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„Vom Baudenkmal ist nichts übrig geblieben“

Bad Doberan „Vom Baudenkmal ist nichts übrig geblieben“

Ehemalige Moorbad-Direktorin für Abriss der Ruine / Schwimmhalle fehlt

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Luftaufnahme vom alten Moorbad aus dem Jahr 2014. Nur die Fassade steht noch unter Denkmalschutz.

Quelle: Foto: Manfred Sander

Bad Doberan. Wenn Dr. Ingeborg Heitz an die Moorbad-Ruine an der Bahnhofstraße denkt, ist sie unglücklich. „Ich leide darunter, wie meine langjährige Wirkungsstätte aussieht“, sagt die 87-Jährige. Von 1966 bis Mai 1990 war Dr. Ingeborg Heitz Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Rehaklinik Moorbad in Bad Doberan. Die Ruine gehört aus ihrer Sicht abgerissen.

Das Moorbad sei von miesester Bauqualität, „vom Baudenkmal ist nichts übrig geblieben“, sagt sie. Die Bad Doberanerin plädiert für eine Wettkampf-Schwimmhalle an der Stelle mit Sauna, Frisör und Restaurant drum herum.

Als Ärztliche Direktorin und Chefärztin habe sie die meiste Zeit damit verbracht, das Haus zu modernisieren, soweit es mit der vorhandenen Bausubstanz möglich war, so Heitz. „Die Patienten beschwerten sich, dass es im Gebälk so knarrt“, erinnert sie sich an die Lehmbalken. Die Küchenfrauen hätten an manchen Tagen in Gummistiefeln arbeiten müssen.

Die Wirtschaftsräume befanden sich im Kellergeschoss, bei Starkregen lief Wasser ins Haus. „Es regnete durch das Dach des Moorbades – wir haben es dann mit Kunststoff geflickt“, erzählt Ingeborg Heitz und lacht. „Baumeister Lutz Elbrecht kam dann und hat gefragt, wie wir das so verschandeln konnten.“

Mit dem Baumeister habe sie oft zusammengesessen und ein neues Sanatorium geplant – unter Einbeziehung der Villa auf dem Hügel, in der 50 Patienten untergebracht waren. In den Nebengelassen wohnte Personal. „Es kam aber nie zur Realisierung“, sagt Heitz. „Wir hätten das Haupthaus aufgegeben, höchstens als Empfangshalle behalten“, sagt sie. „Das Haus ist so oft umgebaut und verändert worden.

Von der ursprünglichen Severinschen Substanz ist gar nichts mehr übrig geblieben.“

Das einstige Stahlbad war 30 Jahre nach Gründung des ersten deutschen Seebades Heiligendamm von Baumeister Carl Theodor Severin auf Anordnung des Großherzogs Friedrich Franz I. eingeschossig erbaut worden. Es war 1824 die erste Kureinrichtung in Bad Doberan. Unter Denkmalschutz steht heute nur noch die Fassade des einst ehrwürdigen Hauses. 2015 erwarb David Corleis das alte Moorbad. Der Investor plant hier ein Hotel mit Restaurant, Wellnessbereich und Spielhalle bzw. Vergnügungsstätte. Derzeit wird an der Aufstellung des Bebauungsplanes gearbeitet. Aus eigenen leidvollen Erfahrungen könne Ingeborg Heitz sagen, dass sich der Standort des Moorbades nicht als Hotel eigne. Mit Straße, Bahnlinie und Molli vor der Tür sei er ungünstig für jede Einrichtung, in der Menschen schlafen, sagt sie. Das sieht Investor Corleis anders: „Der Standort ist absolut geeignet für ein Hotel. Sicherlich fährt mal ein Zug vorbei, aber mit Schallschutzfenster etc. pp. . . Wer Ruhe sucht, darf nicht in die Stadt kommen.“

Ingeborg Heitz wünscht sich etwas anderes: „Bad Doberan benötigt dringend ein Schwimmbad.“ Dadurch würde nicht nur die Wohnqualität für die Bad Doberaner erhöht werden. Die Kinder könnten dort schwimmen lernen. „Es regt mich auf, wenn ein Kind an der Küste ertrinkt, weil’s keinen Schwimmunterricht hatte“, so die ehemalige Ärztliche Direktorin, die sich jedoch kein Spaßbad, sondern eine Wettkampf-Schwimmhalle vorstellt. Dann könnte sich auch ein Schwimmverein gründen, Babyschwimmen, Seniorenschwimmen angeboten werden. Die Nähe zu Busbahnhof, Bahnhof und B 105 sei günstig. Mit in dem Gebäudekomplex: eine Sauna, ein Fitnessstudio, ein Friseursalon, ein kleines Restaurant und Dachterrasse.

Anja Levien

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