Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Weniger Verkehr: Wird Doberan Vorreiter?

Bad Doberan Weniger Verkehr: Wird Doberan Vorreiter?

EU-Projekt soll umgesetzt werden / Idee: Pakete werden in Zentrale geliefert und mit Elektroautos weiter verteilt

Voriger Artikel
Unwetter-Front erreicht MV
Nächster Artikel
Flughafenfest: Die Mutigsten hatten die beste Sicht

Mit Elektroautos könnten künftig Pakete geliefert werden – so die Idee des EU-Projektes.

Quelle: dpa

Bad Doberan. könnte bundesweit Vorreiter bei der Reduzierung von Schadstoffen in der Luft werden. Neben Städten in Schweden, Polen, Litauen und Lettland ist die Münsterstadt für ein Pilotprojekt der Europäischen Union ausgesucht worden. Die Idee: Den Lieferverkehr aus der Stadt rausziehen, indem am Rand der Innenstadt ein Logistikzentrum eingerichtet wird und von da aus Pakete und Lieferung mittels Elektroautos weiter verteilt werden. So soll der Verkehr reduziert und die Schadstoffbelastung minimiert werden. Prof. Udo Onnen-Weber vom Kompetenzzentrum ländliche Mobilität aus Wismar hat den mündlichen Zuschlag für das EU-Projekt bekommen und stellte es am Donnerstagabend im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus vor. Der schriftliche Bescheid werde in den nächsten Tagen erwartet.

OZ-Bild

EU-Projekt soll umgesetzt werden / Idee: Pakete werden in Zentrale geliefert und mit Elektroautos weiter verteilt

Zur Bildergalerie

Etwa 300000 Euro stehen dem Experten für ländliche Mobilität zur Verfügung. Das Ziel: Städte vom Güterverkehr entlasten. „In Bad Doberan sind die Emissionen im Sommer zu hoch. Die Grenzwerte werden permanent überschritten“, erläutert der ehemalige Professor der Hochschule Wismar. Zwar werde bereits dagegen vorgegangen, aber der Verkehr nehme immer mehr zu. Zahlen könne er zwar noch nicht vorlegen, aber „statistisch gesehen hat Doberan dieses Problem. Im Sommer ist hier überproportional viel Verkehr“, so Onnen-Weber.

Eines der größten Probleme sieht Onnen-Weber bei den Paketdiensten, „die halb beladen durch die Stadt fahren“. Statistisch gesehen seien das 20 bis 25 Laster am Tag. Daher soll beispielsweise beim Bauhof ein 100 Quadratmeter großer Raum eingerichtet werden, wo die Paketdienste von UPS bis Hermes anliefern, die Ware würde dann mittels Elektroauto oder -laster weiter verteilt.

„Das reduziert das Verkehrsaufkommen massiv“, ist sich der 67-Jährige sicher. „Wir gehen davon aus, dass die Fehllieferungen reduziert, wenn nicht sogar vermieden werden können.“ Denn mit den Empfängern – ob Unternehmen oder Privatkunde – könne eine Uhrzeit ausgemacht werden, wann das Paket übergeben werden kann. Die Signale von den Kurierdiensten für das Projekt seien positiv. „Die sparen enorm. Wir nehmen ihnen den teuersten Teil der Anlieferung ab“, erläutert Onnen-Weber.

Konzentriert werde sich in den nächsten drei Jahren – auf die Dauer ist das Projekt angelegt – auf die Paketdienste. Für die Belieferung von Supermärkten und kleineren Läden soll eine Lösung entwickelt werden. „Die werden wir in den drei Jahren aber nicht umsetzen können.“

Am 1. Juli möchte Onnen-Weber mit dem Projekt starten und zusammen mit seinem Mitarbeiter Clemens Weiß rausfinden, ob die Idee realistisch ist und wie weit der Verkehr reduziert werden kann. „Wir müssen jetzt mit den Leuten reden, das Projekt bekannt machen, Daten einsammeln“, erläutert Onnen-Weber die nächsten Schritte. Wo sind die Lieferwege, wo die Transportprobleme?

„Welche Unterstützung brauchen Sie von uns“, wollte Ausschussvorsitzender Jochen Arenz wissen. „Wenn Sie begeistert sind von dem Projekt, werden sie das weitertragen, das macht die Gespräche in der Stadt einfacher.“ Mit dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität der Universität Greifswald sollen die haftungsrechtlichen und verkehrsrechtlichen Fragen erarbeitet werden. Am Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der ersten Untersuchungen und Gespräche in einer Bürgerversammlung präsentiert werden.

Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) steht dem Projekt nicht ablehnend gegenüber. „Wenn das klappt, sind wir Vorzeigestadt“, sagt er. Auch das Thema Elektromobilität nehme immer mehr zu. „Das ist die Logistik von morgen und wegweisend für Europa. Ich freue mich, dass wir Teil davon sind“, sagte Ausschussvorsitzender Jochen Arenz.

Anja Levien

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stadtmitte
Problemzone Kröpeliner Straße: Radler verstoßen hier regelmäßig gegen das Fahrverbot zwischen 10 und 19 Uhr.

Die Beamten haben dreimal so viele Vergehen geahndet wie im Jahr zuvor / Stadt und Fahrradclub begrüßen schärfere Kontrollen – wünschen sich diese aber an anderen Orten

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Bad Doberan
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.