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20 Jahre Schwitzen im Moor

Bad Doberan 20 Jahre Schwitzen im Moor

Gestern wurde im Moorbad das Jubiläum feierlich begangen / Frank Retzlaff ist verantwortlich für den Rohstoff

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Das Eigentümer-Ehepaar Dr. Hans Jürgen Ebel (l.) und Gattin, Erwin Sellering (SPD) und Harry Glawe (CDU).

Quelle: Fotos: Katarina Sass

Bad Doberan. 4000 Patienten pro Jahr, 85 Prozent Auslastung: Das Moorbad Doberan, Teil der bundesweiten Dr. Ebel Fachkliniken, ist seit 1996 erfolgreich im Bereich Rehabilitation.

OZ-Bild

Gestern wurde im Moorbad das Jubiläum feierlich begangen / Frank Retzlaff ist verantwortlich für den Rohstoff

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Gestern haben Mitarbeiter, Geschäftsleitung und Regierungsvertreter das 20-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert. Einer der langjährigsten Mitarbeiter ist Frank Retzlaff – Technischer Leiter und Mann der Moore.

Angefangen hatte Retzlaff als Betriebshandwerker, seit 1986 arbeitet er als Technischer Leiter im Moorbad und hat den Umzug vom alten Stahlbad in das jetzige Haus miterlebt, erzählt er. Retzlaff kennt das Gebäude und seine Technik wie seine Westentasche. Er ist auch für das Aushängeschild der Rehaklinik verantwortlich: „Ich bin für das Torfstechen und für die Aufbereitung zuständig“, sagt der 61-Jährige. Der Torf komme aus Rethwisch und wird zwischen Mai und November täglich nach Doberan befördert. 2000 Tonnen sind es im Jahr. Knapp wird der Torf nicht: „Es reicht noch für die nächsten 200 Jahre.“

Lkw schütten den Rohstoff in riesige Wannen, die im Keller der Moorbad-Klinik stehen. Dort wird es gereinigt und weiter verarbeitet. Für die weitere Verwendung wird es mit Wasser angereichert bis der Torf wie gut durchtränkte schwarze Erde aussieht und als Moor eine Etage höher zu den Patienten gelangt. In über 40 Grad heißem Moor entspannen diese in einer Wanne oder sie erhalten Moorpackungen.

Beides hat Retzlaff natürlich ausprobiert, um zu wissen, wovon er spricht. „Das ist gar nicht so heiß, wie man sich das vorstellt. Es ist entspannend, aber auch kräftezehrend.“ Der Job mache ihm großen Spaß, „er ist sehr vielseitig und abwechslungsreich.“ Noch vier Jahre hat er vor sich, bevor er in Rente gehen kann.

Den Mitarbeitern dankte auch Klinikdirektor Dr. Rainer Grimm in seiner Ansprache und sah auch direkt den Ärztlichen Direktor Dr. Peter Kupatz an, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht.

Christian Ebel wurde als weiterer neuer Geschäftsführer vorgestellt. „Wir werden sehr gut wahr genommen“, sagt Grimm. Immerhin sichere die Reha-Klinik den Heilbad-Status des Ortes . Trotz der traditionellen Heilmittel muss die Einrichtung nach vorne schauen. Themen wie die Digitalisierung und die Vernetzung sowie das Halten der Qualität seien enorm wichtig, so Grimm. Prof. Hans-Jürgen Ebel, Geschäftsführender Gesellschafter und Eigentümer der Marke „Dr. Ebel Fachkliniken“, bezeichnete die Einrichtung als „unser Kind“, über das täglich gesprochen werde. Jedes Jahr verbringen er und seine Frau eine Woche in Doberan. „Der Standort hat sich ausgezeichnet entwickelt und darauf sind wir stolz.“ Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und MV-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) waren zugegen und drückten ihre Glückwünsche aus. Mit einem anschließenden Symposium zum Thema „Reha im Wandel“ schloss die Jubiläumsveranstaltung gestern.

95 Prozent Auslastung: das Moorbad Doberan

8 Häuser gehören zum Verbund der Dr. Ebel Fachkliniken, darunter das Moorbad. Schwerpunkte sind Orthopädie, Rheumatologie, Onkologie, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren.

230 Betten und 4000 Patienten pro Jahr, die durchschnittlich drei Wochen im Moorbad bleiben, kann die Einrichtung vorweisen. Sie ist zu 95 Prozent ganzjährig ausgelastet. Das Moorbad ist Akademisches Lehrkrankenhaus für Naturheilverfahren der Universität Rostock.

4000 Tonnen Torf verarbeitet die Einrichtung pro Jahr. Der Rohstoff stammt aus dem Torfstich in Rethwisch.

Doberan ist eine von fünf Pilotgemeinden, die das Land mit einem Heilwald hinter dem Moorbad ausstattet.

Katarina Sass

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