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Visionen im Amt: Stadt mit Weitblick und viel Grün gestalten

Rostock Visionen im Amt: Stadt mit Weitblick und viel Grün gestalten

Ute Fischer-Gäde leitet seit 1. April das Amt für Stadtgrün / Sie will mitreden bei der Entwicklung neuer Wohngebiete / Friedhöfe sind auch Erholungsstätten

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Dr. Ute Fischer-Gäde leitet das Amt für Stadtgrün, das seinen Sitz am Westfriedhof hat.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Seit acht Wochen ist Dr. Ute Fischer-Gäde im Amt, im Grünamt der Stadt, als neue Leiterin und Nachfolgerin von Stefan Neubauer. „Die ersten Wochen war ich nur Zuhörer und Beobachter“, sagt die 43-Jährige, „nun fange ich an nachzudenken“.

Die Landschaftsarchitektin, die nach zehn Jahren Selbstständigkeit in die öffentliche Verwaltung wechselte, hat große Visionen. „Verteidigung, Entwicklung, Gestaltung“, nennt sie drei Begriffe, die die Kernaufgaben des Amtes für Stadtgrün umreißen würden. Verteidigen will sie den Status, dass sich die Kommune für öffentliches Grün verantwortlich fühlt. Das sei ein hoher Wert und nicht überall selbstverständlich.

Doch wenn Millionen Euro in neue Grünanlagen gesteckt würden, müssten sie auch entsprechend betreut werden. Oft werde nach kurzer Zeit aus finanziellen Gründen der Pflegestandard minimiert. „Es wird sofort wahrgenommen, wenn Flächen nicht gemäht, Beete verkrautet sind“, sagt Fischer-Gäde. Sie wolle daher auf jeden Fall die Qualität der Grünpflege in Rostock erhalten. „Dafür werde ich kämpfen.“

Außerdem möchte die Amtschefin mitreden, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung neuer Wohngebiete geht. „Es ist gesund und wichtig, dass die Stadt wächst“, unterstreicht Fischer-Gäde, „aber bitte mit Weitblick und nicht ohne Grünraum, der einfach Lebensqualität bedeutet.“ Sie wünsche sich, dass das Grünamt Entwicklung mitbestimmen kann und alle Verantwortlichen gemeinsam einen Blick auf die „Gesamtstadt“ werfen.

„Wir sind Gestalter“, betont die Fachfrau und meint damit auch ihre 165 gut qualifizierten Mitarbeiter im Amt. Es sei eine tolle Aufgabe, einer Stadt wie Rostock, die direkt am Wasser liegt, ein unverwechselbares Gesicht zu geben, das sie von anderen unterscheidet. „Dieser Prozess verläuft nicht ohne Reibung“, weiß Ute Fischer-Gäde nur zu gut. Sie setzt auf bewusste Bürgerbeteiligung – „aber fachlich und rechtlich untermauert muss die Diskussion sein“.

Acht Jahre lang hat die Landschaftsarchitektin ein eigenes Planungsbüro in Rostock geführt und mit diesem zum Beispiel ihre Spuren im Park an der Warnow im Petriviertel hinterlassen. Nun ist sie mit ihrem Amt für 800 Hektar Grünfläche stadtweit zuständig. „Eine Riesenherausforderung, diese Fläche in guter Qualität zu bewirtschaften“, gibt sie zu. Neben der Entwicklung potenzieller Wohnstandorte stehen die drei Friedhöfe in Rostock ganz oben auf der To-Do-Liste der Amtsleiterin. „Wie gehen wir mit neuen Bestattungskulturen um? Wie machen wir die Friedhöfe fit für zukünftige Bevölkerungsstrukturen?“ Ihre Vision: Friedhöfe sind nicht nur Trauer-, sondern auch Erholungsstätte. Und in diesem Sinne sollten sie parkähnlich entwickelt werden, unter Einbeziehung der Historie.

„Krematorium und Feierhalle auf dem Neuen Friedhof sind beispielsweise denkmalgeschützte Gebäude, die viel stärker herausgestellt werden sollten“, so Fischer-Gäde.

Privat ist die Mutter von zwei Söhnen (14 und 10 Jahre) vor acht Jahren von Rostock auf ein Dorf nahe Satow gezogen. Dort hat die Familie Haus, Hof und Garten. „Eine Oase als Rückzugsraum, mit kleinem Bauerngarten und Hochbeet“, sagt die Landschaftsarchitektin, die im privaten Grün noch von einem Gewächshaus träumt.

Biografisches

Die gebürtige Dresdnerin Ute Fischer-Gäde hat an der Uni Rostock Landeskultur und Umweltschutz studiert, an der Universität für Bodenkultur in Wien Teilabschlüsse im Studiengang Freiraum und Landschaftspflege erworben und 1997 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden den Abschluss als Diplom-Ingenieur für Landespflege. An der Uni Rostock hat sie 2008 erfolgreich ihre Dissertation verteidigt und ein eigenes Planungsbüro an der Warnow eröffnet. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Doris Kesselring

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