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Streik in Heiligendammer Median-Klinik

Heiligendamm Streik in Heiligendammer Median-Klinik

Beschäftigte protestieren in Berlin gegen „Tarifflucht“ / Reha-Betrieb kann aufrecht erhalten werden

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Gemeinsamer Protest: Auf einer Großkundgebung vor dem Hauptsitz des Reha-Konzerns in Berlin versammelten sich gestern Hunderte Median- Mitarbeiter.

Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Heiligendamm. Massive Proteste gegen „Tarifflucht und Rechtsbruch“ – mit einem Warnstreik in mehreren Einrichtungen des Reha-Konzerns Median kämpften die Beschäftigten gestern für die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber. Betroffen vom Arbeitsausstand war auch die Einrichtung in Heiligendamm.

OZ-Bild

Beschäftigte protestieren in Berlin gegen „Tarifflucht“ / Reha-Betrieb kann aufrecht erhalten werden

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Knapp elf Prozent streikten

160 Mitarbeiter sind in der Median-Klinik in Heiligendamm beschäftigt.

17 Mitarbeiter beteiligten sich nach Klinik-Angaben am gestrigen Warnstreik und reisten zu einer Großkundgebung nach Berlin.

255 Betten stehen Patienten in Heiligendamm zur Verfügung – bei nahezu maximaler Auslastung.

2700 Beschäftigte waren im Tarifgebiet „Median Ost“ insgesamt von den Warnstreiks erfasst.

Eigentlich: Denn vor und in der Median-Klinik selbst wiesen am Vormittag lediglich zwei Schilder mit der Aufschrift „Warnstreik“ darauf hin, dass Patienten möglicherweise mit Einschränkungen zu rechnen hätten. Der Betrieb selbst schien vollkommen normal zu laufen. Doch hinter den Kulissen brodelte es.

„Warnstreik?“, reagierte die junge Frau an der Rezeption etwas irritiert. „Da bitte ich Sie, sich im Zimmer 53 in der Verwaltung zu melden.“ Dort hat Hagen-Volker Bendig sein Büro. „Vom Streik haben wir lediglich durch eine Meldung in der Dienstagausgabe der OSTSEE-ZEITUNG erfahren“, sagte der Verwaltungsleiter der Klinik und schüttelte den Kopf. „Verdi hat es offensichtlich nicht für nötig gehalten, den Streik anzukündigen.“

Dabei stelle niemand das Streikrecht der Mitarbeiter in Frage, machte Bendig deutlich. „Aber wir haben die Versorgung unserer Patienten abzusichern, von denen viele eine intensive Betreuung brauchen – das macht uns schon Sorge.“ 17 der 160 in Heiligendamm Beschäftigten seien dem Streikaufruf gefolgt und zur Großkundgebung vor dem Hauptsitz des Reha-Konzerns nach Berlin gefahren, so Bendig: „Der Großteil unserer Belegschaft ist zum Glück vor Ort geblieben.“

Median habe noch nicht verstanden, „dass man seine Mitarbeiter anständig behandeln und bezahlen muss, wenn man künftig noch genug Personal gewinnen will“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler auf OZ-Nachfrage.

Hintergrund: Im Frühjahr dieses Jahres hatte Median die Manteltarifverträge gekündigt und erklärt, keine Tarifverträge mehr abschließen zu wollen (die OZ berichtete). „Seither übt der Konzern auf einzelne Betriebsräte massiv Druck aus, die Einkommen nicht mehr über Tarifverträge, sondern über örtliche Betriebsvereinbarungen zu regeln“, erklärte Bühler.

Neben der Aufnahme von Tarifverhandlungen fordert Verdi eine Erhöhung der Entgelte und Zuschläge um acht Prozent. Daneben sollen Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit gezahlt werden. Die Tarifvereinbarung soll rückwirkend vom 1. April 2016 zwölf Monate laufen. Außerdem müsse der „Manteltarifvertrag Median Ost“ wieder in Kraft gesetzt werden.

Von den gestrigen Warnstreiks war das Tarifgebiet „Median Ost“ mit etwa 2700 Beschäftigten erfasst. Insgesamt stehen beim Reha-Konzern nach der Übernahme der Allgemeinen Hospitalgesellschaft (AHG AG) in diesem Frühsommer bundesweit gut 15000 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Median ist damit mit Abstand der größte private Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Deutschland.

In Heiligendamm lief der Betrieb bis zum Abend weitestgehend normal weiter, „wenn auch mit erhöhtem Kraftaufwand“, betonte Verwaltungs-Chef Hagen-Volker Bendig – und zeigte sich am Ende des Tages sichtlich erleichtert: „Die meisten Mitarbeiter haben hier ihre Verantwortung gesehen und unsere Patienten gut versorgt.“

Lennart Plottke und Lutz Werner

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