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Tür zu: Kein Wohnen im Wochenendhaus

Papendorf Tür zu: Kein Wohnen im Wochenendhaus

Gemeinde Papendorf will Umnutzung von Datschen Riegel vorschieben / Änderung der Baugrößen

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Im Wochenendgebiet „Sedansberg“ nutzen viele Grundstücksbesitzer ihr Wochenendhaus als Eigenheim.

Quelle: Foto: Doris Deutsch

Papendorf. Wohnen im Wochenendhaus – ein Problem vielerorts im Landkreis. Die Gemeinde Papendorf will dem einen Riegel vorschieben. 60 von 160 Grundstückseigentümern (37 Prozent) haben derzeit ihren Hauptwohnsitz im Wochenendhausgebiet „Sedansberg“ und an den ehemaligen Ziegeleiteichen. Damit soll Schluss sein. Die Gemeindevertretung hat auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Entwurf B-Planänderung gebilligt und die Auslegung beschlossen.

Die zulässige Baufläche für ein Wochenendhaus soll von den im B-Plan von 2001 festgesetzten 60 bis 70 Quadratmetern auf 40 Quadratmeter reduziert werden. Die maximale Firsthöhe wird auf 3,50 Meter begrenzt, der Ausbau von Kellern verboten. „Damit soll das Dauerwohnen unattraktiv gemacht werden“, sagt Bürgermeister Klaus Zeplien.

Die Wochenendhaussiedler sind empört. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet und auf Kooperation mit der Gemeinde gehofft. Rund 30 Betroffene verfolgten die Gemeindevertretersitzung. Sibylle Bachmann von der Bürgerinitiative, die seit 2003 hier ein Holzhaus (35 qm) besitzt, bedauert, dass es zu keiner Zusammenarbeit kam und wirft der Gemeinde „Nichteinhaltung der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung“ vor. „Da hängen Existenzen dran“, sagt Jan Rockstroh und erinnert daran, dass die Gemeinde durch die Dauerwohner nicht nur Lasten, sondern auch finanzielle Vorteile durch Einkommenssteuern und Schlüsselzuweisungen hätte. „100000 Euro pro Jahr“, hat die Initiative errechnet. Stephan Breu (31) hat 2015 ein Grundstück gekauft und bewohnt heute mit Frau und zwei Kindern ein eineinhalbgeschossiges Haus auf 70 Quadratmetern Bodenfläche, 99 Quadratmeter Wohnfläche. Dafür habe er eine Baugenehmigung, sei mit Hauptwohnsitz gemeldet. „Ich wusste, dass es eine Wochenendsiedlung ist, doch die Gemeinde hat uns alle geduldet.“ Viele wohnen hier seit den 1990-er Jahren.

Bei einer „schleichenden Umwandlung zu einem Wohngebiet“ fürchtet die Gemeinde nun unter anderem auch Erschließungspflichten. Mit Zunahme der versiegelten Flächen gebe es Probleme mit der Ableitung des Regenwassers, wie der Bürgermeister erklärt. Da die Gemeinde keine ordnungsrechtlichen Möglichkeiten sieht, gegen eine Anmeldung als Dauerwohnsitz einzuschreiten, soll dies in Vereinbarung mit dem Landkreis nun auf planungsrechtlichem Weg geschehen. Das „Wochenendhausgebiet“ soll wieder dem eigentlichen Zweck, der Erholung, dienen, die Häuser nur an Wochenenden, Feiertagen und einer Urlaubswoche genutzt werden. Die Dauerwohner befürchten nun den Rausschmiss und wollen ihre Einwände im Planungsverfahren einbringen.

Weitere Beschlüsse der Gemeindevertretung Papendorf

Der Jugendklub in

Papendorf ist nun

wieder geöffnet, täglich von 13 bis 18 Uhr.

Einstimmig haben die Gemeindevertreter die Auslegung des Bebauungsplanes für die neue Schulsporthalle beschlossen.

Das Konzept des Sozialvereins „Wabe“ e.V. zur Entwicklung eines Kita-Schule-Senioren-Campus im Dorfzentrum wurde als Grundlage für die weitere Entwicklung des Mehrgenerationencampus von der Gemeindevertretung bestätigt. Der Verein soll in die Umsetzung einbezogen werden.

„An der Beke“ will die Gemeinde Papendorf altersgerechtes Wohnen ermöglichen. Die Aufstellung eines B-Planes wurde beschlossen. 30 Wohneinheiten sollen in drei Wohnblöcken entstehen. Diskutiert wurde über die Zuwegung. Die Verkehrserschließung aus dem Kurvenbereich der Dorfstraße heraus wird als riskant angesehen, eine Zufahrt über den Kirchenkamp nicht ausgeschlossen.

Für die Bebauung soll ein Ideenwettbewerb ausgerufen werden.

Doris Deutsch

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