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Stein auf Stein: Münster rüstet sich gegen Wettereinflüsse

Bad Doberan Stein auf Stein: Münster rüstet sich gegen Wettereinflüsse

Am Doberaner Gotteshaus werden derzeit beschädigte Fensterrippen ausgebessert / Die aktuell geplanten Maßnahmen kosten insgesamt 250 000 Euro

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Neuer Rahmen für wertvolle Fenster: Rainer Wollenberg (l.) und René Matschuck tauschen am Münster schadhafte Rippensteine aus.

Quelle: Fotos: Lennart Plottke

Bad Doberan. 30 Meter geht’s am westlichen Hochschiff zu Fuß rauf Richtung Münster-Fenster – seit zwei Wochen steht hier ein Baugerüst. „Einen Hubwagen – wie noch bei der Sanierung des Kirchturms – haben wir hier leider nicht“, sagt Kustos Martin Heider und lacht. „Aber so bleibt man wenigstens im Training.“ In luftiger Höhe sorgen Rainer Wollenberg und René

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Am Doberaner Gotteshaus werden derzeit beschädigte Fensterrippen ausgebessert / Die aktuell geplanten Maßnahmen kosten insgesamt 250 000 Euro

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Viertel Million Euro Kosten

50 Zentimeter breit und 70 Zentimeter hoch ist ein einzelnes Fensterfeld an der Münster-Südseite.

250 000 Euro kosten die aktuell geplanten Maßnahmen insgesamt – der Bund fördert die Sanierungsarbeiten mit 125 000 Euro.

3 Jahre – auf diesen Zeitraum ist das Sonderförderprogramm für „National bedeutende Denkmale in Ostdeutschland“ begrenzt.

Matschuck gerade für den richtigen Durchblick: Einen Teil der Verglasung haben die Mitarbeiter der Firma Neumühler Bauhütte GmbH schon aus dem Fensterrahmen gelöst, stützen jetzt die offene Luke mit dicken Holzpfählen ab. „Da liegt schon eine ziemlich große Last drauf“, erklärt Wollenberg. „Man weiß nie genau, was passiert – deshalb sichern wir das lieber einmal zu viel als zu wenig ab.“

Die linke Rippe sei an diesem Fenster gebrochen, erklärt Martin Heider: „Wir müssen hier die Steine austauschen – das Gute ist, dass wir noch passende Rippensteine aus einer vorherigen Sanierung übrig haben, die auch hier passen.“ So spare man sich das zeitlich und finanziell aufwendige Brennen in einer Ziegelei, so Heider.

Bei der letzten Restaurierung kurz vor und nach der Wende sei es noch nicht möglich gewesen, an den entsprechenden Stellen Gerüste außen und auch innen zu stellen: „Das haben wir jetzt gemacht – so können die Maßnahmen gründlicher und aufwendiger angegangen werden.“ Bei schwer zugänglichen Stellen sollen auch Industriekletterer zum Einsatz kommen.

Dabei habe die Münster-Südseite vor allem mit starken Temperaturschwankungen zu kämpfen, erklärt Martin Heider: „Mal scheint hier voll die Sonne drauf, dann gibt es Frost oder Feuchtigkeit – das sorgt schon für eine Materialermüdung.“ So weise der Kalk Risse auf, der Mörtel und das Fugenbild seien nicht mehr wirklich intakt.

Darüber hinaus müsse man sich in den kommenden Monaten den wertvollen Dachkonstruktionen widmen, macht der Kustos deutlich: „Durch frühere problematische Eingriffe sind diese beschädigt und in ihrer Standsicherheit gefährdet.“ Und auch die Backsteinfassaden auf der West- und Nordseite des Münsters seien sanierungsbedürftig – „hier gibt es unter anderem marode Dachabschlüsse, lose Putzblenden und schadhafte Verfugungen“.

Insgesamt 250 000 Euro kosten die aktuell geplanten Maßnahmen. 125 000 Euro kommen dabei vom Bund aus dem Sonderförderprogramm für „National bedeutende Denkmale in Ostdeutschland“, weitere 125 000 Euro steuert das Münster an Eigenmitteln bei – aus dem sogenannten Besichtigungsfonds im Münsterhaushalt der Kirchengemeinde. Dieser ist vor allem aus dem Erlös von Besichtigungen, Führungen und Sonderführungen entstanden. „Zudem sind wir sehr dankbar für Spenden, Zuwendungen aus dem Münsterbauverein und Patronatsmitteln der Kirche“, sagt Martin Heider.

Das Programm sei auf drei Jahre begrenzt, stellt der Münster-Kustos klar: „Deshalb versuchen wir jetzt, so viele Dinge wie möglich abzuarbeiten.“ Dabei wisse er die zum Teil sensiblen Arbeiten in guten Händen, sagt Martin Heider: „Die Neumühler Bauhütte war schon im vergangenen Jahr an der Restauration des Kirchturms mit beteiligt – es ist gut, wenn man sich auf die Fachleute verlassen kann.“

Lennart Plottke

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