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Stadt hat Nachholbedarf beim Radverleih

Bad Doberan Stadt hat Nachholbedarf beim Radverleih

In Doberan soll man 2017 auch Fahrräder mieten können / E-Bikes der RSAG am Drümpel kaum angenommen

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Am Drümpel stehen die E-Bikes der Rostocker Straßenbahn AG. Zehn und 20 Personen nutzen im Monat die Räder.

Quelle: Katarina Sass

Bad Doberan. Die Münsterstadt will Familien und gut situierte Urlauber anlocken, doch es gibt in Doberan keine Möglichkeit, Fahrräder auszuleihen. Und die E-Bikes in der Mietstation am Drümpel werden fast gar nicht genutzt.

Seit Jahren betreibt die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) Mietstationen für E-Bikes – Pedelecs genannt – unter anderem in Bad Doberan und in Nienhagen. Es ist ein aufwendig beworbenes Pilotprojekt zur Elektromobilität, von der EU gefördert. Zielgruppe sind vorwiegend Pendler, die von Bus und Bahn auf die E-Bikes umsteigen und zur Arbeit fahren sollen. Doch auch die Urlauber sollen ins Boot geholt werden.

Vier Fahrräder mit Eletroantrieb können über eine Karte in der Mietstation am Drümpel, wo die E-Bikes auch aufgeladen werden, ausgeliehen werden. Zehn bis 20 Personen würden die Räder monatlich nutzen, „in Doberan sind es mehr Einheimische, in Nienhagen mehr Touristen“, teilt RSAG-Sprecherin Beate Langner mit. Daran glaubt Jochen Arenz, Tourismus-Ausschussvorsitzender, längst nicht. „Das kann nicht stimmen“, sagt Arenz. Er geht davon aus, dass 99 Prozent der Doberaner nichts von dieser Ausleihmöglichkeit wissen – inklusive er selbst bis vor Kurzem. Doch auch bei den Urlaubern scheint das Angebot nicht anzukommen. „Offensichtlich wird es ganz schlecht beworben.“ Von alleine kämen jedenfalls kaum Touristen zur Mietstation an den Drümpel, schätzt Arenz und hält den Standort für vollkommen verkehrt. „Die Mietstation muss an den Bahnhof oder direkt ins Zentrum, so Arenz.

Tourismus-Chefin Andrea Lang teilt mit, dass sie in Absprache mit der RSAG keine genaueren Zahlen zur Nutzung herausgeben kann, sagt aber dass das Angebot unter anderem mit in das Kurvorteilsprogramm aufgenommen werden soll. Abgesehen vom Angebot der RSAG sieht es mit der Vermietung von Rädern in Doberan aber schlecht aus. Mehrere Fahrradvermieter in Kühlungsborn würden einen Hol- und Bringservice anbieten, so Andrea Lang. „Einige Doberaner Gastgeber haben zudem einen Kooperationsvertrag mit einem regionalen Radverleih abgeschlossen oder bieten ihren Gästen eigene Fahrräder zum Verleih an.“ Doch nach OZ-Informationen laufe auch das schlecht.

Dennoch haben Urlauber einen fehlenden Fahrradverleih in Doberan bei einer Umfrage der Tourist-Information als große Schwäche angegeben. „Es wäre schon eine gute Idee, wenn man spontan Räder ausleihen und so die Gegend erkunden könne“, sagt Ingrig Brauer, die mit ihrem Mann aus Hannover in Doberan Urlaub macht. Aber in Kühlungsborn seien sie fündig geworden.

„Wir sind mit dem Molli aus Kühlungsborn gekommen und laufen alles zu Fuß ab“, sagt dagegen Indra Kösters, die mit Mann und zwei Kleinkindern aus Sassenberg bei Münster kommt. Allerdings wollen sie auch noch vom Kamp zur Sommerrodelbahn. „Wir haben schon gehört, dass es ein langer Fußmarsch ist.“ Fahrräder zum Verleihen würden nur Sinn machen, wenn es in der Stadt auch vernünftige Radwege gebe.

„Wir haben unsere eigenen Räder mitgeberacht und stellen die Räder grundsätzlich immer vor der Stadt ab und gehen dann“, sagt Hubertus Sondermann aus Drolshagen bei Siegen. Er, seine Frau und seine zwei jugendlichen Kinder seien leidenschaftliche Radfahrer.

Arenz sieht einen großen Nachholbedarf in Sachen Radtourismus. „Was wir brauchen ist ein gut sichtbarer Fahrradverleih direkt am Rathaus, damit die Leute sich spontan entscheiden können.“ Das werde ganz sicher richtig gut angenommen. Gemeinsam mit Andrea Lang wolle er nach der Hochsaison beginnen, die großen Anbieter anzuschreiben und zu fragen, ob sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Stadt hätten.

Das Ostseebad Nienhagen hat den Vertrag mit der RSAG für die Vermittlung der E-Bikes inzwischen gekündigt. Die Nachfrage sei nicht groß gewesen und die Abwicklung der Ausleihe zu aufwendig, heißt es in der Kurverwaltung.

Pedelec-Ausleihstation

19 Euro kostet die „Elros-Tageskarte“ für jene, die das Elektrofahrrad nur für den Tag nutzen möchten. Sie ist in der Tourist-Information am Rathaus erhältlich und gilt für 24 Stunden vom Zeitpunkt der Einlösung an.

Die Karte verfällt nach der einmaligen Nutzung, eine Rückgabe ist nicht erforderlich. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, ab 16 Jahren mit Einwilligung der Eltern. Auch der Kauf einer Dauerkarte ist möglich. Dazu ist eine Registrierung auf www.elros-leihen.de nötig. Die Kundenkarte wird innerhalb von zwei bis drei Tagen zugestellt. Auf das Kundenkonto muss online ein Guthaben eingezahlt werden. Mit der Kundenkarte können Nutzer direkt an der Station (zum Beispiel am Drümpel) ein E-Bike ausleihen oder die Wunschfahrt bis zu vier Wochen im Voraus online reservieren.

Katarina Sass

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