Ruderblatt und Kiel des Bootes werden auf dem Trailer verstaut. Anschließend wird es abtransportiert.

Quelle: Fotos: Jens Wagner

Rerik. Wenn die Regentage überwiegen, es nass und kalt wird und der Winter naht, dann endet auch für die meisten Bootsbesitzer die Saison. Sie nennen es „Auskranen“, wenn ihre Segelboote ins Winterlager gebracht werden müssen.

OZ-Bild

Der Seglerverein Alt Gaarz hat am Samstag mit einem Autokran die Boote aus dem Wasser geholt

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Es ist Samstagfrüh um 9.30 Uhr in Rerik an der Marina. Der Himmel ist grau, das Wasser ruhig, es nieselt unaufhörlich. Während sich die meisten wohl noch einmal im Bett umdrehen, sind Martin Wegner-Repke und dutzende andere Männer schon lange auf den Beinen. Sie haben regenfeste Kleidung an, Mützen auf, geschützt vor Regen. Heute werden 37 Segelboote aus dem Wasser geholt. „Das ist ein riesiger bürokratischer Aufwand“, erklärt Wegner-Repke, der Vorsitzende des Seglervereins Alt Gaarz, zu dem die Boote gehören. Zahlreiche Sondergenehmigungen müssen dafür eingeholt werden. Zum Beispiel für die Absperrung der Promenade, was sehr zum Ärger des Vorsitzenden immer wieder von Schaulustigen mit Kindern ignoriert werde, aber auch für die Fahrt mit einem überbreiten Fahrzeug durch die Stadt. Für das „Auskranen“ hat der 200 Mitglieder zählende Verein extra einen Autokran aus Rostock angefordert.

Es regnet noch immer, doch die Männer arbeiten kontinuierlich die im Vorfeld ausgearbeitete Liste mit der Reihenfolge der Boote ab. Bereits letztes Wochenende sind die Masten abgenommen und verstaut worden. In diesem Moment legen die Männer die Bänder unter die „Kleine Wolke“, der Kran hebt das schwere Boot langsam aus dem Wasser. Vorsichtig wird es auf den Trailer gelegt, den ein Traktor bereits bis auf die Zufahrt vorgefahren hat. Der Bootseigner und andere vom Verein stützen das Boot mit den Händen ab, legen es in die richtige Position, ziehen an Gurten und Tauen, sichern alles für den Transport. Dann zieht ein Zugfahrzeug die „Kleine Wolke“ in die Halle, wo es mit einem Kärcher abgestrahlt wird. Am Ende wird Wegner-Repke sagen, dass jeder Zentimeter der Halle ausgenutzt ist, weil die Boote dicht an dicht stehen. Auch die „Luvtikus“ ist bald dran. Norbert Haack heißt sein Besitzer und er beobachtet vom gegenüberliegenden Steg das Geschehen. „Wir wohnen in Zeven zwischen Bremen und Hamburg, sind aber seit den 90er-Jahren in Rerik“, sagt der Rentner. Er und seine Frau haben hier eine Ferienwohnung, da biete sich natürlich auch ein Boot an. Doch mit seiner Frau ist er nicht oft auf der „Luvtikus“ unterwegs. „Ihr wird immer schnell schlecht“, grinst der Seemann. Stattdessen lädt er Freunde und Bekannte ein, segelt die Ostsee auf und ab. „Bis nach Dänemark, Schleswig-Holstein, die Schlei, Hiddensee“, zählt er auf. Dieses Jahr habe er zum ersten Mal eine Nachtfahrt gemacht, „es war furchtbar“, sagt er und lacht. Nein, nicht wegen den Sichtverhältnissen, sondern wegen der Müdigkeit. Doch er hielt tapfer durch und als die Sonne exakt um 4.38 Uhr aufging und ihn anstrahlte, entschädigte das für alles. „Ein tolles Gefühl“, sagt er dann doch. Für 2017 hat sich Haack vorgenommen bis nach Bornholm zu segeln. Doch nun ist erst einmal Feierabend. Die „Luvtikus“ wird in ihrem Winterlager noch abgespritzt. Dann ist Ruhe.

Katarina Sass

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