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Stadt und Verein erwecken Mühle zum Leben

Bad Doberan Stadt und Verein erwecken Mühle zum Leben

Zum „Tag des offenen Denkmals“ wurde die Schrotmühle gestern der Öffentlichkeit vorgeführt / Weitere Besichtigungsmöglichkeit zu den Klostertagen

Bad Doberan. Pünktlich zum „Tag des offenen Denkmals“ ist gestern die Schrotmühle im ehemaligen Wirtschaftsgebäude erstmals der Öffentlichkeit vorgeführt worden.

 

OZ-Bild

Mühlenbauer Jochen Köhler zeigt das Schrot, das zurückgeführt erneut gemahlen wird.

Quelle: Fotos: Katarina Sass
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Ich habe den Prozess mit dem Einbau der Mühle eng mitverfolgt und bin beeindruckt.“Wolfgang Kraatz aus Güstrow

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Faszinierend, wie die Mühlensteine aneinander reiben und sich das Gebälk dabei bewegt.“Ilka Behrens aus Grieben

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Mühlenbauer Jochen Köhler zeigt das Schrot, das zurückgeführt erneut gemahlen wird.

Quelle: Fotos: Katarina Sass
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Faszinierend, wie die Mühlensteine aneinander reiben und sich das Gebälk dabei bewegt.“Ilka Behrens aus Grieben

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Ich habe den Prozess mit dem Einbau der Mühle eng mitverfolgt und bin beeindruckt.“Wolfgang Kraatz aus Güstrow

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Mühlenbauer Jochen Köhler stand den ganzen Tag Rede und Antwort. Hunderte Besucher erlebten, wie aus Roggen feines Mehl wurde.

Die Luft in der Mühle ist warm, ein feiner Staub legt sich wie eine Patina auf Boden und Geländer. Im Mühlenrad rauscht das Wasser aus dem Wallbach entlang, das Reiben der Mühlensteine, die das Schrot in ihre Mangel nehmen, ist deutlich zu hören. Mühlenbauer Jochen Köhler, der „seine“ Anlage in allen Einzelheiten kennt und jede detaillierte Frage beantworten kann, wird umringt von neugierigen Besuchern, die bereits von 9 Uhr an warteten. Ab und zu verstellt er Hebel, dreht an Rädern, schaut in die Behälter. „Heute ist nicht genügend Wasser da“, sagt er schulterzuckend. Zwar sei der Wallbach etwas aufgestaut worden, um eine bestimmte Menge an Wasser für das Mühlenrad bereitzustellen, aber das ist am frühen Nachmittag bereits verbraucht. Doch je weniger Wasser, desto weniger Mehl können die Mühlensteine zerreiben. Also bleibt als Ergebnis sehr viel mehr Schrot als Mehl und Gries übrig. „Ich habe das letzte Säckchen Mehl gekauft“, freut sich Wolfgang Kraatz, „und dazu noch ein Säckchen Roggenschrot, aber das soll nicht zum Backen geeignet sein“, sagt Kraatz. Als stellvertretender Landrat habe er die Prozesse der Mühle von Güstrow aus eng verfolgt. Mit seiner Frau und der Enkelin wollte er sich die Mühle einmal in der Realität anschauen. „Es ist schon sehr beeindruckend, was die Ehrenamtler alles auf die Beine gestellt haben“, sagt er anerkennend und meint hauptsächlich den Klosterverein, der sich seit vielen Jahren für die Restaurierung des Wirtschaftsgebäudes engagiert.

Das Lob spricht auch Ilka Behrens aus, eine ehemalige Doberanerin, die jetzt in Grieben lebt. „Toll, dass sich so viele Leute zusammengefunden haben und das zustande gebracht haben.“ Sie sei fasziniert, dass man das Aneinanderreiben der Steine hören kann, bei dem sich sogar das Gebälk mitbewege. Dass hier eines Tages eine Brauereigaststätte einziehen soll, hält sie für eine gute Idee.

„Eine tolle Möglichkeit die Mühle auf diese Weise zu nutzen.“

Trotzdem habe man sich geeinigt künftig von der Backhaus-Mühle zu sprechen, sagt Bürgermeister Thorsten Semrau bei der gestrigen Einweihung. Denn dies war die ursprüngliche Bezeichnung, ergänzt Sabine Schulz von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis. Das Mühlengebäude sei etwas Einzigartiges. „Es ist eine der wenigen steinernen Mühlengebäude, die es im Mittelalter gab“, sagt sie.

Das beweise den Reichtum der mittelalterlichen Zisterziensermönche, die das Korn aus der ganzen Umgebung gemahlen haben. Ungewöhnlich ist auch, dass die Stadt gemeinsam mit dem Verein noch vor der Sanierung des ruinösen Hauses die Mühle eingebaut habe. Geht es nach Bürgermeister Thorsten Semrau und den anderen Initiatoren muss es nun aber schnell weitergehen mit der Ausschüttung von Fördergeldern und der damit verbundenen Sanierung des Wirtschaftshauses, das nun zunächst ein neues Dach bekommt. Über eine halbe Million Euro an Fördergeldern flossen bereits in das Projekt.

Wer die Gelegenheit verpasst hat, kann die Alte Backhaus-Mühle erst wieder zu den Klostertagen erleben. Am 25. September um 11 Uhr wird es noch einmal ein Schaumahlen geben. Die Mühle wird generell nur zu Sonderführungen und speziellen Veranstaltungen geöffnet, sagen Sabine Schultz und Thorsten Semrau. Sie wird auch nicht Teil von Stadtführungen.

„Tag des offenen Denkmals“

79 Denkmale im Landkreis öffneten gestern ihre Türen, darunter der Grenzturm in Kühlungsborn und das Grand Hotel in Heiligendamm sowie Dorfkirchen in der Region. 8200 historische Gebäude, Parkanlagen und archäologische Stätten waren es bundesweit. Das diesjährige Motto lautete „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Für 2017 schüttet die Bundesregierung rund eine Milliarde Euro für den Erhalt der Denkmale über Fördertöpfe aus. Seit 1985 konnte die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ nach eigenen Angaben rund 5000 Denkmale mit mehr als 560 Millionen Euro vor dem Verfall retten helfen.

Katarina Sass

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