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Wehr: Kritik an Ausbildung im Land

Kühlungsborn Wehr: Kritik an Ausbildung im Land

Mangel an bedarfsgerechten Lehrangeboten / Mayk Tessin als Kreiswehrführer wiedergewählt

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Kühlungsborn. Die Ansage war deutlich: „Es gibt an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz kein bedarfsgerechtes Lehrangebot für die Führungs- und Spezialausbildung unserer Feuerwehrleute“, erklärte Mayk Tessin am Samstag auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Kühlungsborn. „Das können wir nicht weiter tolerieren.“ Denn der gemeldete Bedarf an Weiterbildungen sei enorm hoch, betonte der Kreiswehrführer: „Dieser Bedarf wird aktuell aber nur zu 30 Prozent gedeckt – dieses Defizit besteht seit Jahren.“

 

OZ-Bild

Eine neue Zentrale hat bei uns hohe Priorität – wir wollen da wieder mehr Tempo aufnehmen.Stephan Meyer Dezernent im Landkreis Rostock

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4101 Männer und Frauen in 165 Feuerwehren sind aktuell im Kreisfeuerwehrverband aktiv.

1110 Jugendliche sowie 114 Kinder zählen die 102 Jugendfeuerwehren im Landkreis Rostock.

Dazu kommen

1040 Ehrenmitglieder.

1557 Einsätze

hatten die freiwilligen Helfer im vergangenen Jahr zu bewältigen – 422 Brandfälle sowie 833 technische Hilfeleistungen.

Insgesamt 302 Mal kam es zu

Fehleinsätzen.

Deshalb müsse die Landesfeuerwehrschule als Kompetenzzentrum ausgebaut werden, so Tessin: „Darauf hat sich ja auch die Landesregierung in ihrer Koalitionsvereinbarung verständigt.“ Damit stieß der Kreisbrandmeister auf offene Ohren. „Das ist ein Brandthema – im wahrsten Sinne des Wortes“, meinte Uwe Becker, Referatsleiter im Innenministerium. „Und es wird uns auch in den kommenden Jahren begleiten.“

Die Kritik sei grundsätzlich berechtigt, stellte Becker klar: „Dennoch arbeiten die Kameraden an der Schule mit extrem viel Engagement.“ Und es seien erste Maßnahmen zur Neuausrichtung der Landesfeuerwehrschule getroffen worden: „Wir haben Gastdozenten eingesetzt, neue Ausbilder eingestellt, Stabslehrgänge eingeführt – die Schule soll Schritt für Schritt vergrößert werden.“ Seine Prognose: „Neue Übungsanlagen, mehr Ausbilder – in vier Jahren können wir vielleicht die ersten Früchte ernten.“

Zu enges Zeitfenster

Ein weiterer Brennpunkt: die Zeit, in der die Feuerwehr am Einsatzort sein muss. „Die ersten Entwürfe zum neuen Brandschutzgesetz MV gehen an der Realität vorbei“, machte Mayk Tessin deutlich. „Die hier genannten zehn Minuten sind für uns nicht akzeptabel – das bekommen wir in unserem Flächenland einfach nicht hin.“ Zumindest außerhalb bebauter Ortslagen müsse es ein Zeitfenster von 15

Minuten geben, benannte der Kreiswehrführer das Machbare. Alle Stellungnahmen zum neuen Gesetz müssten jetzt schnell bewertet sowie notwendige Änderungen vorgenommen werden, so Tessin: „Wir warten dringend darauf.“

Mit Blick auf eine neue, gemeinsame Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) gebe es positive Signale, freute sich der Kreisbrandmeister: „Der Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein entsprechendes Grundstück in der Gemeinde Dummerstorf zu erwerben – es geht vorwärts.“ Dennoch wäre er mit Blick auf einen möglichen Baustart im kommenden Jahr über „etwas mehr Dynamik“ dankbar, sagte Tessin.

Das sieht auch Stephan Meyer, Dezernent für Inneres und Ordnung im Landkreis Rostock, so: „Ein neues FTZ hat bei uns hohe Priorität – wenn möglich, wollen wir da wieder mehr Tempo aufnehmen.“ Nächste Gespräche soll es hier am 6. April geben.

Knapp 94 Prozent Zustimmung

Neben inhaltlichen Fragen stand auf der Jahreshauptversammlung auch die Wahl des Kreiswehrführers auf der Tagesordnung. Als einziger Kandidat konnte der Nienhäger Mayk Tessin letztlich 166 der 177 abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Ebenfalls wiedergewählt wurde mit 161 Stimmen Kühlungsborns Wehrführer Andreas Wegener als zweiter Stellvertreter.

Alte und auch neue Beisitzer sind Carsten Bast (Niegleve/Wattmannshagen), Frank Biesenthal (Kühlungsborn), Matthias Focke (Gnoien), René Plotz (Güstrow) sowie Sven Reinke (Hohenfelde).

Lennart Plottke

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