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Bad Doberan Verband will Trinkwasser besser sichern

ZVK plant neue Schutzzonen und die Gründung eines Netzwerkes / Einschränkungen für Bauern

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Wir wollen alle ins Boot holen, mit den Landwirten sprechen.Frank Lehmann, ZVK-Geschäftsführer

Bad Doberan. Der Zweckverband Kühlung (ZVK) will in Abstimmung mit Behörden und Landwirten in drei Gebieten neue Trinkwasserschutzzonen einrichten. ZVK-Geschäftsführer Frank Lehmann sieht das Trinkwasser langfristig gefährdet. Ändert sich nichts, kommen hohe Kosten auf den Verbraucher zu. Zum „Tag des Wassers“ am Mittwoch erinnerte er noch einmal an die Bedeutung des Trinkwassers.

Lehmann und seine Kollegen von anderen Ver- und Entsorgern im Land sehen seit Jahren mit Sorge, dass das Grundwasser an einzelnen Brunnen nicht mehr schadstofffrei ist. Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln sowie Sulfate lagern sich im Grundwasser ab. Bislang noch vereinzelt. „Wasser ist Luxus. Kaum jemand ist sich bewusst, wie hoch der Aufwand ist, es bereit zu stellen, “, sagt Lehmann anlässlich des „Tag des Wassers“ und sieht den Schutz des Trinkwassers als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an.

Noch würden natürliche Stoffe wie Eisensulfit in der Erde die Nitrate aus dem Kunstdünger umwandeln, das Grundwasser bleibt so gut wie unbelastet. Es wird auf natürlichem Wege in den Wasserwerken lediglich durch eine Kiesmatte gespült. „Aber die natürlichen Stoffe in der Erde sind nicht regenerierbar. Wenn sie sich auflösen, gelangen die Nitrate ungehindert ins Grundwasser“, sagt Lehmann. Nur mit einem aufwendigem chemischen Verfahren, bei dem neue Anlagenteile gebaut werden müssten, könne das Wasser gereinigt und als Trinkwasser bereit gestellt werden. Doch das wäre mit enormen Kosten verbunden, die der Verband nur auf die Gebühren umlegen könne. Damit es gar nicht so weit kommt, plant Lehmann die Gründung eines Netzwerkes, bei dem alle – von den zuständigen Ämtern bis zu den betroffenen Landwirten und Gemeinden – an einen Tisch kommen sollen. Denn für Gemeinden bedeuten diese Zonen in der Regel, dass sie in ihrer Bautätigkeit eingeschränkt sind. Auch bei Landwirten ist das Thema nicht beliebt.

Der Fokus von Lehmann liegt vor allem auf einem etwa 400 Hektar großen Bereich zwischen Wittenbeck und Bad Doberan. In diesem Bereich gibt es 23 Brunnen, aus denen der ZVK sein Grundwasser schöpft.

In einem Umkreis der Brunnen von zehn Metern wurde bereits zu DDR-Zeiten die Zone 1 festgelegt, in der die strengsten Regeln gelten. In Zone 2 ist alles verboten, was das Grundwasser verunreinigen könnte. Hier ist weder das Graben erlaubt noch die Errichtung eines Zeltlagers oder Campingplatzes, erst Recht keine Neubauten. Alte Gebäude haben Bestandsschutz.

Der entscheidende Punkt betrifft aber die Bauern, die Ackerflächen innerhalb der Zonen haben. Der Grenzwert für die Stickstoffausbringung liegt derzeit bei 250 Kilogramm pro Hektar und Jahr. „Ein Wert, den die Landwirte heute gar nicht mehr erreichen“, begründet Lehmann eine Novellierung der Trinkwasserschutzzonen. Die Festlegungen sollen künftig angepasst und neu definiert werden. Auch die Größe der Zonen könnte sich verändern. Die Zone 2, so Lehmann, würde wahrscheinlich etwas kleiner werden, dafür aber mit strengeren Grenzwerten für die Bauern versehen werden – so erste Vorstellungen Hinzu kommt, dass die Förderung für Öko-Bauern reduziert worden ist. Die Differenz soll nach Maßgabe des Landes künftig vom Versorger getragen werden. Das wird derzeit geprüft. Lehmann sieht auch in diesem Bereich Gesprächsbedarf. „Wir wollen niemandem die Schuld geben, aber wir müssen mehr für den Schutz des Trinkwassers tun“, betont der ZVK-Chef und wirbt um Verständnis. Schließlich wolle jeder auch in Zukunft vom sauberen unbelasteten Wasser profitieren. Noch sei alles in der Planung: Daten werden zurzeit ermittelt und ausgewertet. Der ZVK arbeitet mit Geologen zusammen. Vom Kreisbauernverband war niemand erreichbar.

Katarina Sass

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