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Statt Gutschein gibt‘s jetzt die Karte

Güstrow/Bad Doberan Statt Gutschein gibt‘s jetzt die Karte

Der Landkreis Rostock will Kinder von einkommensschwachen Familien stärker fördern.

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Stellen die Bildungskarte vor: Rainer Boldt, Sebastian Constien, Monika Mätsch, Gerhard Grösch und Matthias Bonack (v.l.).

Quelle: Michaela Krohn

Güstrow. Im Sportverein Fußball spielen, ein tägliches Mittagessen in Schule oder Hort, Ausflüge mit den Klassenkameraden oder Nachhilfeunterricht — nicht für alle Kinder im Landkreis Rostock sind diese Angebote erschwinglich. Mit der Einführung der Bildungskarte will der Landkreis auch einkommensschwachen Familien eine Teilhabe an diesen Programmen ermöglichen.

Die Bildungskarte ersetzt dabei weitestgehend das bisherige Gutscheinsystem und Vorschusszahlungen, die durch das Bildungspaket von 2011 eingeführt wurden. „Der Aufwand für die Umsetzung des Bildungspakets war enorm hoch“, sagt Monika Mätsch, Leiterin des Sozialamtes. Daher hätte man zusammen mit den Jobcentern nach einem einfacheren Weg gesucht. „Wir wollen noch mehr Kinder erreichen “, sagt Monika Mätsch. Bisher musste für jede einzelne Leistung wie Mittagessen oder Schulausflug ein extra Formular von den Eltern ausgefüllt werden. „Die Eltern müssen jetzt immer noch einen Antrag stellen, aber nur einmalig für die Bildungskarte“, erklärt die Amtsleiterin.

Vereine, Schulen und andere Anbieter können ihre Auslagen dann beim Sozialamt geltend machen. „Das System funktioniert so, dass die Anbieter spätestens nach 14 Tagen automatisch ihr Geld erhalten“, sagt Mätsch.

Auch Rainer Boldt (SPD) wirbt für die Bildungskarte seines Dezernats. „Wir haben Geld genug, alle Anträge zu bedienen. Es ist wichtig, diese Klientel nicht auszuschließen“, sagt er. Landrat Sebastian Constien (SPD) fügt hinzu: „Es ist ein Entwicklungsprozess, den wir erst starten, aber die Voraussetzungen sind sehr gut. Mit der Bildungskarte werden die Abrechnungsmodalitäten für Anbieter und Nutzer erheblich vereinfacht.“ Constien erwarte zudem, dass so auch der soziale Zusammenhalt im Landkreis gestärkt und die Attraktivität des Lebensraumes gesteigert wird.

Matthias Bonack vom Güstrower Job-Center ist begeistert von dem neuen Paket. „Die Karte macht alles so einfach. Es gibt jetzt weder für die Ämter, noch für Vereine Irritationen darüber, was mit dem Geld passiert“, sagt Bonack. Für das Job-Center sei es so viel leichter, den Familien zu helfen. „Das ist fantastisch. Mir fällt kein einziger Nachteil zur Bildungskarte ein“, betont er.

Zudem unterzeichneten der Landrat, Arbeitsagentur-Chef Christoph Möller, Matthias Bonack vom Güstrower und Gerhard Grösch vom Bad Doberaner Job-Center die Kooperationsvereinbarung „Arbeitsbündnis Jugend und Beruf im Landkreis Rostock“. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Arbeitsagentur und den Job-Centern gestärkt werden — vor allem bei Fällen mit Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen und dann keine Jobs finden. „Das ist immerhin ein Drittel der Schulabgänger. Das ist eine riesige Aufgabe für uns“, sagt Agentur-Chef Möller. Wir zwingen uns so zu einem Austausch.

„Jugendliche können so gezielt beim schwierigen Übergang von Schule zum Beruf betreut werden“, sagt Constien. Damit werde auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Kreises gestärkt.

Wer hat Anspruch?
Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs-Teilhabepaket (2011 von der Bundesregierung beschlossen) und auf Ausstellung der Bildungskarte haben Kinder und Jugendliche von 0 bis 25 Jahren, die Arbeitslosgengeld II, Sozialgeld oder Wohngeld bekommen. Auch Familien, die einen Kinderzuschlag oder Sozialhilfe oder Mittel aus dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen, können die Karte beantragen.



Mit der Bildungskarte können Aufwendungen für Mittagessen in Schulen und Horten oder die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben abgerechnet werden.

 



Michaela Krohn

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