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Trotz der Retter am Strand: Wind und Wellen sind gefährlich

Heiligendamm Trotz der Retter am Strand: Wind und Wellen sind gefährlich

Rettungsschwimmer sind jetzt in der Nachsaison / Rückblick: Wenig Einsätze – keine Badetoten / Warnungen der Retter werden oft nicht ernst genommen

Heiligendamm. Ein Hochdruckgebiet beschert den Sonnenanbetern das vermutlich letzte schöne Badewetterwochenende in diesem Jahr. Die Rettungsschwimmer auf den Wachtürmen an den Stränden blicken auf eine ruhige Saison zurück. Kritik äußert der Einsatzleiter in Kühlungsborn aber an den einheimischen Badegästen.

Sommer, Sonne, Sonnenschein: Bis Sonntag werden die Strände noch einmal voll sein. Das lässt der Wetterbericht vermuten. Die Rettungsschwimmer um Benjamin Wehner vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), das in Heiligendamm zwei und in Nienhagen einen Turm betreut, sind vorbereitet. „Wir sind in Heiligendamm gut aufgestellt, aber der Turm in Nienhagen wird an diesem Wochenende nicht besetzt sein“, sagt der Einsatzleiter. Eine Entscheidung der Kommune. Er hofft er, dass nichts passiert. Ausschlaggebend für die Sicherheit sind vor allem die farbigen Flaggen, die an jedem Rettungsturm je nach Wetterlage, Strömung und Temperatur hängen. Gelb bedeutet, baden ist gefährlich: „Gelb hängen wir unter anderem raus bei Feuerquallen, Unterströmung, Brandung oder Ölspuren im Wasser“, zählt Wehner auf. Das sei in dieser Saison, die vom 15. Mai bis zum 15. Oktober dauert, häufiger der Fall gewesen. Sehr viel seltener war die rote Fahne, die das Baden verbietet, da die Rettungsschwimmer Hilfe nicht mehr garantieren können. „Dann muss jeder von uns selbst entscheiden, ob er ins Wasser geht und rettet.“ Während die Urlauber sich oft über die Bedeutung der Fahnen am Wachturm informieren würden, gehen vor allem die einheimischen Strandbesucher daran vorbei. „Sie denken meistens, dass sie seit Jahren ins Wasser gehen und es besser wissen“, sagt Wehner und fügt hinzu, dass deshalb überwiegend Gäste von hier gerettet werden müssten. Mittlerweile seien aber die meisten durch die Badetoten der vergangenen Jahre sensibilisiert. In Nienhagen sieht er eine besondere Gefahr, da das Buhnenfeld an der Küste sehr langgestreckt sei. Besonders unterschätzt werde die Situation vor allem, wenn es warm und sonnig, aber gleichzeitig windig ist – wie am vergangenen Sonntag. „Es gab starke Wellen und eine hohe Brandung.“ Ältere seien von der Welle umgerissen worden und kamen nicht wieder auf die Beine. Bei dieser Witterungskombination müssten Wehner und seine Kollegen ganz besonders wachsam sein sein. „Wir sind aber auch auf aufmerksame Badegäste angewiesen, die uns melden, wenn jemand im Wasser Hilfe benötigt“, sagt er. Beispiel Bade-Insel oder Sandbank: Hier sei das Risiko, dass oft Kinder bis dorthin schwimmen, aber nicht wieder zurück kommen. „Aber wenn sie stehen und winken, wissen wir nicht, ob es den Eltern gilt oder ob sie unsere Hilfe brauchen.“ Drei Einsätze, bei denen Kinder gerettet werden mussten, verbuchen die Helfer bislang in dieser Saison.

Auf eine ruhige Saison blicken auch die Retter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zurück. Der Verein bewacht Strandabschnitte in Kühlungsborn und Rerik. In Kühlungsborn sind es 3,5 Kilometer. Einsatzleiter Bernd Zawierucha bestätigt, dass die Warnungen hauptsächlich von einheimischen Strandbesuchern ignoriert würden, nennt aber noch eine andere Problematik: „Bei uns sind auch Retter aus anderen Bundesländern wie aus Bayern im Einsatz.“ Deren Hinweise würden manchmal nicht ernst genommen werden, da sie nicht von hier seien, bedauert er. Ansonsten hätte es aber nur wenige Einsätze gegeben. Das DRK sucht noch Rettungsschwimmer und bildet vom 17. September an wieder aus.

Katarina Sass

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