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Alte Chemiefabrik: Stadt steht vor dem Durchbruch

Bad Doberan Alte Chemiefabrik: Stadt steht vor dem Durchbruch

Für die Kosten des Insolvenzverfahrens könnte Doberan das Gelände kaufen / Land stellt Förderung für die Bereinigung in Aussicht / Stadt müsste in Vorkasse gehen

Bad Doberan. Für das Gelände der alten Chemiefabrik im Gewerbegebiet Walkenhagen steht die Stadt kurz vor einer Lösung – wenn die Stadtvertreter grünes Licht geben. Die Stadt hat die Möglichkeit, das Grundstück günstig zu erwerben, zu bereinigen und zu verkaufen. Das Land würde sich sogar zu 90 Prozent an den Kosten beteiligen. Doch noch muss in einem Gutachten der tatsächliche Wert ermittelt werden und die Stadt müsste in Vorkasse gehen. Im Raum steht eine Summe von etwa 200000 Euro.

 

OZ-Bild

Seit Jahren wird das Grundstück als Deponie missbraucht. Der Müll muss weg.

Quelle: Jens Wagner

Die Stadt könn-

te Gewinn machen.“Norbert Sass,

Bauamtsleiter

Seit Jahren ist das Gelände der alten Chemiefabrik ein Schandfleck. Nur der meterhohe Schornstein und die alten Mauern zeugen noch vom ehemals erfolgreichen Industriestandort. Inzwischen hat sich die Natur die Fläche zurückerobert und der Müll türmt sich hier, für den sich niemand verantwortlich fühlt. Denn die Eigentümer, eine Familie aus Baden-Württemberg, tut es nicht. Sie kann es nicht und hat deshalb Insolvenz angemeldet. Rechtsanwältin Dr. Ulrike Hoger-Peters ist vom Amtsgericht Rostock zur Sachverständigen bestellt worden und prüft derzeit, ob ein Insolvenzverfahren möglich ist.

Für Doberan stehen die Zeichen so günstig wie nie. So sieht es Bauamtsleiter und stellvertretender Bürgermeister Norbert Sass: „Wenn wir die Kosten des Insolvenzverfahrens tragen, bekommen wir das Grundstück.“ Außerdem hat das Land Fördermittel in Aussicht gestellt, die lukrativ sind. 90 Prozent der Kosten könnten mit dem Programm zur Revitalisierung alter Industrieflächen übernommen werden.

Einziger Haken: Niemand kann exakt voraussagen, was das Grundstück wert ist. Denn es muss nicht nur der oberirdische Müll beseitigt, sondern müssen auch Altlasten wie Asbest entsorgt werden. Zu DDR-Zeiten übernahm ein Zulieferer für Schiffe, der Lüftungsanlagen produzierte, die Räume der Tabakfabrik. Möglicherweise sickerten in den Boden umweltschädliche Chemikalien. Schlimmstenfalls ist ein Bodenaustausch denkbar, sinniert Sass. Doch das soll alles ein Rostocker Planungsbüro ermitteln. „Es ist auf geologische und umweltrechtliche Belange spezialisiert“, so Sass. Ein Termin findet bereits in der kommenden Woche statt.

Wenn das Land die Förderung zusichert, müsse die Stadt mit ihrem Eigenanteil zunächst in Vorkasse gehen. Sass schätzt eine Summe von rund zwei Millionen Euro. Zehn Prozent seien der Eigenanteil, also etwa 200000 Euro, die die Stadt tragen müsste. „Wir haben im innerstädtischen Entwicklungskonzept festgelegt, dass wir Industriebrachen beseitigen wollen.“ Mit dem 20000 Quadratmeter großen bereinigten Grundstück entstehe eine wertvolle, für Neuansiedlungen attraktive Fläche. Handelt die Stadt klug, kann sie beim Verkauf an einen Investor sogar Gewinn erzielen. Laut Bodenrichtwertkarte könnte sie 17 bis 20 Euro pro Quadratmeter verlangen – oder aufgrund der Lage mehr. Die Verwaltung arbeitet an einem Beschluss, so Sass, in dem sie den Kauf des Grundstückes zum Preis der Kosten des Insolvenzverfahrens vorschlägt. Im Oktober müssen die Stadtvertreter darüber beschließen. Stimmen sie zu, muss der durch das Gutachten ermittelte Eigenanteil in den Nachtragshaushalt für 2017 eingestellt werden.

Auch Bürgermeister Thorsten Semrau spricht sich für den Kauf aus. „Wir sind ein Kurort und sollten dem gerecht werden. Der Schandfleck muss endlich verschwinden“, sagt er. Semrau geht davon aus, dass sich bald ein Investor finden wird, denn Anfragen nach freien Flächen gebe es.

Katarina Sass

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