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Alter Jugendherberge droht der Abriss

Bad Doberan Alter Jugendherberge droht der Abriss

Die Sanierung kostet mehr als ein Neubau / Fördermittel stehen nicht in Aussicht / Investorin Daniela Härtel kann ihre Pläne für eine Vital-Villa so nicht umsetzen

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Die alte Jugendherberge auf dem Tempelberg in Bad Doberan steht seit 2006 leer. In den 1960ern wurde das Haus zur Herberge.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Zwei Jahre hat Daniela Härtel für ihren Traum, die alte Jugendherberge zu sanieren, gekämpft. Jetzt kam die bittere Nachricht: Dem Haus auf dem Tempelberg droht der Abriss. Die Sanierungskosten sind zu hoch. Damit sind die Pläne, das Haus in eine Vital-Villa zu verwandeln, geplatzt. Jetzt heißt es, alles auf Anfang. Denn alle bisher eingeholten Genehmigungen und beantragten Fördermittel hingen an der Sanierung des bestehenden Gebäudes.

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Die Sanierung kostet mehr als ein Neubau / Fördermittel stehen nicht in Aussicht / Investorin Daniela Härtel kann ihre Pläne für eine Vital-Villa so nicht umsetzen

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„Eine Zustandsbesichtigung des Gebäudes und die Untersuchung der Bausubstanz haben ergeben, dass unter wirtschaftlichen Maßstäben das Haus nicht sanierungsfähig ist“, erläutert Stadtplanungsamtsleiter Norbert Sass. Die Sanierungskosten würden die Kosten für einen Neubau um mindestens 30 Prozent übersteigen. „Das ist so nicht förderfähig.“ Die Stadt wollte über die Gesellschaft für Stadterneuerung und Ortsentwicklung Mecklenburg mbH (GSOM) Städtebaufördermittel beantragen. Auch die Stadtvertreter hatten den Plänen von Daniela Härtel ihre Zustimmung gegeben.

Doch die Hohenfelderin, die auf Fördermittel angewiesen ist, kämpft weiter um ihren Traum. „Wir können die Pläne so nicht umsetzen, weil die Förderung wegfällt“, sagt Daniela Härtel. Das Hoffen habe nicht geholfen. Dennoch gibt sie nicht auf. „Ich bin weiterhin interessiert und habe immer noch den Wunsch, dort ein Projekt zu starten.“ Sie arbeite dabei eng mit der Stadt zusammen. „Das Interesse besteht auf beiden Seiten, eine Lösung zu finden, was in Doberan von Interesse ist“, sagt Daniela Härtel und möchte zu ihren weiteren Überlegungen und Vorhaben aber noch nichts sagen.

Die Hohenfelderin hatte in dem seit zehn Jahren leer stehenden Haus ein Hotel mit sieben Appartements, ein Café mit Terrasse und Blick über die Münsterstadt sowie einen Beauty- und Aktiv-Bereich geplant. Das Haus sollte für Bad Doberan geöffnet werden. Interessierte sollten an Kursen wie Yoga oder Pilates teilnehmen können. Auch der Beauty-Bereich mit Frisör und Kosmetik sollte öffentlich werden. Für das Zwei-Millionen-Projekt holte sie sich einen Investor aus Bad Doberan mit ins Boot.

Wie es jetzt weitergeht, muss die Gemeinde entscheiden, sagt Norbert Sass. Für die alte Jugendherberge gibt es im Grundbuch einen Vermerk: Sanierung hat Vorrang vor Abriss und Neubau. Doch da die Sanierungskosten höher liegen als ein Neubau, sei die alte Jugendherberge auch für andere Investoren nicht lukrativ. Zwar würde in Ausnahmefällen eine Förderung von bis zu 130 Prozent genehmigt, dann müsse es sich aber um ein hochwertiges städtebauliches Ensemble handeln. Davon könne bei der Jugendherberge keine Rede sein. „Wir überlegen uns was Neues für den Standort und legen den Schwerpunkt nicht auf das Gebäude“, schlägt Norbert Sass vor.

Die Stadtvertreter sollen jetzt über einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Areal entscheiden. Die Zielsetzung: „Baurecht zu schaffen für ein Konzept mit öffentlicher Nutzung in Richtung Beherbergung, Gastronomie, Konferenzen, Gesundheit“, sagt Norbert Sass. „Eine reine Wohnbebauung wird es nicht geben.“ Denn diese kann nicht öffentlich genutzt werden. Baurecht gebe es nur, wenn öffentliches Interesse vorliegt.

Für Daniela Härtel beginnen die Planungen von vorne. Denn mit dem Abriss der Jugendherberge verliert der Bauvorbescheid seine Gültigkeit.

Gaststätte und Herberge

2006 — seitdem steht die alte Jugendherberge leer. Seit den 1960ern wurde sie als Herberge genutzt, war vorher eine Ausflugsgaststätte.

7 Appartements sollten in dem neuen Hotel entstehen. Hinzu kommen sollte ein Café mit Terrasse und Blick über die Münsterstadt. Der Aktiv- und Beauty-Bereich sollte wie auch das Café für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Von Anja Levien

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