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Unterhalter und Original: Hans-Jörg Goldhofer wird 65

Rostock Unterhalter und Original: Hans-Jörg Goldhofer wird 65

Der Moderator, Sänger und Stimmungsmacher feiert Geburtstag / Er blickt auf spannende Zeiten zurück

Rostock. Hans-Jörg Goldhofer feiert seinen 65. Geburtstag. „Ich bin gar nicht zu Hause“, verrät „Goldi“ all denen, die zur etwaigen Gratulationscour vor verschlossener Tür stünden. Da kämen wohl einige zusammen. Denn Goldhofer ist in Rostock bekannt wie ein bunter Hund, bemalt von seiner Polyvalenz: Moderator, Filmemacher, Journalist, Diskotheker.

 

OZ-Bild

Hans-Jörg Goldhofer feiert seinen 65. Geburtstag.

Quelle: Andreas Golz

Goldhofer sagt: „Ich bin Rostocker durch und durch“. Dass der faserreine Lokalpatriot dereinst Physik studierte und das Kapitel mit einem Diplom aufhübschte, wissen nur Eingeweihte. Denn Goldhofers Metier war seit ehedem das gesprochene Wort. Mitte der 1970er Jahre – und Goldhofer als Kulturmitarbeiter im Kombinat Schiffselektronik – bekam der junge Mann im Bezirk Rostock eine von drei Planstellen als Schallplattenunterhalter. So wurden damals Diskjockey genannt. Goldhofers Faustpfand: „Nichts geht über eine solide Ausbildung!“ Sprecherziehung, Modulation. 1978 kam er zur „Ferienwelle“. Der beliebteste, vielleicht auch innovativste Radiosender der DDR war in Rostock beheimatet. „Goldi“ inmitten der Koryphäen wie Ruth Raasch oder Jochen Wilken. Sein Mentor Joachim „Kröchi“ Kröchert, die Radiostimme schlechthin.

„Vergiss den Horst Köbbert nicht“, diktiert Goldhofer. Köbbert half dem jungen Heißsporn in Sachen Moderation und Conférence über tückische Klippen. Noch heute sagt „Goldi“ voller Überzeugung: „Ohne Horst hätte es mich nicht gegeben“.

Jedenfalls nicht im Fernsehen, wo Goldhofer Mitte der 1980er Jahre landete. Und zwar in die Hautevolee der DDR-Unterhaltungskunst bis ins Blickfeld der politischen Diaspora.

„Die schönste Zeit beim Radio und Fernsehen war um den Mauerfall herum“, erinnert sich Goldhofer. Keine Dogmen und Restriktionen mehr, sondern Kreativität und Ärmelkrempeln. Medienarbeit in Reinkultur. Goldhofer entwickelte doppeldeutig ein Konterfei im NDR. Gleichzeitig, so seine Erinnerungen, lauerten die Neider im Unterholz. 1994 kam der Bruch mit dem Sender.

„Nein, ich bin mit mir im Reinen“, sagt „Goldi“ heute. Rose-Marie ist immer noch die Traumfrau an seiner Seite. Vier Kinder, nun sieben („Julie kam im Mai“) Enkelkinder. Für einen privaten Fernsehsender taucht er höchst kompetent in geschichtliche „Zeitreisen“. Die Rostocker „Musikantendeel“, demnächst in ihrer 60. Ausgabe und vor dem 20-jährigen Jubiläum stehend, hat er mitbegründet und die OSTSEE-ZEITUNG war immer ein verlässlicher Partner. „Solange sich die Veranstaltung trägt, bin ich dabei“, sagt Goldhofer bestimmt. Ansonsten? „Goldi“ sagt lachend: „Beine hoch und an den Götz von Berlichingen denken“. Wie gut, dass er es so nicht gemeint hat.

Andreas Golz

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